Rems-Murr-Sport

Corona hat ausgespukt: Ringer des ASV Schorndorf rechnen fest mit Bundesliga-Saison

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Der kritische Blick von Coach Volker Hirt auf Sedat Sevsay täuscht: Die beiden ziehen beim ASV Schorndorf an einem Strang. © Günter Schmid

Im vergangenen Jahr (2020) wurde die Bundesliga-Saison der Ringer nach vier Kampftagen abgebrochen. Seitdem herrschte Tristesse. Nun aber ist Sedat Sevsay wieder voller Tatendrang. Das Vorstandsmitglied des ASV Schorndorf geht fest davon aus, dass die kommende Runde wie geplant stattfinden wird. Und zwar ohne Geisterkämpfe.

Die coronabedingt völlig verkorkste vergangene Saison zerrte mächtig an den Nerven. Natürlich auch bei den Verantwortlichen des ASV: Man arbeitet wie ein Dackel, um eine schlagkräftige Mannschaft auf die Matte zu bekommen, zieht Sponsoren an Land, kümmert sich ums Hygienekonzept. Und was kommt raus?

Nur ein Heimkampf mit eingeschränkter Zuschauerzahl, ein weiterer ganz ohne Fans sowie zwei Auswärtskämpfe. Es gehört schon einiges dazu, sich da wieder fürs kommende Jahr zu motivieren.

Verpflichtung von Erfolgscoach Volker Hirt als Ausrufezeichen 

Sedat Sevsay und der Verein haben’s geschafft. Bereits im Februar stellten sie den neuen Chefcoach Volker Hirt vor. Er ist mit dem ASV Nendingen dreimal Deutscher Meister geworden. Die Verpflichtung zeigt, dass es die Schorndorfer diesmal wissen wollen.

Es ist nur konsequent, dass Sevsay nun das Erreichen der Play-offs um die deutsche Meisterschaft als Minimalziel ausgibt. Bis ganz nach oben wird’s wohl noch nicht reichen, aber das Viertelfinale sollte für den ASV laut dem Vorstandsmitglied und Sportlichen Leiter bei gutem Verlauf schon drin sein.

Die geringen Inzidenzzahlen und die steigende Impfquote machen Sevsay zuversichtlich, dass die kommende Runde sportlich ohne Einschränkungen stattfinden kann. Beim Thema Zuschauer geht er dagegen davon aus, dass deren Zahl bei Kämpfen in der Schorndorfer Grauhalde zumindest in der Vor- und Rückrunde auf 250 beschränkt sein wird. Egal, sagt Sevsay. Hauptsache, es dürfen Fans in die Halle. „Denn es gibt nichts Schlimmeres als Geisterkämpfe.“

Die Abgänge von Stäbler und Papi „gut kompensiert“

Die Zusammenstellung des Bundesligakaders bewertet der Stratege als sehr positiv. Schwer wiegen zwar die Wechsel des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler und Abdolmohammad Papi, die es zurück zu den Red Devils Heilbronn zieht, sowie des in der Vorsaison als Gastringer für Schorndorf kämpfenden Hannes Wagner (künftig AC Lichtenfels). „Aber wir haben die Abgänge sehr gut kompensieren können. Wir sind jetzt in der Breite besser und bei der Aufstellung flexibler als in den letzten zwei Jahren.“

Zehn Neue hat der ASV verpflichtet, hinzu kommt Rückkehrer Karan Mosebach. Angesichts von Corona will der Verein bei den ausländischen Ringern darauf achten, „dass sie während der Saison hier in Schorndorf bleiben und wir so das Hin- und Hergefliege vermeiden“. Zudem werde der eine oder andere Neuzugang wohl nur in den Play-offs eingesetzt.

Der als akribischer Arbeiter bekannte Volker Hirt entlaste ihn nicht nur beim Scouting sehr, freut sich Sevsay. Obwohl die Bundesligarunde erst am 11. September 2021 beginnt, beschäftige sich der neue Coach schon ausgiebig mit den Kadern der Gegner sowie Aufstellungsvarianten für die Kämpfe.

Sevsay konzentriert sich mehr auf Arbeit mit Sponsoren

Das war Sevsay, während der vergangenen Runden auch hauptverantwortlicher Trainer, aufgrund seiner vielen Aufgaben nicht möglich. Und nun kann er sich deutlich mehr auf die für den Verein essenziellen Dinge konzentrieren, insbesondere auf die Sponsorengespräche.

Die Befürchtung, viele Unterstützer könnten wegen der Pandemie abspringen, habe sich zum Glück für die Schorndorfer nicht bestätigt: „Drei, vier, darunter ein Hauptsponsor, haben ihr Engagement sogar erhöht.“

Zwar fehle dem ASV nach wie vor ein namensgebender sogenannter Titelsponsor (früher Bauknecht). Der Etat für die kommende Saison sei aber genauso hoch wie im vergangenen Jahr. Er liege, die Kosten für Bundesliga, Landesliga (zweite Mannschaft) und Jugendteam zusammengenommen, im niedrigen sechsstelligen Bereich. Damit werde der ASV Schorndorf auch auskommen.

Wieder Kämpfe gegen Abonnement-Meister Burghausen

Schade findet es Sedat Sevsay, dass es heuer frühestens in den Play-offs zum großen Derby gegen Heilbronn kommen wird. Während Schorndorf wieder in der Bundesligastaffel Südost startet, erneut die stärkste, sind die Red Devils diesmal in die Gruppe West eingeteilt worden. Dafür dürfen die ASV-Fans wieder den hochklassigen Kämpfen gegen den Abonnement-Meister SV Wacker Burghausen und den SV Johannis Nürnberg entgegenfiebern.

Hauptsächlich eigene Ringer auch aus dem Nachwuchs sollen sich mit dem ASV II in der Landesliga beweisen. Und falls es eine Jugendliga geben wird, lautet Sevsays großer Wunsch, „dass wir da zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder eine Mannschaft am Start haben“.

Für einen Bundesligisten sei das schlichtweg ein Muss. Und für die Ringerszene ein Zeichen, dass der ASV aus Fehlern gelernt hat und die Jugendarbeit wieder im Fokus steht.

Im vergangenen Jahr (2020) wurde die Bundesliga-Saison der Ringer nach vier Kampftagen abgebrochen. Seitdem herrschte Tristesse. Nun aber ist Sedat Sevsay wieder voller Tatendrang. Das Vorstandsmitglied des ASV Schorndorf geht fest davon aus, dass die kommende Runde wie geplant stattfinden wird. Und zwar ohne Geisterkämpfe.

Die coronabedingt völlig verkorkste vergangene Saison zerrte mächtig an den Nerven. Natürlich auch bei den Verantwortlichen des ASV: Man arbeitet wie ein Dackel,

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