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Corona-Infektion: Stäbler sorgt sich um Olympia-Start

Ringer Frank Stäbler
Ringer Frank Stäbler. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

München (dpa) - Nach einer Corona-Infektion und den gesundheitlichen Folgen wächst bei Deutschlands Top-Ringer Frank Stäbler die Angst um seine Fitness für Olympia in Tokio. Der dreimalige Weltmeister war jüngst an Covid-19 erkrankt und hatte nach seiner Genesung bei einem Belastungstest plötzlich um 20 Prozent schlechtere Werte als normal. Er versuche, im Hinblick auf die Sommerspiele und den letzten großen Wettkampf seiner Karriere zwar optimistisch zu bleiben, sagte der 31-Jährige der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Aber er ergänzte: «Ich habe schon eine gewisse Sorge und Unsicherheit. Corona ist eine Krankheit, bei der es keine Langzeit-Erfahrungswerte gibt.»


Krafttraining könne er aktuell zwar «problemlos» machen, berichtete der Familienvater. «Ich breche aber zusammen, sobald es an die konditionelle Höchstbelastung geht. Von der Schulmedizin werde ich derzeit als Belastungsasthmatiker eingestuft und mir wird Cortison empfohlen.» Er versuche es aber zunächst mit einer Atemtherapie.

Seine persönliche Prognose für die Vorbereitung auf Japan im August verglich er mit einem Ringkampf. «Es stand mal 0:0, der Kampf hat schlecht begonnen. Jetzt liege ich 0:6 hinten und muss aufpassen, dass ich bei 0:8 nicht technisch k.o. bin», sagte der Musberger.

Zugleich appellierte er an alle, die Pandemie ernst zu nehmen. Bis zu seiner Infektion habe er die Krankheit für sich selbst «nicht als gefährlich angesehen. Jetzt bin ich demütig geworden», sagte Stäbler. «Ich kann den jungen Menschen, die sich so unangreifbar fühlen, wie ich es getan habe, vor allem aber auch den Verschwörungstheoretikern und allen anderen kritischen Menschen nur sagen: Ich habe es jetzt schwarz auf weiß, dass es auch für Nichtrisikogruppen schwere Verläufe geben kann. Ich will da als warnendes Beispiel dienen.»