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Freiburg gegen Bielefeld unter Erfolgszwang

Freiburgs Trainer Christian Streich
Freiburgs Trainer Christian Streich. Foto: Tom Weller/dpa © Tom Weller

Freiburg (dpa/lsw) - Christian Streich war ernst. Schnell dachte der Trainer des SC Freiburg nach dem 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach an die nächste Aufgabe im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Denn jetzt muss gegen Arminia Bielefeld am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel der Ausweg aus der Ergebnismisere endlich her, verlangte Streich. «Wenn wir am Samstag keine gute Leistung zeigen und gegen Bielefeld nicht gewinnen, dann gibt es richtig auf die Hörner für uns von überall», warnte der 55-Jährige.

Gegen wen, wenn nicht gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen und in der Woche darauf beim Krisenclub FC Schalke 04 soll es klappen? Streich mahnte nachdrücklich. Er hoffe, jeder seiner Spieler wisse, dass es gegen einen Abstiegskonkurrenten wie Bielefeld nur mit der gleichen Leidenschaft und dem Willen wie gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Mönchengladbach klappe. Eine verblüffende Forderung, sind doch die Breisgauer ohnehin immer auf das Kollektiv angewiesen. Und die kritische Situation, in der sie stecken, wird beim Blick auf die Tabelle augenscheinlich.

Der Vorsprung auf den Relegationsrang schrumpfte von zwei Punkten auf einen Zähler. Zwar hielt die Serie, dass der Sport-Club in der Bundesliga gegen Gladbach zuhause seit März 2002 nicht verloren hat. Der SC baute aber eben auch die Sieglos-Serie in dieser Saison auf nun neun Spiele aus. Seit 2014 gab es nicht mehr eine solch lange Strecke ohne Erfolg, damals punkteten die Badener saisonübergreifend zwölf Partien nicht dreifach.

Dass Bielefeld mit 2:1 gegen den FSV Mainz 05 gewann und das als wichtigen Impuls mitnimmt, macht die Sache keinesfalls einfacher. Mut darf aber auch der SC aus dem aufregenden Remis gegen Gladbach ziehen. Zwei Wochen nach dem miserablen 1:3 gegen Mainz zeigte sich das Team stark verbessert. «Gegen einen Champions-League-Teilnehmer können wir zufrieden sein mit der Leistung, aber mit der Punktzahl definitiv nicht», sagte Vincenzo Grifo.

Angesichts von doppelt so vielen Torschüssen (22) und etlichen hochkarätigen Chancen war die Ausbeute tatsächlich mager, der Tabellen-14. ließ beste Möglichkeiten aus. Einen «Wahnsinn» nannte es Streich, wie Stürmer Lucas Höler noch beim Stande von 0:0 zwar Torhüter Yann Sommer überwand, aber den Pfosten traf und der Abpraller von Hölers Körper über das Tor flog.

Die Freiburger hätten am Ende aber auch wieder als Verlierer vom Platz gehen können. Für die Gladbacher hätte es ebenso wenig bei den Toren von Breel Embolo (23.) und Alassane Pléa (50.) bleiben müssen. Der Auftritt mit den Treffern von Philipp Lienhart (32.) und Grifo (49./Foulelfmeter) dürfe vor dem Spiel gegen Bielefeld nun nicht zu Übermut führen, mahnte Streich: «Ich muss dafür sorgen, dass sie sich nicht blenden lassen. Ich kann ihnen ja zeigen, wann wir das letzte Mal gewonnen haben.» Das war am 19. September beim 3:2 in Stuttgart.