Fußball im Rems-Murr-Kreis

Fußball TSV Althütte: Ein Fall für Peter und Philipp Hogh

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Philipp Hogh (Mitte, im Derby gegen Sechselberg) hat vor, in dieser Saison mindestens insgesamt 30 Vorlagen und Tore zu machen. Fotos: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Man kann sagen, es läuft nicht schlecht. Der TSV Althütte steht in der Fußball-Kreisliga A 2 mit 26 Punkten nach 15 Spielen auf Rang fünf gut da. Sicheres Mittelfeld. Doch es wäre nicht Peter Hogh, wenn er sich damit zufriedengeben würde.

Der Trainer ist ehrgeizig, pingelig sogar, wie sein Sohn Philipp bei einer gemeinsamen Tasse Cappuccino wie beiläufig fallenlässt. „Wenn ich schnell zufrieden wäre, würde es nie weiter vorangehen“, entgegnet Peter Hogh. Vorwärts soll es gehen, offensiv-aggressiven Fußball soll der TSV Althütte bieten. Nicht immer attraktiv, aber erfolgreich. „Ich will etwas erreichen“, sagt der 57-Jährige. Da ist er wieder, der Ehrgeiz. „Wir liefern gute Leistung ab, aber uns fehlt noch die Konstanz.“ Zu viele individuelle Fehler würden bitter bestraft.

Peter und Philipp Hogh kamen als Trainer und Co nach Althütte

Als Peter Hogh zu Beginn der Saison den Kreisligisten übernahm, kam er nicht allein. Neun Jahre lang trainierte er den TSV Miedelsbach. „Ich habe gemerkt, dass die Mannschaft neue Impulse brauchte“, sagt er. Er ging. Mit dem Aufstieg im Rücken. Mit im Gepäck: sein Sohn Philipp. 24 Jahre alt, Mittelfeldspieler, linker und rechter Fuß gleich stark, ausgebildet in der Jugend des 1. FC Normannia Schwäbisch Gmünd und heute spielender Co-Trainer. Wie auch schon in Miedelsbach. „Ich hatte Angebote von höherklassigen Vereinen“, so Philipp Hogh. Entschieden hat er sich für den TSV. Wegen einer geschäftlichen Reise in die USA verkürzte sich seine Vorbereitungszeit. „Da in einer Mannschaft im höherklassigen Fußball in die Startelf zu kommen, wäre für mich absolut schwierig geworden.“

Philipp Hogh ist einer der Torjäger in Althütte

Deshalb steht er nun mit zehn Treffern als einer der Torjäger an der Seite von Alexander Bretzler und Steffen Bauer. Und draußen an der Seite seines Papas Peter. Der hat als Trainer nun bald 25 Jahre auf dem Buckel, trainierte Adelberg, Alfdorf, die Jugend der Normannia.

Peter und Philipp Hogh, ein Duo, das nach der Hinrunde angekommen zu sein scheint. Doch wie ist es, wenn der Papa Trainer der eigenen Mannschaft ist? „Er behandelt mich nicht anders als die anderen“, sagt Philipp Hogh. „Er verlangt viel von mir.“ Seit Vater entgegnet: „Ich nehme ihn eher härter ran.“ Niemals wolle er sich nachsagen lassen, dass er Philipp bevorzuge, nur weil er sein Sohn ist. Da fährt er klare Linie.

Saisonziel erst einmal vorsichtig formuliert

Klare Linie im Fußball und als Trainertyp. Eine Aufgabe, die er begreift als eine Mischung von Kumpel- und Arschlochtyp, wie er sagt. Mit dem richtigen Maß an Strenge und Disziplin – fordern und fördern. Das Beste aus den Spielern rausholen. Dafür benötigt man Zeit. Und die gibt der Trainer sich und seiner Mannschaft – auch wenn er auf dem Papier erst einmal nur für ein Jahr unterschrieben hat. „Du weißt nie, was da kommt. Erst nach etwa einem Jahr weißt du, wie die Spieler, wie der Verein tickt“, sagt er. Deshalb lautet das Saisonziel: sicheres Mittelfeld.

„Kohlekicker bringen einem nichts“

Oben mitspielen oder gar der Aufstieg, das seien noch keine Optionen, auch wenn das Potenzial da sei. Fußballerisches Können sei vorhanden, das Mittelfeld müsse sicherer, die Taktik über 90 Minuten umgesetzt werden. „Man muss immer eine Verbesserung sehen – und die sieht man“, so Peter Hogh. Klingt das bereits nach Angriff in der nächsten Saison? Dafür wünscht sich Hogh einen breiter aufgestellten Kader: „Uns sind vier Leistungsträger ausgefallen, das ist kaum zu kompensieren.“ Wenn Verstärkung komme, könne es was werden mit dem vorderen Tabellendrittel. „Aber damit meine ich keine Kohlekicker, die bringen einem nichts.“

Zu Hause geht's oft um Fußball

Verbesserung, Training, Konzepte: Da kommt wieder Sohnemann Philipp ins Spiel. Als Co-Trainer unterstützt er seinen Trainer und Vater bei Trainingseinheiten, übernimmt, wenn der Trainer nicht da ist. „Ich finde es toll, dass ich meinen Teil zum Erfolg beitragen kann“, sagt der 24-Jährige. „Er kennt ganz andere Übungen als ich“, sagt Peter Hogh. Die kämen bei der Mannschaft gut an, oft gibt’s Lob für die gelungenen Einheiten. Am Spieltag tüftelt Team Hogh die Startelf aus, diskutiert den Gegner und die Taktik. „Zu Hause geht es sehr oft um Fußball“, verrät der Sohn und Papa widerspricht: „Also so oft auch wieder nicht.“ Philipp Hogh zuckt die Achseln und zwinkert.

Er selbst kann sich gut vorstellen, ähnliche Wege einzuschlagen wie sein Vater. Trainer sein, das könnte er sich vorstellen: „Aber jetzt ist es noch zu früh. Ich habe lange noch nicht die Erfahrung und Routine wie mein Papa“, sagt er. Und der antwortet: „Weißt du, Trainer sein ist nicht immer einfach.“ Man muss zuhören können, manchmal auch ein bisschen Psychologe sein. Man muss Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Konflikte lösen.

Seine Rolle als spielender Co-Trainer steht dem 24-jährigen Mittelfeldspieler. Er ist Bindeglied zwischen Trainerbank und Spielfeld. Mit dem Papa an der Seitenlinie und Freunden auf dem Rasen. Ehrgeiz scheint so ein Familiending zu sein, denn vorgenommen hat er sich nicht nur, guten Fußball abzuliefern, sondern mit seinen Stürmerkollegen zusammen auf insgesamt 40 Tore zu kommen. „30 Tore und Assists habe ich mir für diese Saison vorgenommen.“ Für diesen Satz erntet er den kritischen Blick des Vaters. Der hält von Wetten und Vorhaben nämlich nicht sehr viel. Philipp Hogh ergänzt: „Am Ende zählt der Mannschaftserfolg.“

Man kann sagen, es läuft nicht schlecht. Der TSV Althütte steht in der Fußball-Kreisliga A 2 mit 26 Punkten nach 15 Spielen auf Rang fünf gut da. Sicheres Mittelfeld. Doch es wäre nicht Peter Hogh, wenn er sich damit zufriedengeben würde.

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Der Trainer ist ehrgeizig, pingelig sogar, wie sein Sohn Philipp bei einer gemeinsamen Tasse Cappuccino wie beiläufig fallenlässt. „Wenn ich schnell zufrieden wäre, würde es nie weiter vorangehen“, entgegnet Peter Hogh. Vorwärts soll es

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