Neuer Verteilerschlüssel

DFL-Mitgliederversammlung: Wer bekommt wie viel TV-Geld?

TV-Geld
Die Clubs wollen erfahren, mit welchen Beträgen aus der TV-Vermarktung sie in den kommenden vier Jahren ungefähr rechnen können. Foto: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa © Sven Hoppe

Frankfurt/Main (dpa) - Die Verteilung des TV-Geldes steht im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an diesem Montag.

Die 36 Profivereine werden über den neuen Verteilerschlüssel informiert, mit dem die rund fünf Milliarden Euro aus der Vermarktung der Medienrechte in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 ausgeschüttet werden. In den zurückliegenden Wochen hatte es darum einen öffentlich ausgetragenen Streit gegeben. Die Entscheidung über die Verteilung des Geldes hat das DFL-Präsidium getroffen.

Derzeit erfolgt die Verteilung des Geldes aus der nationalen Vermarktung auf der Basis von vier Säulen. Diese werden in die Kategorien «Bestand» (70 Prozent), «Sportliche Nachhaltigkeit» (5 Prozent), «Nachwuchs» (2 Prozent) und «Wettbewerb» (23 Prozent) unterteilt.

Von den internationalen Erlösen werden nach dem derzeitigen Modell 25 Prozent gleichmäßig auf alle 18 Bundesligisten verteilt und weitere 50 Prozent anhand einer Fünfjahreswertung mit Blick auf das Abschneiden der Vereine in Europa ausgeschüttet. Die Verteilung der restlichen 25 Prozent basiert auf den Starts in der Champions League und Europa League in den vergangenen zehn Jahren. Jede Teilnahme bringt einen Punkt.

«Dieser Schlüssel wird das Denken in Gräben, in Lagern und in «Die da oben und wir da unten» beenden», hatte DFL-Boss Christian Seifert bei der Vorstellung des Modells gesagt. Doch nach Abschluss des neuen TV-Vertrages im Sommer brach erneut ein Streit aus.

Diese Auseinandersetzung hat die Vereine in zwei ungefähr gleich große Lager gespalten. Nach Meinung einiger kleinerer Clubs müsste die Verteilung dringend geändert und gerechter werden. Vier Erst- und zehn Zweitligisten entwickelten dazu ein Konzept, das vor allem den Serienmeister aus München erzürnte. Das Verhältnis soll möglichst wie bisher bleiben, findet der Branchenführer. Unterstützt wird diese Position von weiteren 14 Vereinen.

Der Politiker Cem Özdemir hat Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der Debatte um die Verteilung der TV-Gelder in der Fußball-Bundesliga kritisiert. «Mehrere Vereine haben ja einen Vorschlag für eine Neuverteilung der Fernsehgelder gemacht. Karl-Heinz Rummenigges heftige Reaktion darauf bedeutet in meinen Augen, dass er das Interesse an einer attraktiven Bundesliga verloren hat», sagte Özdemir dem «kicker». «Das finde ich bedauerlich.» Der Bundestagsabgeordnete der Grünen ist Fan des VfB Stuttgart und Mitglied der Taskforce Zukunft Profifußball der Deutschen Fußball Liga.

Die Debatte müsse grundlegend geführt werden, da die Schere zwischen den armen und reichen Clubs immer weiter auseinander gehe, sagte Özdemir. «Eine sportlich derart auseinanderdriftende Liga schadet der Attraktivität, genauso wie Riesengehälter, horrende Transfersummen oder hohe Beraterhonorare die Identifikation der Fans mit dem Fußball gefährden», sagte er.

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