Champions League

Man City will ins Endspiel - Real mit Comeback-Hoffnung

Ilkay Gündogan
Ilkay Gündogan will mit Manchester City ins Finale der Champions League einziehen. © Jan Woitas

Manchester (dpa) - Die Niederlage im Champions-League-Endspiel tut Ilkay Gündogan immer noch weh. Vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) dient der verpasste Triumph in der Königsklasse als Ansporn für Manchester City und Pep Guardiola.

«Wir wollen es besser machen als im letzten Jahr», betonte Gündogan. «Wir werden also gut vorbereitet für Mittwoch sein, wir sind voller Selbstvertrauen, und es wird ein großes Spiel, da bin ich mir sicher.» Guardiola sprach von einem «gewaltigen Test».

Spektakuläres Hinspiel

Ob das Publikum im Bernabeu-Stadion erneut ein Torfestival zu sehen bekommt? Das spektakuläre Hinspiel in Manchester war ein offener Schlagabtausch und endete 4:3 (2:1). Nachdem City die Partie zunächst dominiert hatte, kam Real durch Karim Benzema zurück. «Die ganzen 90 Minuten werden nicht genauso sein», warnte Guardiola und wollte sich nicht auf eine Aufstellung festlegen. «Es gibt keine Garantie, dass dieselben Spieler genauso spielen. Ich weiß nicht, was morgen passieren wird.» Um weiterzukommen, müsse sich seine Mannschaft gegenüber dem Hinspiel verbessern, forderte der Titelsammler, dem eine internationale Trophäe mit City aber noch fehlt.

In Madrid liest und hört man dieser Tage von der «Operación Remontada», der «Operation Aufholjagd». Nach spektakulären Comebacks im Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain und im Viertelfinale gegen Chelsea sprühen Fans und Medien in Madrid vor Optimismus. Zumal sich der Rekordmeister der Primera División am Samstag durch ein 4:0 gegen Espanyol vorzeitig seinen 35. Liga-Titel sicherte.

Trotz der bevorstehenden schweren Aufgabe gegen Man City wurde am Madrider Cibeles-Platz - und laut Medien anschließend auch privat - viel gefeiert. «Die Meisterparty ist gut für die Moral», beteuerte Real-Coach und Motivationsguru Carlo Ancelotti. Bereits auf der Meisterparty im Zentrum der Hauptstadt hatte «Don Carlo» den rund 150.000 Fans energisch zugerufen: «Jetzt holen wir uns City!»

Man City mit gelungener Generalprobe

Englands Meister schoss sich am Samstag ebenfalls mit einem 4:0 in Leeds für die Königsklasse warm - und verteidigte Platz eins in der Premier League. In der Liga haben die Cityzens einen Punkt Vorsprung auf Verfolger FC Liverpool. Das Double ist möglich. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass der noch fehlende Titel in der Champions League bei Starcoach Pep Guardiola und den reichen City-Inhabern aus Abu Dhabi oberste Priorität genießt - erst recht nach dem verlorenen Finale gegen Chelsea (0:1) vor einem Jahr. Laut einer Umfrage der «Manchester Evening News» sehen es die City-Fans genauso.

Für die Königlichen ist das Duell gegen City in erster Linie eine Abrechnung mit dem ungeliebten Guardiola, der als Trainer des Erzrivalen FC Barcelona den Madrileños zwischen 2008 und 2012 eine lange Leidenszeit bescherte hatte und so zum «Feind Nummer eins» wurde. Laut «AS» ist es zudem ein Kampf «Geschichte gegen Scheckheft». Seit Guardiolas Verpflichtung 2016 hätten die Scheichs in Manchester knapp 1,1 Milliarden für Verstärkungen ausgegeben, Real im selben Zeitraum «nur» 609 Millionen, immerhin 77 Prozent weniger.

Die Statistik spricht gegen Real: Eine Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der Champions League konnte man in zuvor acht Versuchen nie wettmachen. Und dann ist da auch noch Pep: Bei neun Gastauftritten im Bernabéu verlor Guardiola nur einmal. Darauf angesprochen zeigte sich Ancelotti am Dienstag gelassen. «Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte», betonte der Italiener, der «ein schweres Match» erwartet. «Aber meine Spieler sind gut drauf. Sie sind sehr motiviert, sehr konzentriert.»

Um das Finale am 28. Mai in Paris zu erreichen und um den 14. Titel zu spielen, setzt man in Madrid vor allem auf den 34-jährigen Benzema. Der Franzose traf in den bisherigen fünf K.o.-Spielen neun Mal, zweimal gegen City.