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Der Eigentorjäger? KSC-Stürmer Hofmann in komplizierter Lage

Philipp Hofmann
Der Karlsruher Stürmer Philipp Hofmann. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv © Uli Deck

Karlsruhe (dpa/lsw) - Philipp Hofmann hatte sieben Stunden Zeit zum Nachdenken. Ungefähr so lange dauerte die Busfahrt des Karlsruher SC nach dem 0:2 (0:1) bei Hannover 96, und während der Reise zurück in den Wildpark dürfte Hofmann klar geworden sein, dass die Situation für ihn nun eine komplizierte ist. Dass der 27-Jährige den KSC in Richtung 1. FC Union Berlin verlassen will, ist längst kein Geheimnis mehr. Mit seinem freiwilligen Verzicht auf einen Einsatz in Hannover unterstrich der Torjäger wohl seinen Wechselwunsch. Viele Freunde dürfte er sich mit seiner Aktion nicht gemacht haben.

«Das ist vielleicht ein letzter Versuch, den Wechsel zu erzwingen», meinte Karlsruhes Sportchef Oliver Kreuzer bei Sky zum Verhalten des erfolgreichsten KSC-Stürmers der Vorsaison. Ohne Hofmann fehlte den Badenern in Hannover die Durchschlagskraft im Angriff, trotzdem ließ Trainer Christian Eichner ihn das gesamte Spiel über auf der Bank. Es erschließe sich seiner Intelligenz nicht, warum er ihn hätte einwechseln sollen, meinte der Coach trotzig. «Warum soll ich einen Spieler, der sich von Anfang an nicht bereit fühlt ins Spiel zu gehen, warum soll ich den 20 Minuten vor Schluss einwechseln?», fragte sich der 37-Jährige.

In einem unterhaltsamen Spiel erzielten Kapitän Dominik Kaiser (25. Minute) und Linton Maina (85.) die Tore für Hannover. Der KSC spielte nicht schlecht, die wenigen guten Chancen etwa durch Marvin Wanitzek (72.) blieben in Abwesenheit von Hofmann aber ungenutzt. Wie es mit dem Stürmer nun weitergeht, ist offen. Ein erstes Angebot von Union lehnte der KSC ab. Vermutlich wird der Fußball-Bundesligist aber nochmal nachlegen, auch wenn Hofmanns Verhalten in Berlin ebenfalls eher für Kopfschütteln gesorgt hat. Dass Union am Samstag den Stürmer Taiwo Awoniyi vom FC Liverpool auslieh, dürfte das Interesse an Hofmann zunächst nicht schmälern. Es bleibt eine Frage des Geldes.

«Momentan passt es nur für Union und Philipp, aber nicht für den KSC. Dementsprechend bleibt Philipp - Stand heute - beim KSC», sagte Kreuzer. Die Badener wollen eine Millionenablösesumme für den Angreifer. «Was kolportiert wurde in den Medien, fünf Millionen Euro, das ist weit weg von dem, was wir uns vorstellen. Aber wir sind auch noch weit weg von dem, was Union Berlin sich vorstellt.» Und der wechselwillige Hofmann deshalb in der Klemme.