Handball im Rems-Murr-Kreis

Leicht gesagt: Handball-Zweitligist Waiblingen soll befreit aufspielen

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Im Derby gegen Herrenberg schaffte es Thomas Zeitz (rechts, daneben Co-Trainer Adrian Müller) nicht, das VfL-Team wachzurütteln. Nun hofft der Trainer auf eine deutliche Leistungssteigerung in Zwickau. © Ralph Steinemann

Beim 22:26 in heimischer Halle gegen Herrenberg haben die Waiblinger Handballerinnen zum zweiten Mal in Folge enttäuscht. Das einzig Positive daran: Niemand erwartet vom VfL nun Wunderdinge in der Zweitligapartie beim Tabellenführer Zwickau. Wichtig ist aber, dass sich die Gäste nicht selbst unter Druck setzen.

BSV Sachsen Zwickau (1. Platz, 35:5 Punkte) – VfL Waiblingen (6. Platz, 20:18 Punkte; Samstag, 27. März, 17 Uhr). Eine Serie von vier Siegen nacheinander sollte das Selbstvertrauen einer Mannschaft steigern. Bei den Waiblingerinnen hat’s nicht funktioniert. „Unerklärlicherweise sind wir wieder in die alte Unsicherheit zurückgefallen“, sagt Coach Thomas Zeitz.

Er war davon ausgegangen, dass die Spielerinnen auf das 23:33 beim HSV Solingen-Gräfrath mit einem starken Auftritt im Derby gegen die SG H2Ku Herrenberg reagieren würden. Doch schnell stellte sich in der Stauferhalle Ernüchterung ein, vorne wie hinten war die Fehlerquote viel zu hoch.

Trainer Thomas Zeitz: "Uns fehlten Tempo und Durchschlagskraft"

Grundsätzlich sei es nicht außergewöhnlich, wenn der Sechste gegen den Dritten verliert, so Zeitz. „Aber so mutlos, wie wir gespielt haben, bringt einen das zum Nachdenken. Uns fehlte das Tempo und damit die Durchschlagskraft.“

Statt sich anzubieten und den Ball zu fordern, versteckten sich die Waiblingerinnen. Das machte es den Spielmacherinnen Sinah Hagen und Vanessa Nagler, die ebenfalls einen schwachen Tag erwischt hatten, noch schwerer.

Auch Sinah Hagen kann nicht immer gut spielen

Zeitz nimmt die beiden zu Recht in Schutz. Speziell Hagen, die insgesamt beste Torschützin des VfL, zeige ja eigentlich eine „sehr, sehr gute“ Runde. Daher würden sich die Mitspielerinnen wohl manchmal darauf verlassen, dass ihr schon was einfällt. „Aber Hagi ist auch erst 24.“ Und nur den Allerwenigsten gelinge es, 26 Saisonpartien auf ganz hohem Niveau zu spielen.

Was die Waiblinger Mannschaft als Ganzes angeht, sagt Zeitz das, was er schon vor der Runde herausstrich: Das Team brauche Zeit, um als gefestigte Einheit aufzutreten. Eben das sei der Unterschied zu den Herrenbergerinnen.

Auch die blieben in Waiblingen unter ihren Möglichkeiten, „haben sich davon aber nicht so runterziehen lassen wie wir und einfach ihren Stiefel runtergespielt“. Für die kommende Saison benötige der VfL deshalb ein, zwei neue Akteurinnen mit Führungsqualität.

Zwickau ist überragend besetzt

Doch zunächst muss diese Saison zu Ende gebracht werden. Sieben Spiele stehen noch auf dem Programm. Der VfL, der mittelfristig aufsteigen will, wird heuer das Ziel nicht erreichen, sich in den Kreis der Topteams einzureihen. Am Samstag, 27. März, sind die Waiblingerinnen in der Partie beim Spitzenreiter Zwickau, der nur fünf Minuspunkte hat, klarer Außenseiter.

Zeitz hält den BSV von den Einzelspielerinnen her für das beste Team der Liga. Besonders der Rückraum mit unter anderem Pia Adams, Diana Dögg Magnusdottir und Katarina Pavlovic sei erste Sahne.

Das Hinrundenspiel verlor Waiblingen nach guter Leistung mit 18:23. Stark präsentierten sich die Torhüterinnen Branka Zec (VfL) und Charley Zenner. Diesmal indes wird es das Rems-Murr-Team wohl mit Ela Szott zu tun bekommen. Sie sei noch besser und habe in den vergangenen Partien herausragend gehalten, warnt Zeitz.

Nur nicht zu früh den Schneid abkaufen lassen

Seine Mannschaft könne in Zwickau ohne Druck und befreit aufspielen. „Die Frage ist aber: Machen wir das auch?“ Lässt sich der VfL zu schnell den Schneid abkaufen, könnte es eine Schlappe geben.

Ein Fragezeichen steht erneut hinter dem Einsatz von Aaricia Smits (Rücken). Dafür kann Altina Berisha (Knie) dem Team wohl wieder helfen.

Beim 22:26 in heimischer Halle gegen Herrenberg haben die Waiblinger Handballerinnen zum zweiten Mal in Folge enttäuscht. Das einzig Positive daran: Niemand erwartet vom VfL nun Wunderdinge in der Zweitligapartie beim Tabellenführer Zwickau. Wichtig ist aber, dass sich die Gäste nicht selbst unter Druck setzen.

BSV Sachsen Zwickau (1. Platz, 35:5 Punkte) – VfL Waiblingen (6. Platz, 20:18 Punkte; Samstag, 27. März, 17 Uhr). Eine Serie von vier Siegen nacheinander

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