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Hannover 96 droht Rekord-Punktabzug

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Hannover. Hannover 96 droht nach einer von Clubchef Martin Kind im September vorgenommenen Satzungsänderung der höchste Punktabzug der Bundesliga-Geschichte. Die Änderung verstößt nach DFL-Ansicht gegen die 50+1-Regel. Das berichtet die Sport Bild am Mittwoch.

Der Rekord-Punktabzug würde die abstiegsgefährdeten Niedersachsen schwer treffen - und den anderen Teams im Tabellenkeller (VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Nürnberg) helfen. Aktuell steht die Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter mit nur neun Punkten aus den ersten zwölf Spielen auf dem 16. Tabellenplatz.  Hätte sich 96 mit der Satzungsänderung um die Lizenz für die laufende Saison beworben, wäre sie laut DFL verweigert worden, berichtet die Sport Bild. Entfällt die Voraussetzung zur Erteilung, sehen die Statuten den Lizenzentzug zum Saisonende vor. Die DFL will aber stattdessen einen Punkteabzug verhängen, der im wohl im zweistelligen Bereich liegen soll.

Falls die Satzungsänderung nicht nicht zurückgenommen wird, droht den 96ern im Frühjahr 2019 die Verweigerung der Lizenz für den Profibereich. Das würde für Hannover den Absturz in die vierte Liga bedeuteten. 

Verhängt werden soll die Strafe laut der Sport Bild erst nach Entscheidung des Schiedsgerichtes über die Beschwerde von Kind gegen seinen verweigerten Ausnahmeantrag von der 50+1-Regel. Mit einem Urteil wird bis spätestens Februar 2019 gerechnet.


Hintergrund: Die Satzungsänderung

Die Niedersachsen hatten im September Neuregelungen bei der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA vorgenommen und auch im Handelsregister eintragen lassen. Diese schränken nach Auffassung von Kritikern die Rechte der Hannover 96 Management GmbH, die zu hundert Prozent dem eingetragenen Verein gehört, stark ein.

Der Verein wies das in einer Stellungnahme zurück. "Die Satzung des Muttervereins wird hiervon nicht berührt – ebenso wenig die Mehrheitsverhältnisse sowie die Verteilung der Stimm- beziehungsweise Kapitalanteile", hieß es in der Mitteilung. "Die Lizenz ist nicht in Gefahr", schimpfte Kind.

Er widersprach auch der DFL-Darstellung, durch Medienberichte auf das Vorgehen aufmerksam geworden zu sein. "Wir haben die Unterlagen zeitnah der DFL zugestellt", erklärte der Unternehmer. "Wir sind gelassen und entspannt." Zudem erklärte Kind den Grund der Satzungsänderung: "Es ist eine zukunftsorientierte Entscheidung. Nach dem Abstieg hatten wir hohe Verluste, auch in diesem Jahr werden wir dramatisch hohe Verluste haben. Wir müssen die Strukturen verändern, um wieder wirtschaftlich erfolgreich zu sein."

Die Kritiker werfen Kind vor, durch die Satzungsänderung die 50+1-Regel aushebeln zu wollen. Die DFL hatte einen Antrag von Kind auf eine Ausnahmegenehmigung von der Regelung abgelehnt. Die sogenannte 50+1-Regel besagt, dass der eingetragene Verein bei ausgelagerten Kapitalgesellschaften die Mehrheit halten muss. Damit soll der Einfluss von Investoren beschränkt werden. Kind hat nach der Ablehnung durch das DFL-Präsidium das Schiedsgericht angerufen. Zudem bereitet er eine Klage vor einem ordentlichen Gericht vor. (dpa)