Rems-Murr-Sport

Die Seitenwagen-Weltmeisterschaft in Rudersberg steht auf der Kippe

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Der Welzheimer Michael Klooz (links, hier noch mit Christian Sieber) muss auf sein Debütrennen mit seinem neuen Fahrer Lukas Cerny noch warten. Foto: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Nach den aktuellen Corona-Bestimmungen sind Großveranstaltungen im Land noch bis zum 31. August tabu. Der 60. Rudersberger Motocross – inklusive Seitenwagen-Weltmeisterschafts-Finale, ist auf den 20. September terminiert. „Wir bereiten zunächst alles vor wie immer und stellen uns auf den Termin ein“, sagt Axel Siegle. Der Vorsitzende des Veranstalters MSC Wieslauftal ist allerdings eher skeptisch – und erst einmal froh, dass seit Montag auf der Motocross-Strecke am Rettichkreisel wieder trainiert werden darf.

MSC hofft auf ein Signal

Nachdem der MSC im Jahr 2018 aufgrund finanzieller und organisatorischer Probleme seine Veranstaltung hatte absagen müssen, pilgerten im vergangenen Jahr wieder tausende Motorsport-Begeisterte auf die Anlage. Nun könnten die Fans wegen der Corona-Pandemie erneut in die Röhre schauen. Noch ist vier Monate Zeit, doch allzu gut sind die Aussichten nicht. Sämtliche Rennen in Europa bis Ende August sind abgesagt. Übrig bleiben – bis jetzt – die Veranstaltungen im September in Slowenien, in Tschechien und eben das Finale in Rudersberg.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine WM mit lediglich drei Rennen ausgefahren wird“, sagt Siegle. Im besten Fall bekomme Rudersberg ein internationales, offenes Rennen. „Wir können im Augenblick nichts anderes tun, als uns auf eine Veranstaltung einzustellen und abzuwarten, wie entschieden wird.“ Ganz einfach freilich seien die Planungen nicht. Logischerweise könne der MSC zum aktuellen Zeitpunkt keinen Sponsoren oder Betreibern irgendwelche vertragliche Zusagen machen. „Ich hoffe, dass wir spätestens Ende Juli ein Zeichen bekommen werden, wie es weitergeht.“

Erheblicher Gewinnausfall

Bis dahin hofft Siegle, dass die Strecke für den Trainingsbetrieb weiter offen bleibt. „Das war sehr belastend in den vergangenen Wochen.“ Ein bisschen zähneknirschend hatte er die Sperrung der Strecke zunächst schon aufgenommen. „Es gibt ja beim Motocrossfahren keinen direkten Kontakt, das ist in etwa so wie beim Radfahren“, sagt er. „Andererseits verstehe ich, dass es für uns keine Ausnahmen geben darf.“

Sollte der 60. Rudersberger Motocross aus der Terminliste gestrichen werden, muss der MSC einen erheblichen Gewinnausfall verkraften. Bis zu 6000 Fans verfolgen die Rennen in der Regel, da bleibt ein großes Loch in der Kasse. „Zum Glück ist es im vergangenen Jahr ganz gut gelaufen“, sagt Siegle. „Wir könnten mit einem blauen Auge davonkommen.“

Froh ist Siegle auch, dass der MSC Wieslauftal seine vereinsinternen Pflichtaufgaben, wie beispielsweise die Wahlen, bereits vor Corona erledigt hatte. „Da geht’s anderen Clubs schlechter, die sind teilweise führungslos.“

Michael Klooz ist auf Eis gelegt

Auf Eis gelegt ist derzeit auch der Welzheimer Beifahrer Michael Klooz, der in dieser Saison mit seinem neuen Fahrer Lukas Cerny durchstarten wollte. Kurz vor dem – abgesagten – Saisonstart mit dem Lauf zur Deutschen Meisterschaft in Schnaitheim am 22. März sei das neue Motorrad fertig geworden, zum Einsatz kam es nicht mehr. Seit rund drei Wochen kann Lukas Cerny zu Hause in Tschechien trainieren, gemeinsame Sessions indes gab’s bisher nicht aufgrund des eingeschränkten Grenzverkehrs. „Lukas dürfte ausreisen, müsste danach aber zwei Wochen in häusliche Quarantäne“, sagt Klooz. Das mache jedoch keinen Sinn.

„Im Grunde müssen wir jetzt schon den Blick aufs nächste Jahr richten. Wenn wir Glück haben, gibt’s in dieser Saison vielleicht noch das eine oder andere Rennen.“ Die Meisterschaften hat Klooz mehr oder weniger abgehakt. „Das ist zwar traurig, aber die Gesundheit ist jetzt oberstes Gebot.“ Die finanziellen Einbußen halten sich beim Team voraussichtlich im Rahmen. „Über die 500 Euro Lizenzgebühren kann man hinwegsehen“, so Klooz. „Die neue Rennkleidung und die Deko können wir auch in der nächsten Saison noch verwenden.“

Nach den aktuellen Corona-Bestimmungen sind Großveranstaltungen im Land noch bis zum 31. August tabu. Der 60. Rudersberger Motocross – inklusive Seitenwagen-Weltmeisterschafts-Finale, ist auf den 20. September terminiert. „Wir bereiten zunächst alles vor wie immer und stellen uns auf den Termin ein“, sagt Axel Siegle. Der Vorsitzende des Veranstalters MSC Wieslauftal ist allerdings eher skeptisch – und erst einmal froh, dass seit Montag auf der Motocross-Strecke am Rettichkreisel wieder

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