12. Spieltag

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Wout Weghorst
Hat bisher in dreizehn Pflichtspielen vier Mal getroffen: Wolfsburgs Wout Weghorst. Foto: Swen Pförtner/dpa © Swen Pförtner

Berlin (dpa) - Am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga rücken die Zuschauer in den Blickpunkt: Wie lange dürfen sie noch ins Stadion wie am Samstag beim ausverkauften Derby in Berlin? Aber auch einige Spieler verdienen besondere Beachtung.

Wout Weghorst: Der Torjäger des VfL Wolfsburg hat bislang in dreizehn Pflichtspielen viermal getroffen. Er fehlte zwar in drei Partien wegen einer Corona-Infektion, doch mit dem Wert kann der 29-Jährige nicht an die Leistungen aus der vergangenen Spielzeit anknüpfen, in der am Ende 20 Bundesliga-Tore auf seinem Konto standen. Im vergangenen Spiel gegen den FC Augsburg (1:0) war von Weghorst nach überstandener Quarantäne nicht allzu viel zu sehen gewesen. Dafür konnte Nationalspieler Lukas Nmecha (22) erneut treffen und so einen guten Eindruck bei Trainer Florian Kohfeldt hinterlassen.

Milos Pantovic: Nach seinem Traumtor «aus 170 Metern», wie der Bochumer Stadionsprecher beim 2:0-Heimsieg gegen Hoffenheim enthusiastisch verkündete, winkt Milos Pantovic wieder ein Platz in der Startelf des VfL Bochum bei der Partie in Leverkusen. Der Serbe traf bei seinem ersten Saisontreffer tatsächlich aus mehr als 60 Metern ins leere Hoffenheimer Tor und ließ sich dafür ausgiebig feiern. «Da habe ich genug Vertrauen in meinen linken Fuß», erklärte der Torschütze später. Vertrauen hat auch Trainer Thomas Reis in den beim FC Bayern München ausgebildeten ehemaligen serbischen Junioren-Nationalspieler. «Er hat sich zuletzt mit seinem Tor belohnt. Natürlich ist er eine Startelf-Option für Samstag, auch für die Außenbahn», sagte der VfL-Coach.

Joe Scally: Der US-Boy saß beim WM-Qualifikationsspiel gegen Jamaika erstmals auf der Bank des A-Nationalteams der USA. Bei Borussia Mönchengladbach hat sich der 18-Jährige einen Stammplatz erkämpft und den Ausfall von Rechtsverteidiger Stefan Lainer kompensiert. Eine Pause für den zu Jahresbeginn für 1,8 Millionen Euro verpflichten Jungprofi wird es nicht geben. «Joe ist ein junger Spieler, der momentan auch auf einer Euphoriewelle schwebt. Klar war die Reise anstrengend, doch er hat schon wieder trainiert, deswegen gehe ich davon aus, dass er in zwei Tagen so fit ist, dass er seine Leistung wieder bringen kann», sagte Trainer Adi Hütter.

Gregor Kobel: Wie es sich anfühlt, in Dortmund einen außergewöhnlichen Sieg zu feiern, wusste Gregor Kobel schon vor seinem Transfer zum BVB im vergangenen Sommer. Mit 5:1 gewann der Keeper mit dem VfB Stuttgart vor rund einem Jahr das Gastspiel der Schwaben in Dortmund. Am Samstag trifft der Schweizer nach seinem Wechsel erstmals wieder auf den früheren Verein und gilt als ein Garant dafür, dass sich ein solches Debakel nicht wiederholt. «Gregor hat schon viel von dem gezeigt, warum wir ihn geholt haben. Er ist ein sehr starker Torhüter auf der Linie, hat eine gute Ausstrahlung und eine gute Strafraumbeherrschung. Er ist jung und kann noch viele Dinge entwickeln, auch das spricht für ihn», sagte BVB-Coach Marco Rose über seine Nummer eins.

Dani Olmo: Der spanische Nationalspieler ist nach seinem Muskelfaserriss wieder topfit und könnte erstmals seit Mitte September wieder in der Startelf stehen. Unter der Woche traf der Dribbelkünstler für die Nationalmannschaft, und was Olmo drauf hat, wissen sie in Hoffenheim nur zu gut. Beim 2:0 im Juni 2020 schoss der 23-Jährige beide Tore und benötigte dafür nur 138 Sekunden. Es war sein bisher einziger Doppelpack in der Bundesliga. Mit Emil Forsberg und Christopher Nkunku versteht Olmo sich blind, so dass RB mit dem Spanier den Ausfall von Stürmer Yussuf Poulsen kompensieren könnte.

22.012: Die Fans sind es, die dieses Berlin-Derby erst so richtig zum Derby machen. 2400 Karten sind an Hertha BSC gegangen, der Rest bleibt bei Union. Und es wird auch wieder gelost, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt, selbst wenn die Ultras beider Clubs fernbleiben wollen. Ihnen missfällt die 2G-Regelung, nach der das Stadion An der Alten Försterei zum ersten Mal seit März 2020 wieder voll ausgelastet werden darf. Nur geimpfte und genesene Fans dürfen zum Spiel, Union empfiehlt zudem, sich testen zu lassen. Alkohol wird keiner ausgeschenkt, der Mund-Nasenschutz ist am Platz keine Pflicht, auch hier: Es wird empfohlen. Wie viele dem Rat folgen, wird sich zeigen.

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