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Freiburg mit Vorfreude zum FC Bayern

Günter
Freiburgs Christian Günter in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Freiburg (dpa/lsw) - Einmal hat Christian Günter tatsächlich schon mit dem SC Freiburg gegen den FC Bayern gewonnen. Im Mai 2015 war das, Nils Petersen war damals der umjubelte Siegtorschütze. Günter lief auf der linken Abwehrseite auf. Seit Jahren ist er dort die Konstante. Falls nichts Unvorhersehbares mehr passiert, wird er dort auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) spielen, wenn die Breisgauer beim Rekordmeister zu Gast sind. Anders als 2015 handelt es sich diesmal um das Topspiel der Fußball-Bundesliga. Der Dritte fordert den Ersten hinaus. Der SC Freiburg zieht mit dem FC Bayern nach Punkten gleich - falls der Coup gelingt.

«Wir bringen gerade sehr, sehr gute Leistungen. Wir wollen den größtmöglichen Erfolg», sagte Freiburgs Kapitän Günter vor dem Trip nach München der Deutschen Presse-Agentur und versprühte Vorfreude.

Für gute Laune und Selbstvertrauen haben die Breisgauer allen Grund und daran hat auch der Sprinter auf der linken Abwehrseite seinen Anteil. Der SC bildet ein Novum im deutschen Profifußball und ist als einzige Elf in dieser Saison noch unbesiegt. Sogar der FC Bayern verlor bereits - in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt (1:2) und im DFB-Pokal krachend bei Borussia Mönchengladbach (0:5).

Der treue Günter, der in der frühen Jugend zum SC gewechselt war, steht sinnbildlich für den Freiburger Erfolgsweg. Er steht dafür, dass man beim Sport-Club unter Trainer Christian Streich zum Nationalspieler reifen kann. Er steht für die glänzende Defensive, die als beste der Liga in dieser Saison erst sieben Tore zuließ.

Es sei dagegen auffällig, dass die Bayern gerade mehr Gegentore kassierten als zuvor, sagte Stürmer Lucas Höler mit Blick auf die neun Gegentreffer der Münchner in ihren vergangenen drei Pflichtspielen der «Abendzeitung». Die Bayern wirken in der Tat phasenweise verwundbar. Freiburg startete so erfolgreich wie nie. Ist die Chance so groß wie nie?

So würde er das nicht ausdrücken, beschwichtigte Günter. «Das Erfolgsgeheimnis ist, dass wir abrufen, was wir die ganzen vergangenen Wochen abgerufen haben», erklärte er und spricht davon, eklig in den Zweikämpfen zu sein, läuferisch alles abzuarbeiten und die fußballerische Qualität zum Einsatz zu bringen. Der 28-Jährige muss sich gar nicht verstellen und spricht doch selbstverständlich von den Tugenden und der Demut, die Streich immer hervorhebt.

Wohin kann der Weg noch führen? «Ich sehe uns auf einem richtig guten Weg, dass wir eine sehr gute Saison spielen können», sagte Günter. «Ich sehe uns jetzt noch nicht als Champions-League-Mannschaft», schränkte der Verteidiger allerdings ein: «Ich kann nur sagen, dass die Mannschaft das Potenzial hat, dass wir auf jeden Fall im vorderen Tabellendrittel am Ende stehen können.»

Ein Coup am Samstag würde bedeuten, dass Freiburg zum ersten Mal auswärts in der Bundesliga beim FC Bayern gewinnt. Günter würde damit einen großen Schritt zu dem Ziel machen, «so lange wie möglich» vorne mitzumischen. Seit seinem Bundesliga-Debüt im Dezember 2012 gewann er aber wirklich nur dieses eine Mal 2015 gegen die Bayern. Damals standen die Münchner als Meister fest. Die Freiburger zitterten um den Klassenverbleib und hatten seit 1996 auf einen Sieg gegen den FCB warten müssen.

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