FC Schalke 04

Harte Zeiten für Wagner - Schneider: Indiskutabler Auftritt

Ratlos
Hatte keine Antworten auf die Angriffswellen des FC Bayern und auch kein passendes Personal: Schalke-Trainer David Wagner. Foto: Matthias Balk/dpa © Matthias Balk

Gelsenkirchen (dpa) - Schalkes Sportchef Jochen Schneider hat nach dem desolaten Saisonauftakt beim 0:8 gegen den FC Bayern München Trainer David Wagner und sein Team unter Druck gesetzt.

«Der gestrige Auftritt in München war indiskutabel, da gibt es keine zwei Meinungen. So darf sich eine Mannschaft von Schalke 04 nicht präsentieren», sagte der 50-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Im ersten Heimspiel gegen den SV Werder Bremen am nächsten Samstag müsse es besser werden. «Ich erwarte eine deutliche Leistungssteigerung, die sich auch im Ergebnis widerspiegelt», forderte der Sportvorstand des Revierclubs.

Vor den Augen des langjährigen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der auf Einladung der Bayern die Partie im Kreise der Schalker Führungscrew verfolgte, erlebte die Revier-Elf ein Debakel. Was Tönnies zu sehen bekam, war erschütternd. Linksverteidiger Bastian Oczipka sprach sogar von einer «Schande».

Man habe es den Bayern über die komplette Spielzeit viel zu einfach gemacht, monierte Schneider. «Wir waren insbesondere in puncto Aggressivität und Cleverness nicht auf dem Niveau, das es gegen die aktuell beste Mannschaft der Welt braucht. Hinzu kamen zahlreiche individuelle Fehler», befand Schalkes Sportchef.

«Das Trainer-Team um David Wagner wird die Fehler analysieren und klar ansprechen, um dann den Fokus auf das Heimspiel gegen Werder Bremen zu richten. Zuhause müssen wir - hoffentlich vor Zuschauern - die richtige Reaktion zeigen», forderte der 50-Jährige.

Dies erwartet Trainer Wagner auch. «Das war schlecht. Wir haben nicht gut gespielt, Bayern war in herausragend guter Verfassung. Wir müssen uns jetzt schütteln, diese herbe Niederlage hinnehmen und gegen Bremen die Reaktion zeigen, die wir selber von uns erwarten», sagte der Coach nach dem blamablen Auftritt. Zudem zog sich Nationalspieler Suat Serdar auch noch eine nicht näher definierte Muskelverletzung zu. Der 23-Jährige wurde am Samstag weiter untersucht.

Ob mit oder ohne Serdar - für Wagner wird es nach diesem Auftritt in den nächsten Wochen eng. Der Trainer hatte keine Antworten auf die Angriffswellen des FC Bayern und auch kein passendes Personal. Vor allem die Spieler auf den defensiven Außenbahnen waren völlig überfordert, es gab aber auch keine wesentlichen Umstellungen. «So ein Ergebnis darf nicht zustande kommen. Eine 0:8-Niederlage ist ein ganz bitterer Auftakt. Die Bayern haben uns heute die Grenzen aufgezeigt», befand Oczipka, der wie Sebastian Rudy auf der rechten Seite keinen guten Auftritt hatte.

Damit setzten die Schalker ihre schwarze Serie aus der vergangenen Saison nahtlos fort. Seit dem 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach vor acht Monaten hat der Club kein Bundesligaspiel mehr gewonnen. Wagner zeigte aber auch Zuversicht. «Ich habe Hoffnung, weil ich Vertrauen in die Qualität dieser Mannschaft habe», sagte der 48-Jährige.

Neben den Personalproblemen könnte dem Revierclub im ersten Heimspiel am Samstag auch die eigentlich erwartete Unterstützung einiger Fans von den Rängen fehlen. Dem Club droht ein Heimspiel ohne Zuschauer, da die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Gelsenkirchen massiv angestiegen ist und die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz an diesem Samstag bei 44,1 lag. Schon ab 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern sind keine Zuschauer bei Bundesligaspielen erlaubt.

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