Fan-Rückkehr

DFL-Clubs entscheiden über Maßnahmen

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Die 36 Profi-Clubs der DFL beraten bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung per Videokonferenz über einheitliche Maßnahmen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anhänger der 36 Profi-Clubs erwarten die Entscheidung der Deutschen Fußball Liga zur eingeschränkten Rückkehr der Zuschauer in der neuen Saison mit Spannung.

Bei der heutigen außerordentlichen Mitgliederversammlung (ab 11.00 Uhr) soll per Videokonferenz über einheitliche Maßnahmen entschieden werden, wie dies zu realisieren ist. Es gibt aber Kritiker, die davor warnen.

Die DFL hat einen Leitfaden erstellt, der ein Stehplatz- und Alkoholverbot bis zum 31. Oktober vorsieht. Zudem sollen keine Gästefans in den Stadien bis zum Jahresende erlaubt werden. Damit soll das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie verringert werden. Verkauft werden sollen für die Spiele nur personalisierte Online-Tickets, mit denen die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sind. Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

Allerdings haben auch Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angesichts ansteigender Zahlen von Neuinfektion Zweifel geäußert. Er hält Bundesligaspiele mit 25.000 Zuschauern «für sehr schwer vorstellbar». Die neue Spielzeit soll mit der ersten DFB-Pokalrunde vom 11. bis 14. September beginnen. Eine Woche später ist der Start von Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga vorgesehen.

Unverhofft sorgte zudem ein Dauerthema vor der DFL-Versammlung für Diskussionsstoff. In zwei Gutachten des Bundestages wird die Deckelung der Millionengehälter im Profifußball auf europäischer Ebene als machbar angesehen. Viele Bundesligaclubs werden dies angesichts der finanziellen Einbußen in der Corona-Krise positiv aufgenommen haben.

Der Deutsche Fußball-Bund begrüßte die Gutachten. «Ich habe bereits vor einigen Wochen in meinem Fünf-Punkte-Plan für mehr Nachhaltigkeit im Fußball auch auf die Sinnhaftigkeit von Gehaltsobergrenzen sowie eine sinnvolle wirtschaftliche Regulierung des Fußballs hingewiesen», erklärte DFB-Präsident Fritz Keller auf dpa-Anfrage. Die Gutachten hätten nun mit dem Blick von außen bestätigt, was der DFB in internen Einschätzungen in Bezug auf den Profifußball bereits analysiert habe.

«Dass das Thema auf allen relevanten Ebenen nun auch politisch diskutiert wird mit dem Ziel, diese wichtige Frage auf klarer Faktenebene weiter voranzutreiben, begrüße ich sehr», sagte Keller.

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