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Gegen Bielefeld: Hoffenheim will aus Mainz-Pleite lernen

Sebastian Hoeneß
Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß gestikuliert. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archiv © Uwe Anspach

Zuzenhausen (dpa/lsw) - Einen wie «Eisen-Ermin» Bicakcic könnte die TSG 1899 Hoffenheim zur Zeit gut gebrauchen. Doch der einsatzfreudige Abwehrspieler ist ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss noch immer nicht bereit für ein Comeback. Die «Basics», die Trainer Sebastian Hoeneß zuletzt bei seinen Profis beim 0:2 gegen den FSV Mainz 05 so vermisste, verkörpert der 31-jährige Bosnier besonders. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Bielefeld steht für die Kraichgauer in der Fußball-Bundesliga quasi ein Blaupausen-Spiel an: Auch die Arminia wird physisch mächtig dagegenhalten.

«Es ist schon ähnlich, wie sie spielen, wie sie Fußball interpretieren. Sie haben eine einfache Art zu spielen - im besten Sinne», sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Der 39-Jährige war nach dem eher peinlichen Auftritt seiner Mannschaft am vergangenen Samstag «extrem sauer». «Definitiv ein Faktor war die körperliche und mentale Frische. Um entsprechend aggressiv zu spielen, musst du da natürlich top sein», erklärte Hoeneß nach ausgiebiger Aufarbeitung des Rückschlags.

So steht Hoeneß vor seinem 50. Pflichtspiel als TSG-Coach nach vier Spieltagen weiter mit nur einem Sieg da (4:0 zum Auftakt in Augsburg) da. «Wir sind in einer Situation, dass wir bis zur nächsten Länderspiel-Pause punkten müssen, wenn wir den Anschluss halten wollen», sagte er mit Blick. Nach der Bielefeld-Partie geht es zuhause gegen den VfL Wolfsburg (25. September) und dann zum VfB Stuttgart (2. Oktober).

«Die Power auf den Platz bringen» (Hoeneß), das sollen vor allem jene Spieler, die vor der Mainz-Begegnung bei Länderspielen unterwegs waren oder nach Ausfallzeiten zurückkehren wie Christoph Baumgartner, Pavel Kaderabek, Florian Grillitsch, Diadié Samassékou oder Ihlas Bebou. «Wir müssen aus dem Spiel lernen. Es war kein guter Tag für uns. Wir müssen viele Dinge besser machen», forderte Angreifer Jacob Bruun Larsen, der gegen Mainz vor dem 0:1 patzte.

Auf Stürmer Bebou (zurück nach Corona-Erkrankung) ruhen besonders viele Hoffnungen. «Ihlas ist ein wichtiger Faktor», sagte Hoeneß. «Er hat gut trainiert und ist in Gedanken schon voll eingeplant.» Auch Kevin Akpoguma ist wieder fit, hingegen der Einsatz von Sebastian Rudy (Rückenbeschwerden) gefährdet.

Weiter verzichten muss Hoeneß auf Bicakcic. «Der Verlauf ist nicht so, wie wir uns das alle wünschen. Er ist im Aufbautraining, hat immer mal wieder kleinere Rückfälle», sagte er über den Fan-Liebling, betonte aber: «Ich bin sehr optimistisch, dass wir ihn in naher Zukunft auf dem Platz sehen, weil er ein unermüdlicher Kämpfer ist.» Bicakcic hatte sich vor einem Jahr beim 4:1 der Kraichgauer gegen den FC Bayern München einen Kreuzbandriss zugezogen.

Positiv sei der Reha-Verlauf hingegen bei Kapitän Benjamin Hübner. Hoeneß rechnet damit, dass der 32-Jährige «recht zügig» wieder auf dem Trainingsplatz steht. Wegen einer komplizierten Sprunggelenkverletzung absolvierte Hübner vergangene Saison keine einzige Partie. Er und Bicakcic bildeten vor ihren Verletzungen oft die Innenverteidigung bei den Hoffenheimern.

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