Fitness und Gesundheit

Jeder muss seinen eigenen Weg zur Entspannung finden

Sandra_Kunzmann
Sandra Kunzmann, Referentin der AOK Ludwigsburg/Rems-Murr im Bereich Entspannung/Stressbewältigung. © Olaf Hermann

Entspannung und Meditation stärken das Immunsystem. Aber es gibt nicht die eine Technik, die jedem weiterhilft. Das hat Sandra Kunzmann, Referentin der AOK Ludwigsburg/Rems-Murr im Bereich Entspannung/Stressbewältigung, oft in ihren Kursen erlebt. Doch welche Praxis auch verfolgt wird, das Wichtigste ist immer dasselbe.

Warum ist Entspannung gut fürs Immunsystem?

Bei Stress werden Hormone ausgeschüttet, die auf das Immunsystem wirken. Bei kurzen, akuten Stressphasen werden diese Hormone (beispielsweise Cortisol und Adrenalin) genutzt, um in Leistungsbereitschaft für die zu bewältigende Aufgabe zu sein. Zeitweise wird hierdurch sogar das Immunsystem gestärkt. Wenn der Stress jedoch chronisch wird, wirkt sich dies eher negativ auf das Immunsystem aus, weil nun die Stresshormone dauerhaft erhöht sind. Regelmäßiges Entspannungstraining dient dazu, gelassener zu werden, so dass ich mich nicht zu schnell aufrege oder dass ich, wenn es dann doch geschieht, eine Entspannungsmethode anwenden kann, um den Stress bewältigen zu können, und somit mein Immunsystem positiv beeinflusse. Es geht beim Umgang mit Stress immer auch um die Frage, wie gehe ich mit der Situation um? Wie kann ich meine Gedanken und Reaktionen kontrollieren? Das gelingt mir besser, wenn ich regelmäßig entspanne oder meditiere. Wenn ich dann entspannter bin, schlafe ich auch besser, was meinem Immunsystem zusätzlich nutzt. Denn das regeneriert sich im Schlaf.

Reicht es, einfach mal die Seele baumeln zu lassen, oder sollte/muss es eine Meditation sein?

Das ist von der Person und auch der Situation abhängig. Wer mit viel Optimismus und Gelassenheit ausgestattet ist, für den reicht’s mitunter, sich mal kurz aufs Sofa zu setzen und an die Decke zu schauen. Für jemanden, der sehr stressbeladen ist, wäre es dagegen wichtig, sich konsequent und langfristig jeweils eine halbe bis ganze Stunde Zeit zu nehmen und sich nur um sich zu kümmern. Das aber kann eine berufstätige Mutter mit drei Kindern nicht machen, obwohl’s vielleicht nötig wäre. Für sie ist es besser, dreimal am Tag fünf Minuten lang alles mal sein zu lassen. Man sollte auch nicht nur die Meditation im Blick haben. Für manche ist sie - wie auch das Autogene Training - ein absoluter Graus. Die wollen sich nicht nur mit den eigenen Gedanken befassen. Die brauchen zur Entspannung Bewegung, wie beispielsweise bei der Progressiven Muskelentspannung.

Also gibt es keine Hitliste der besten Meditationsformen?

Nein. Es muss immer zu jedem Einzelnen passen. Am besten ist es, wenn man sofort merkt, das tut mir gut, das gefällt mir. Ansonsten muss man etwas anderes probieren.

Womit haben Sie die besten Erfahrungen gemacht?

Zum Beispiel mit der Atem-Achtsamkeit. Fünf Minuten sitzen und sich auf den Atem konzentrieren. Nichts bewerten, den Atem nicht verändern wollen, nur fließen lassen. Eine Hilfe wäre, dabei mitzuzählen: einatmen - ausatmen 1, einatmen - ausatmen 2 …, bis zehn und dann wieder von vorne beginnen.

Worauf sollten vor allem Meditations-Anfänger achten?

Ich halte es für schwierig, sich selbst etwas beizubringen. Man braucht unglaublich viel Disziplin, um dranzubleiben. Besser ist es deshalb, einen Kurs zu machen, ein Tagesseminar oder gar ein ganzes Wochenende. Ich würde es immer unter Anleitung machen und am besten zusammen mit anderen. Das Wichtigste aber überhaupt ist: nichts erreichen wollen, auch nicht die Entspannung. Sich vorzunehmen, ich setze mich 20 Minuten hin und danach muss es mir besser gehen, das ist zum Scheitern verurteilt. Sich überhaupt ein Ziel zu setzen ist falsch. Einfach geschehen lassen, im Hier und Jetzt sein. Dann kommt die Entspannung von allein.

Entspannung und Meditation stärken das Immunsystem. Aber es gibt nicht die eine Technik, die jedem weiterhilft. Das hat Sandra Kunzmann, Referentin der AOK Ludwigsburg/Rems-Murr im Bereich Entspannung/Stressbewältigung, oft in ihren Kursen erlebt. Doch welche Praxis auch verfolgt wird, das Wichtigste ist immer dasselbe.

Warum ist Entspannung gut fürs Immunsystem?

Bei Stress werden Hormone ausgeschüttet, die auf das Immunsystem wirken.

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