Formel 1

Darauf muss man beim Großen Preis von Belgien achten

Hamilton und Verstappen
Quali-Sieger Max Verstappen (r) und der drittplatzierte Lewis Hamilton geben sich nach der Qualifikation die Faust. Foto: John Thys/Pool AFP/AP/dpa © John Thys

Spa-Francorchamps (dpa) - Der Große Preis von Belgien verspricht viel Spektakel. Nach dem dramatischen Qualifying mit dem schweren Unfall von Lando Norris soll es auch heute beim Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps (15.00 Uhr/Sky) wieder regnen.

DER SOUVERÄNE: Der legendäre Kurs in den Ardennen ist die liebste Strecke von Max Verstappen. Gewonnen hat der Niederländer, der auch einen belgischen Pass besitzt, in Spa aber noch nie. Sein erster Startplatz ist eine gute Voraussetzung, um das zu ändern und in der WM-Wertung wieder an Lewis Hamilton vorbeizuziehen. Der Brite führt im Mercedes noch mit acht Punkten Vorsprung auf den aufstrebenden Red-Bull-Star. Die Tribünen waren in den vergangenen Tagen schon fest in niederländischer Hand, 75.000 Zuschauer dürfen kommen.

DER ÜBERRASCHTE: George Russell konnte selbst kaum glauben, dass er seinen sonst immer klar unterlegenen Williams in die erste Startreihe bugsierte. Als Qualifikations-Zweiter war der Brite im belgischen Starkregen die Überraschung am Samstag und ließ sogar Rekordchampion Hamilton hinter sich. Im kommenden Jahr könnten die beiden Engländer Teamkollegen werden. Es gilt als so gut wie sicher, dass Russell ab 2022 zu den Silberpfeilen aufsteigt und dort den Finnen Valtteri Bottas ersetzt.

DER ÜBERMÜTIGE: Lando Norris hatte gute Chancen auf einen Startplatz ganz vorne, doch dann wollte der McLaren-Fahrer zu viel. Er verlor die Kontrolle über seinen Wagen, krachte in die Begrenzung und wurde zurück auf die Piste geschleudert. «Mir geht es gut, ich kann fahren», sagte der 21-Jährige. Eine Prellung am Ellenbogen ist die einzige Verletzung, die der WM-Dritte davontrug. Seinen Mechanikern bescherte Norris viel Arbeit. Sie mussten das völlig zerstörte Auto über Nacht wieder ganz neu aufbauen, damit er antreten kann.

DER HOFFNUNGSVOLLE: Die Aussicht auf Regen gefällt Sebastian Vettel. «Das liegt uns. Wir können so für ein starkes Resultat kämpfen und ein paar gute Punkte für das Team holen», sagte der viermalige Weltmeister. Als Fünfter geht der 34-Jährige im Aston Martin auf die Strecke, auf der er schon dreimal gewinnen konnte, zuletzt 2018 im Ferrari. Nur zwei andere der aktuellen Piloten waren erfolgreicher: Hamilton und Kimi Räikkönen haben bereits jeweils viermal gesiegt.

DER DEBÜTANT: Fast genau 30 Jahre nach dem Formel-1-Debüt seines Vaters Michael gibt es auch für Mick Schumacher eine Premiere. Zum ersten Mal tritt er in einem Formel-1-Auto auf dem Lieblingskurs des Rekordweltmeisters an. Bei Regen macht sich der 22-Jährige Hoffnung auf einen Platz weiter vorne als üblich. Bislang schaffte er es im unterlegenen Haas-Boliden noch nie in die Punkte. «Ich freue mich sehr auf das Rennen», sagte Schumacher, der einen Helm tragen wird, der ein ähnliches Design wie der seines Vaters vor 30 Jahren hat.

DER ABGEHÄNGTE: An seinem 32. Geburtstag hatte Valtteri Bottas keinen Grund zur Freude. In der Qualifikation reichte es für den Finnen nur zu Platz acht, durch eine Startplatzstrafe aus dem vergangenen Grand Prix in Ungarn geht er sogar nur als 13. in das erste Rennen nach der Sommerpause. Vieles deutet darauf hin, dass der Vizeweltmeister keine Zukunft mehr bei Mercedes hat.

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