70. Vierschanzentournee

Finale in Bischofshofen: Historischer Triumph für Kobayashi?

Ryoyu Kobayashi
Hat seinen vierten Sieg bei der 70. Vierschanzentournee im Visier: Ryoyu Kobayashi. Foto: Daniel Karmann/dpa © Daniel Karmann

Bischofshofen (dpa) - Bei der Vierschanzentournee der Skispringer steht das große Finale an.

Nach drei Siegen in den ersten drei Springen wäre alles andere als ein Gesamtsieg des Japaner Ryoyu Kobayashi eine große Überraschung. Zwei deutsche Skispringer haben vor dem letzten Tag des Schanzen-Spektakels noch Chancen auf das Podest. Heute findet um 14.30 Uhr auf der Paul-Außerleitner-Schanze zunächst die Qualifikation und um 17.30 Uhr dann der Wettkampf statt (ARD und Eurosport).

Der Überflieger: Kobayashi kann bei dieser Tournee etwas schaffen, was vor ihm noch niemand geschafft hat. Der 25-Jährige könnte bei der 70. Ausgabe der Tournee als erster Athlet zum zweiten Mal alle vier Springen einer Veranstaltung gewinnen. Das Kunststück von vier Siegen in Serie, das erstmals Sven Hannawald vor 20 Jahren gelang, vollbrachte Kobayashi bereits in der Saison 2018/19.

Wie damals scheint er auch in diesem Winter bei der Tournee unschlagbar zu sein. «Ich weiß wirklich selbst nicht, warum ich gerade so konstant bin», sagte er. «Ich bin einfach so gesprungen, wie ich wollte.» Zum möglichen historischen Triumph ergänzte Kobayashi: «Bis jetzt habe ich über den Grand Slam gar nicht nachgedacht, ich wollte mich nur auf meine Sprünge morgen konzentrieren und dann werden wir sehen, was passiert.»

Die deutschen Hoffnungsträger: Gemeinsam mit Kobayashi war Karl Geiger als größter Favorit in die Tournee gegangen. Der Oberstdorfer war als Gesamtweltcup-Führender beim Auftakt in seiner Heimat gestartet. Die Plätze fünf, sieben und vier in den bisherigen drei Tourneespringen reichten jedoch nicht, um Kobayashi wirklich unter Druck zu setzen. Der Japaner hat auch das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup von Geiger übernommen.

Mit umgerechnet nur gut zwei Metern Rückstand auf den drittplatzierten Norweger Halvor Egner Granerud ist der dritte Tournee-Rang und damit das Podium noch ein realistisches Ziel für den fünftplatzierten Geiger. «Weiter sortieren, weiter Vertrauen sammeln und vielleicht geht's sich aus», sagte er. «Und wenn nicht, dann ist es so.»

Spitzenreiter Kobayashi ist bereits fast 24 Meter weg. Knapp vor Geiger liegt Nationalteamkollege Markus Eisenbichler. Sticheleien im Rennen um Rang drei soll es zwischen den beiden Freunden vor dem vierten Tournessspringen aber nicht geben. «Wer von uns da vorne ist am Ende des Tages, das können wir uns ausschnicken, das ist mir eigentlich ziemlich egal», sagte Geiger.

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