Rems-Murr-Sport

Fußball im Rems-Murr-Kreis: Was folgt auf ein Jahr fast ohne Spiele?

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Solche Seznen gab es im Jahr 2020 nur selten zu sehen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Das Fußballjahr 2020 geht zu Ende. Welches Fußballjahr, eigentlich? Allzu viel hat bei den Amateuren wegen der Corona-Pandemie nicht stattgefunden. Zwischen 12 und 14 Spieltage nur wurden ausgetragen. Und die Befürchtung steht im Raum, dass zumindest im ersten Halbjahr 2021 nicht allzu viele folgen werden.

Das frühe Ende der Saison 2019/20

Am Donnerstag, 12. März 2020, beendeten der WFV und gleichzeitig oder nur wenig später alle Amateursportverbände die Saison 2019/20. Dass das bereits das Ende sein würde, wussten sie damals noch nicht, aber die Hoffnungen, dass die Corona-Pandemie schnell unter Kontrolle gebracht und der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, erfüllten sich nicht. Nichts lief mehr – außer der Klopapier-Challenge, die die Fußballteams im Internet starteten.

Es dauerte eine Weile, bis der Verband schließlich den Weg vorgab: Die Saison wurde gewertet, allerdings anhand der Quotientenregel. Die Meister stiegen auf, absteigen musste niemand.

Fast alle waren zufrieden, nur mancher Zweitplatzierte ärgerte sich über die entgangene Chance, über die Relegation eine Liga nach oben klettern zu können. Zrinski Waiblingen beispielsweise in der Kreisliga A I, obwohl die Kroaten nur Dritter waren. Über die Meister der Rems-Murr-Ligen gab es keine Diskussionen. Die Spitzenreiter führten überwiegend deutlich.

Aufgestiegen sind: SV Allmersbach (in der Bezirksliga), TV Weiler (Kreisliga A I), SG Oppenweiler (Kreisliga A II) und in den Kreisligen B SV Plüderhausen), TAHV Gaildorf, SG Weinstadt II, SG Oppenweiler II, SG Weinstadt.

Den Rems-Murr-Landesligisten konnten die Regelungen ohnehin egal sein. Sie lagen alle im Mittelfeld, am ehesten hätte sich noch der TSV Schornbach Sorgen machen müssen; wenn es denn Absteiger gegeben hätte.

Am meisten profitiert vom Abbruch haben: Der SV Fellbach, der sich wohl kaum in der Verbandsliga gehalten hätte, sowie FC Viktoria Backnang und SSV Steinach-Reichenbach II, die in den Kreisligen A völlig chancenlos waren.

Nicht profitiert hat Drittligist SG Sonnenhof Großaspach. Die Profis nahmen im Sommer den Spielbetrieb unter strikten Hygieneregeln wieder auf, die SG stieg ab. Aber wie geht’s nun weiter?

Wie lief die Saison 20/21 bisher?

Die neue Saison startete, weil es keine Absteiger gegeben hatte, mit aufgeblähten Ligen und einem verschärften Abstieg. Der immerhin sollte auf zwei Spielzeiten verteilt werden. Dennoch bedeutet das beispielsweise in der Landesliga mindestens sechs Absteiger.

Die Oberliga – mit dem souveränen Aufsteiger TSG Backnang – wollte tatsächlich eine Doppelrunde mit 21 Mannschaften über die Bühne bringen. Die wenigsten allerdings rechneten damit, dass die Saison tatsächlich komplikationslos zu Ende gespielt werden könnte.

Klugerweise hat der Verband beschlossen, dass er auch eine neuerlich abgebrochene Saison werten kann: wenn mindestens 50 Prozent der Spiele ausgetragen wurden.

So weit ließ es das Virus zumindest bisher aber nicht kommen. Schon während der Vorbereitungsphase gab es mehrere Spielausfälle, weil Spieler infiziert waren. Mannschaften (SC Korb, TSV Rudersberg) oder einzelne Spieler mussten in Quarantäne, während der Saison setzte sich das fort (TV Oeffingen, TSV Nellmersbach). Dennoch schien im Oktober noch alles mit ausgefeilten Hygienekonzepten in einigermaßen überschaubaren Bahnen zu laufen, da folgte am 29. Oktober der nächste sportliche Lockdown.

Wie geht’s weiter?

Seitdem steht alles still. Wie lange, vermag niemand zu sagen. Dass die Pause, wie ursprünglich angedacht, nur für den November gelten könnte, war von Anfang an unrealistisch gewesen. Nun steht lediglich fest: Die Pause dauert an. Die Sportler sind von den Vorgaben der Politik abhängig.

Der Verband hat sich mittlerweile mit den Ligen und Bezirken ausgetauscht, und favorisiert folgendes Vorgehen: Da es in den meisten Ligen fraglich ist, ob eine normale Doppelrunde noch durchgeführt werden kann, deutet vieles darauf hin, dass nach Abschluss der Vorrunde eine Auf- und Abstiegsrunde folgt. Die Tabelle würde dabei in zwei Hälften geteilt, wobei die Vereine ihre in der Hinrunde bereits erzielten Punkte in die Aufstiegs- bzw. Abstiegsrunde mitnehmen. „In dieser Variante“, so der WFV, „wäre sichergestellt, die Saison in einem Modus zu Ende zu führen, der einer vollständigen Runde am nächsten kommt, um so unter den gegebenen Umständen das sportlich fairste Ergebnis zu erzielen.“

Wann geht es weiter?

Das weiß niemand und hängt vom Verlauf der Pandemie ab. Eine Entscheidung „trifft der WFV-Beirat nicht vor Ende Januar“. Die Hoffnung ist, dass es im Februar weitergehen könnte. Den Vereinen soll aber mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit zugestanden werden. „Nachdem die weiteren Schritte maßgeblich von den behördlichen Vorgaben hinsichtlich der Trainings- und Spielmöglichkeiten abhängig sind, wird die Entscheidung über die Frist zur Vorbereitung kurzfristig fallen müssen“, schreibt der WFV.

Diskutiert wurde deshalb auch die Möglichkeit, die Saison über den 20. Juni 2021 hinaus zu verlängern. Diese Möglichkeit jedoch wurde verworfen, weil die Bezirke auf einer Aufstiegsrelegationsrunde bestehen.

Was zu befürchten ist

Ein Start im Februar oder gar März ist derzeit schwer vorstellbar. Die zurückliegende Saison wurde im März abgebrochen und das Ausmaß der Pandemie ist aktuell weitaus schlimmer als zu Jahresbeginn. Womöglich wird es also April, im schlimmsten Fall noch später. Und dann würde die Zeit auch schon wieder knapp, zumindest für die Auf- und Abstiegsrunden.

Den Verbandstag hat der WFV bereits verschoben. Er wird erst am 24. Juli stattfinden. Im Mittelpunkt wird dann nicht nur die Corona-Pandemie stehen. Beschlossen werden soll die Spielklassenreform, die den Bezirk Rems-Murr mit der Hälfte des Bezirks Hohenlohe vereinigen würde. Umgesetzt werden soll das 2023 – wenn das Corona-Virus hoffentlich nicht mehr den Spielplan bestimmt.

Das Fußballjahr 2020 geht zu Ende. Welches Fußballjahr, eigentlich? Allzu viel hat bei den Amateuren wegen der Corona-Pandemie nicht stattgefunden. Zwischen 12 und 14 Spieltage nur wurden ausgetragen. Und die Befürchtung steht im Raum, dass zumindest im ersten Halbjahr 2021 nicht allzu viele folgen werden.

Das frühe Ende der Saison 2019/20

Am Donnerstag, 12. März 2020, beendeten der WFV und gleichzeitig oder nur wenig später alle Amateursportverbände die Saison

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