Bundesliga

Lage bei Hoffenheim kurz vor Saisonschluss: «schwierig»

Fußball
Spielbälle liegen auf dem Rasen. © Swen Pförtner

Zuzenhausen (dpa/lsw) - Für das Fanfest am Samstag rund ums Stadion in Sinsheim kündigte die TSG 1899 Hoffenheim Freibier an, mit der Feierlaune wird es aber alles andere als einfach. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß ist vor der Bundesliga-Partie (15.30 Uhr/Sky) gegen Champions-League-Anwärter Bayer Leverkusen seit sieben Spielen sieglos - und die Chancen auf einen Platz im internationalen Geschäft sind nur noch theoretischer Art.

«Es gibt nur eine Marschroute und die geht Richtung drei Punkte», sagte Hoeneß bei der Pressekonferenz am Donnerstag und meinte mit Blick auf die Europa League: «Wir wissen auch, dass es rechnerisch noch möglich ist, und haben die verdammte Pflicht, alles zu tun.» Auch wenn die Ausgangslage «sehr, sehr schwierig» sei.

Als Tabellenachter liegt die TSG zwei Spieltage vor Schluss fünf Punkte hinter dem Siebten Union Berlin. Rang sechs war ursprünglich als internes Ziel ausgerufen worden. Zum Saisonfinale geht's zu Borussia Mönchengladbach - danach wird es einiges aufzuarbeiten geben im Trainingszentrum in Zuzenhausen.

Eine Bilanz wollte Hoeneß natürlich noch nicht ziehen: «Man muss eine gesamte Saison am Ende betrachten. Aktuell steht sie unter dem Eindruck, unzufrieden zu sein.» Der 39-Jährige haderte erneut mit der personellen Situation. Viele Leistungsträger wie Florian Grillitsch, Dennis Geiger und Benjamin Hüber fielen immer wieder verletzt aus. Dazu kamen zuletzt einige Gelb-Sperren.

Einen wie Fan-Liebling Ermin Bicakcic mit seinem leidenschaftlichen Fußball hätte den Hoffenheimern in dieser immer mehr enttäuschenden Saison gut getan. Doch der Innenverteidiger, dessen Vertrag zum 30. Juni ausläuft, kehrt wohl in dieser Runde nicht mehr auf den Rasen zurück: «Er ist im Training, aber ist immer noch dabei, um den Anschluss zu kämpfen», sagte Hoeneß.

Man habe die 13, 14 potenzielle Kandidaten für die erste Elf «viel zu selten auf den Platz bekommen. Das ist etwas, was wir unbedingt analysieren müssen und wo wir entsprechend Schlüsse ziehen müssen», so Hoeneß. Wie schon in seinem ersten Jahr in Hoffenheim, als auch noch Corona seine Mannschaft schwer beutelte, hatte die TSG einfach zu viele Ausfälle.

Aber auch unabhängig davon tritt der Club auf der Stelle: Seit dem 1:1 im März gegen den FC Bayern rutschte die TSG in die Krise und konnte spielerisch selten überzeugen. Gerade die Asse wie Andrej Kramaric und Christoph Baumgartner hatten in dieser Runde große Formschwankungen.

Für den 39 Jahre alten Hoeneß, dessen Vertrag noch bis 2023 läuft, ist das «extrem bitter und auch frustrierend». Den Kampfgeist lebt er auch bei der wenig hoffnungsvollen Tabellenlage vor. «Es ist noch möglich. Es sind noch zwei Mannschaften, die wir einholen können. Dafür werden wir jetzt fighten», versprach er.