Handball im Rems-Murr-Kreis

Eine Schwaikheimerin spielt künftig in der 1. Handball-Bundesliga

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In der Saison 2018/19 spielte Lea Gruber noch im Trikot des VfL Waiblingen. Nun hat sie sich in Halle-Neustadt durchgesetzt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Was für eine Erfolgsgeschichte: Mit dem SC Korb beziehungsweise der FSG Waiblingen/Korb stieg Lea Gruber von der Baden-Württemberg-Oberliga bis in die zweite Bundesliga auf, bei FSG und VfL Waiblingen reifte die Rückraumspielerin zur unverzichtbaren Leistungsträgerin. Und nun feiert die erst 23-Jährige mit ihrem neuen Team aus Sachsen-Anhalt den Sprung ins Oberhaus. Es ist die Erfüllung eines Traums, sagt sie im Gespräch mit Sportredakteur Mathias Schwardt.

Frau Gruber, herzlichen Glückwunsch! Sie sind gleich im ersten Jahr mit dem SV Union Halle-Neustadt Tabellenzweiter geworden und in die 1. Bundesliga geklettert. Zwar wurde die Zweitliga-Saison wegen Corona abgebrochen, doch der Aufstieg ist verdient, oder?

Na ja, ein bisschen komisch ist es schon, am grünen Tisch aufzusteigen. Aber der Aufstieg war unser Ziel [Halle war in der Vorsaison in Liga zwei abgestiegen] und ist auf jeden Fall der verdiente Lohn. Wir hatten so viel Verletzungspech, dass wir die Hälfte der Saison mit einer Rumpftruppe gespielt haben. Ich selbst hatte Anfang Januar dieses Jahres was am Sprunggelenk, nach einer Woche konnte ich mit Schiene immerhin wieder spielen. Aber im Februar habe ich einen Finger ins Auge bekommen und durfte wegen der Gefahr einer Netzhautablösung zwei Wochen gar nichts machen, was den Puls hochtreibt. Jetzt ist aber längst alles wieder in Ordnung, ich habe keine Schmerzen.

Sie haben noch keine Erfahrung in der 1. Bundesliga, freuen sich aber sicher drauf. Was wird nötig sein, um dort als Mannschaft mithalten zu können?

Ich freu’ mich wirklich riesig, in der 1. Bundesliga spielen zu dürfen. Das war mein Traum von klein auf. Ich glaube auf jeden Fall, dass der Sprung in die Liga sehr groß ist. Wir müssen als Team viel mehr im Training machen, um Punkte zu holen. Es wird spannend!

Wechseln wir zum Privaten: Sie hatten sich die Entscheidung, vom VfL Waiblingen zum SV Union Halle-Neustadt zu wechseln, nicht leicht gemacht. Wie geht es Ihnen so weit weg von zu Hause?

Sehr gut! Ich wurde in der Mannschaft super aufgenommen, habe mich in der Stadt gut eingelebt und schon Freunde gefunden. Ich hatte es mir im Osten schlimmer vorgestellt, so typische Vorurteile halt (lacht). Das Master-Studium Editorial Design, meinen Bachelor hatte ich ja in Schwäbisch Gmünd gemacht, habe ich jetzt anders als geplant erst mal hinten angestellt. Ich hab’ für mich entdeckt, dass man, wenn kein Handball ist, wirklich mal freihat. Deshalb habe ich hier fürs Erste einen Halbtagsjob in einer Werbeagentur angenommen, statt zu studieren.

Wie schlimm sind für Sie die coronabedingten Einschränkungen? Sind Besuche in Schwaikheim möglich?

Ich bin derzeit ein bisschen einsam in Halle, aber so fühlt sich jeder gerade. Ab und zu seh’ ich mal ein, zwei Leute aus der Mannschaft, es wird mit dem nötigen Abstand viel gelaufen. Wir haben auch Kraftpläne mit Übungen bekommen, die man draußen machen kann. Und alle zwei, drei Wochen fahre ich zu meiner Familie nach Schwaikheim. Wir versuchen immer, vorsichtig zu sein und zum Beispiel mit Abstand zueinander am Tisch zu sitzen.

Haben Sie noch viel Kontakt zu Ihren alten Mannschaftskolleginnen und Freundinnen aus Schwaikheimer, Korber und Waiblinger Zeiten?

Ja, eigentlich ist er genauso eng wie früher. Wir schreiben uns ziemlich viel, telefonieren, nutzen Facetime und haben auch eine Whatsapp-Gruppe. Am meisten Kontakt habe ich zu Hanna Hojczyk, Caren Hammer, Lulu De Bellis, Vanessa Nagler, Chiara Baur, Jasmin Dirmeier und Sinah Hagen. Dass der Kontakt nicht abreißt, ist sehr wichtig für mich.

Zum Schluss noch einmal zurück zum Sportlichen. Glauben Sie, dass Ihre Premieren-Saison in der 1. Bundesliga wie geplant stattfinden kann?

Es ist wirklich komisch, das alles nicht so richtig zu wissen und ohne Sporthalle so vor sich hin zu trainieren. Ich wünsch’ mir einfach, dass es im September losgehen kann und wir spielen können, bezweifle aber, dass unbegrenzt Zuschauer in die Halle dürfen. Das wäre dann eben so – Hauptsache, man hat mal wieder einen Ball in der Hand!

Was für eine Erfolgsgeschichte: Mit dem SC Korb beziehungsweise der FSG Waiblingen/Korb stieg Lea Gruber von der Baden-Württemberg-Oberliga bis in die zweite Bundesliga auf, bei FSG und VfL Waiblingen reifte die Rückraumspielerin zur unverzichtbaren Leistungsträgerin. Und nun feiert die erst 23-Jährige mit ihrem neuen Team aus Sachsen-Anhalt den Sprung ins Oberhaus. Es ist die Erfüllung eines Traums, sagt sie im Gespräch mit Sportredakteur Mathias Schwardt.

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