Champions League

Kein Angsthasen-Fußball: Leipzig vor Zwölf-Millionen-Spiel

RB Leipzig
Die Leipziger um Emil Forsberg (r) wollen den Schwung aus dem Bundesliga-Spitzenspiel in die Champions League mitnehmen. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa © Alexander Hassenstein

Leipzig (dpa) - Mit dem Offensivschwung aus dem Gipfeltreffen mit den Bayern geht RB Leipzig ins von Julian Nagelsmann so betitelte «Must-Win-Spiel» gegen Manchester United.

Zum Abschluss der Gruppenphase muss an diesem Dienstag (21.00 Uhr/Sky) ein Sieg gegen die Engländer her, um aus eigener Kraft erneut das Achtelfinale der Champions League zu erreichen. Dies würde dem sächsischen Fußball-Bundesligisten noch einmal 2,7 Millionen Euro bringen, der damit verbundene Sprung in die K.o.-Runde würde die Summe auf 12,3 Millionen Euro schrauben.

Für den Jackpot und das Überwintern in der Königsklasse redet Trainer Nagelsmann sein Team nach dem grandiosen 3:3 beim Rekordmeister FC Bayern München weiter stark. «Es war natürlich intensiv, aber wir jammern nicht rum und reden über Müdigkeit, sondern eher darüber, dass die Jungs Maschinen sind.» Man müsse «immer über den Schweinehund drüber, das wissen wir», sagte Nagelsmann und will trotz der 0:5-Pleite im Old Trafford nichts vom Angsthasen-Fußball wissen. «Insgesamt war es dort zu ängstlich, auch beim attackieren. Da können wir auf jeden Fall was dazu packen morgen», sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz.

Die historische Pleite im Old Trafford ist aber nicht vergessen. Es war immerhin die höchste RB-Niederlage im europäischen Wettbewerb. Dieser Stachel sitzt tief. Für Kapitän Marcel Sabitzer ist klar: «Wir sind heiß auf das Spiel», sagte der Österreicher: «Wir wollen die K.o.-Runde um jeden Preis erreichen.»

Das hofft auch RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Um den wirtschaftlichen Druck des Clubs in der anhaltenden Corona-Pandemie etwas zu reduzieren, käme der Extra-Bonus zum richtigen Zeitpunkt. Zuvor hatte der Mannschaftsrat erneut einem Gehaltsverzicht zunächst bis Jahresende zugestimmt. Das gefalle laut Mintzlaff nicht jedem, aber das Gremium setze sich «inhaltlich vernünftig mit dem Thema auseinander». Die Leipziger müssen im Kalenderjahr 2020 Mindereinnahmen von etwa 30 Millionen Euro einkalkulieren.

Wie schwer die Aufgabe gegen die Briten wird, zeigte allein das Auftreten der Red Devils zuletzt in der Premier League. Nach einem 0:1-Rückstand überrannte das Team innerhalb von 13 Minuten West Ham United und gewann noch 3:1. «Wir müssen diese Mentalität des Gewinnens immer fortsetzen», forderte Torschütze Paul Pogba, der nach seinem positiven Corona-Test in der Saisonvorbereitung wieder zu alter Stärke fand und den 1:1-Ausgleich erzielte.

Manchester absolvierte das Abschlusstraining am Montag noch auf dem eigenen Trainingsgelände. Cheftrainer Ole Gunnar Solskjær bohrte hingegen nochmal in der Leipziger Wunde: «Sie können es nicht ignorieren. Wir erinnern uns gern daran, weil wir viele Dinge richtig gemacht haben. Wir haben uns gut vorbereitet und kennen RB Leipzig gut genug, um zu wissen, dass sie unvorhersehbar sind», sagte der Norweger.

Die Aufgabe für RB in der Defensive wird nach der Gelbsperre von Abwehrchef Dayot Upamecano «nicht ganz so einfach», meinte Nagelsmann. Dennoch wäre für RB sogar noch der Gruppensieg drin - wenn Paris Saint-Germain nicht parallel gegen Istanbul Basaksehir gewinnt. Ein Remis der Sachsen würde nur reichen, wenn der türkische Meister in Paris gewinnt. Verliert Leipzig das Schlüsselspiel, dann geht es aufgrund des verlorenen Direkt-Duells mit dem französischen Meister im neuen Jahr in der Europa League weiter.

Voraussichtliche Aufstellungen:

RB Leipzig: Gulacsi - Orban, Konaté, Halstenberg - Mukiele, Sabitzer, Kampl, Angelino - Olmo, Forsberg - Poulsen

Manchester United: de Gea - Wan-Bissaka, Lindelöf, Maguire, Telles - McTominay, Matic - Mata, Fernandes, Greenwood - Rashford

Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)

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