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Kommentar zum WM-Aus der DFB-Elf: Es ist nur noch peinlich, was ihr abliefert!

WM: Deutschland-Japan
Fußballfans schauen das WM-Spiel der DFB-Elf gegen Japan (Symbolfoto). © Alexandra Palmizi

WM 2018? Vorrunden-Aus. EM 2021? Schluss im Achtelfinale. WM 2022? Vorrunden-Aus. Das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei den letzten drei großen Turnieren ist ein Debakel. Weil der DFB seit Jahren Probleme konsequent ignoriert und eklatante Schwächen in der Mannschaft schönredet, ist das vorzeitige Aus in Katar einfach nur verdient, kommentiert unser Redakteur Simeon Kramer.

Kimmich, Goretzka, Müller: Die Führungsspieler versagen

Nach dem frühen Ausscheiden muss das Team von Trainer Hansi Flick viel Hohn und Spott einstecken. Aus gutem Grund, denn: Die Probleme, die der Deutsche Fußball-Bund und seine Nationalmannschaft haben, sind eklatant. Der DFB hat sich in dem Wüstenstaat auf allen Ebenen blamiert.

Drei Turnier-Pannen in vier Jahren? Das ist nur noch peinlich - und ein Offenbarungseid! Grund für die sportliche Talfahrt ist eine zahme und emotionslose Mannschaft, der es an echten Charakteren mangelt. Dass Jamal Musiala als jüngster Profi der Einzige ist, der sich mit aller Macht gegen das vorzeitige Ausscheiden stemmt, ist ein Armutszeugnis für angebliche Führungsspieler wie Kimmich, Goretzka oder Müller.

Die Probleme der DFB-Auswahl ziehen sich durch alle Mannschaftsteile und fangen im Sturm an: es fehlt ein echter Torjäger. Dass mit Niklas Füllkrug ein 29-Jähriger sein WM-Debüt feiern muss, weil es sonst keine Alternative gibt, ist erbärmlich für die so hochgelobte Ausbildungsarbeit des DFB. Neben zweikampfschwachen Sechsern und harmlosen Flügelspielern sind die Schwächen in der Abwehr aber am krassesten.

Kein Verteidiger (außer Antonio Rüdiger) hat auch nur ansatzweise Weltklasse-Format. Das (nicht vorhandene) Abwehrverhalten von Niklas Süle und Co. bei den beiden Gegentreffern gegen Costa Rica ist erschreckend. Doch was machen die Verantwortlichen? Anstatt die Probleme zu erkennen und anzusprechen, loben sie das Team in den Himmel.

Der DFB blamiert sich auf allen Ebenen - und muss sich grundsanieren

Auch der Verband gibt seit Jahren kein gutes Bild ab. Teammanager Oliver Bierhoff hat es geschafft, das DFB-Team zu isolieren. Die Blase, in der sich die Spieler bei Turnieren oder Länderspielen bewegen, ist fernab von jeder Realität. Der DFB hat den Bezug zur Basis verloren, weshalb sich viele Fans emotional von der deutschen Nationalmannschaft abwenden. Auch Präsident Bernd Neuendorf knickte beim Streit um die „One Love“-Armbinde vor der FIFA ein und blamierte mit seinem inkonsequenten Verhalten nicht nur Kapitän Manuel Neuer, sondern auch den gesamten DFB auf offener Weltbühne.

Der Deutsche Fußballbund muss sich grundsanieren – auf allen Ebenen. Von der Ausbildung junger Spieler über die Auswahl der Nationalspieler bis hin zur Führungsebene im Verband. Schafft er das nicht, droht den deutschen Fußballfans eine sportliche Blamage nach der anderen. Doch das eigentlich traurigste am frühen WM-Aus in Katar kam noch gar nicht zur Sprache. Die deutsche Nationalmannschaft hat endgültig ihren Nimbus verloren: Sie ist keine Turniermannschaft mehr, der Status "Unbesiegbar" ist weg. Vor der DFB-Elf braucht sich keine Fußballnation mehr zu fürchten.