Ringen im Rems-Murr-Kreis

Klar ist, dass nichts klar ist für den ASV Schorndorf

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Erneutes Unverständnis bei den Schorndorfer Ringern: Der Schiedsrichter betrachtete Deutsch-Norweger Felix Baldauf (in Rot) als EU-Athlet, nicht als Deutschen - und wertete den Kampf für den AC Lichtenfels, den der Schorndorfer punktemäßig eigentlich für sich entschieden hatte. © Ralph Steinemann Pressefoto

Rückschlag für den ASV Schorndorf im Kampf um den direkten Playoff-Einzug – oder doch nicht? Nach einer 12:15-Niederlage beim AC Lichtenfels deutet aktuell einiges darauf hin, dass der ASV als Vierter der Bundesliga Ost nach Weihnachten eine Ehrenrunde über die sogenannten „Boxing Days“ drehen muss, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Und dies, obwohl das Team von Coach Sedat Sevsay seinen Auswärtskampf in Lichtenfels auf der Matte mit 14:11 gewonnen hat.

Was war passiert? Kampfrichter Ingo Gleisberg zweifelte die Richtigkeit des Ringerpasses von Felix Baldauf an und betrachtete den Deutsch-Norweger als EU-Ringer statt als Deutschen. Damit wäre der ASV, bei vier erlaubten ausländischen Ringern, mit fünf EU-Athleten angetreten, weshalb der Kampfrichter Baldaufs 8:3-Sieg gegen Hannes Wagner mit vier Punkten für Lichtenfels statt zwei Zählern für Schorndorf wertete. Sedat Sevsay ist fassungslos: „Felix ist in Deutschland geboren, hat das Ringen in Deutschland erlernt und ringt seit zwei Jahren bei uns als Sportdeutscher. Es ist völlig unverständlich, wieso er diesen Status jetzt plötzlich verloren haben soll. Natürlich haben wir sofort Protest eingelegt. Der Deutsche Ringer-Bund muss den Sachverhalt nun sehr zeitnah prüfen, denn dieses Thema kann unseren weiteren Saisonverlauf wesentlich beeinflussen.“

Felix Baldauf als EU-Ringer, nicht als Deutschen eingeordnet

Der KSC Hösbach, der SC Kleinostheim und der ASV Schorndorf belegen nun punktgleich mit 18:8 Zählern die Plätze zwei bis vier in einer Tabelle, in der nur die ersten drei direkt in die Endrunde einziehen. Der Vierte dagegen muss sich seinen PlayoffPlatz gegen den Fünften der Bundesliga-Staffel West erst noch erkämpfen. Sollten die drei Teams auch nach dem letzten Kampf am nächsten Wochenende noch punktgleich sein, würde zur Bestimmung des endgültigen Tabellenrangs aus den direkten Vergleichen eine eigene kleine Dreier-Tabelle gebildet werden. Auch in dieser wären die drei Kontrahenten nach Wertungspunkten gleichauf, das schlechtere Punktverhältnis würde jedoch den ASV Schorndorf als Dritten der kleinen Tabelle und damit als Vierten der Bundesliga Ost ausweisen. Umso wichtiger ist für den ASV das Urteil, das der Deutsche Ringer-Bund nun fällen muss.

Nach der Pause startete der ASV die Aufholjagd

Dabei hätte es der ASV Schorndorf auf der Matte fast noch geschafft, trotz aller Unwägbarkeiten einen verloren geglaubten Bundesliga-Kampf zu gewinnen. Zur Halbzeit war man durch Niederlagen von Georgios Scarpello, Patrik Beck, Engin Cetin, Ruslan Kudrynets sowie durch die Baldauf-Wertung bereits mit 0:14 zurückgelegen. Doch nach der Pause startete der ASV eine Aufholjagd, die fast noch hätte gekrönt werden können.

Mit einem 12:2-Sieg gegen Daniel Sartakov brachte Akhmed Aibuev sein Team wieder zurück ins Spiel. Auch Dawid Wolny lieferte gegen Bastian Hoffmann einen Riesenkampf. Nach 3:20 Minuten mit 13:0 in Führung liegend, hätte der 71-kg-Mann noch zwei Zähler gebraucht, um die volle Punktausbeute für sein Team zu holen, doch am Ende stand statt eines Überlegenheits- nur ein 15:1-Punktsieg zu Buche.

Exauce Mukubu fügte mit einem 12:5-Sieg zwei weitere Punkte dem Konto des ASV hinzu, denen Ibrahim Ghanem mit einem Überlegenheitssieg vier weitere folgen ließ. Die Gäste hatten innerhalb der vier Kämpfe aus dem 0:14 ein 12:14 gemacht.

Jetzt lag es an Shamil Ustaev, die drohende Niederlage noch abzuwenden und den Diskussionen um Felix Baldauf ihr Gewicht zu nehmen. Der Schlussringer hätte gegen Marcel Berger mit mindestens drei Punkten Vorsprung gewinnen müssen, um ein Unentschieden zu erreichen. Am Ende entschied Berger den Kampf jedoch knapp mit 5:4 für sich und die vorläufige ASV-Niederlage war besiegelt.

Der ASV Schorndorf steht nun vor einer unruhigen Woche, geprägt von der Hoffnung auf ein vernünftiges Urteil des Deutschen Ringer-Bundes. Am kommenden Samstag gastiert dann zum Ende der Hauptrunde der SV Johannis Nürnberg in der Sporthalle Grauhalde.

Ergebnisse: 57 kg GR: Recep – Scarpello 10:6 PS (2:0). 130 kg FR: Kosciolek – Beck 4:0 SS (6:0). 61 kg FR: Durman – Cetin 8:0 PS (9:0). 98 kg GR: Wagner – Baldauf 3:8 KE (13:0). 66 kg GR: Guruli – Kudrynets 5:4 PS (14:0). 86 kg FR: Sartakov – Aibuev 2:12 PS (14:3). 71 kg FR: Hoffmann – Wolny 1:15 PS (14:6). 80 kg GR: Schwabe – Mukubu 5:12 PS (14:8). 75 kg GR: Ender – Ghanem 0:16 TÜ (14:12). 75 kg FR: Berger – Ustaev 5:4 PS (15:12).

Rückschlag für den ASV Schorndorf im Kampf um den direkten Playoff-Einzug – oder doch nicht? Nach einer 12:15-Niederlage beim AC Lichtenfels deutet aktuell einiges darauf hin, dass der ASV als Vierter der Bundesliga Ost nach Weihnachten eine Ehrenrunde über die sogenannten „Boxing Days“ drehen muss, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Und dies, obwohl das Team von Coach Sedat Sevsay seinen Auswärtskampf in Lichtenfels auf der Matte mit 14:11 gewonnen hat.

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