5. Spieltag

Platz eins ist weg: Wolfsburg patzt gegen Ex-Trainer Glasner

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt
Wolfsburgs Kevin Mbabu (l) im Zweikampf mit Frankfurts Erik Durm. Foto: Swen Pförtner/dpa © Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Nach dem Schlusspfiff stand Oliver Glasner noch lange mit seinen ehemaligen Spielern auf dem Rasen. Ausgerechnet bei der Rückkehr des 47-jährigen Österreichers hat der VfL Wolfsburg den ersten Platz in der Fußball-Bundesliga eingebüßt.

Nach vier Siegen in Serie spielten die Niedersachsen nur 1:1 (0:1) gegen den neuen Glasner-Club Eintracht Frankfurt. Der deutsche Meister Bayern München zog wegen der besseren Tordifferenz in der Tabelle vorbei.

Weghorst verhindert Niederlage

Mit seinem Ausgleichstor in der 70. Minute verhinderte Wout Weghorst wenigstens die erste Saisonniederlage des VfL. Sein niederländischer Landsmann Sam Lammers (38.) hatte die Eintracht in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Am Ende war vor 9266 Zuschauern niemand zufrieden: Die «Wölfe» trauerten ihren vielen vergebenen Chancen hinterher. Und die Frankfurter warten nach fünf Bundesliga-Spielen, ihrem DFB-Pokal-Aus und dem Europa-League-Auftakt gegen Fenerbahce Istanbul immer noch auf ihren ersten Erfolg überhaupt mit Glasner.

«Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Ich sehe uns auf dem richtigen Weg», urteilte er. «Ich bin glücklich über mein Tor», sagte Lammers über seinen Bundesliga-Premierentreffer im Streamingdienst DAZN. In der ersten Halbzeit habe Frankfurt viel Druck aufgebaut auf den Gegner, das habe hätten sie in der zweiten Halbzeit nicht durchgehalten. Sein Teamkollege Danny Da Costa befand: «Ich denke, dass das Unentschieden in Ordnung geht.»

Van Bommel sieht verlorene Punkte

Ganz anders sah es Wout Weghorst. «Ich denke, dass wir die bessere Mannschaft gewesen sind. Mit so vielen Möglichkeiten denke ich, dass wir gewinnen mussten», sagte der Stürmer und haderte mit seiner Chancenverwertung: «Das rechne ich mir auch selbst an. Ein Tor ist zu wenig.» Maximilian Arnold befand: «Deswegen ist es sehr ärgerlich für uns, dass wir nur mit einem Punkt da stehen.» Für Trainer Mark van Bommel war es ein Spiel mit zwei verlorenen Punkten: «Ich denke, dass wir drei Punkte verdient hatten heute. Wir haben das Spiel bestimmt.»

Der 47-Jährige Glasner hatte den VW-Club in den vergangenen beiden Jahren mit großem sportlichen Erfolg und hohem fußballerischen Wiedererkennungswert trainiert. Nicht zuletzt wegen seiner Differenzen mit Sportchef Jörg Schmadtke verließ er die «Wölfe» jedoch und zog es sogar vor, mit der Eintracht in der Europa League statt mit dem VfL in der Champions League zu spielen.

Wolfsburg lässt zahlreiche Chancen liegen

Bei Glasners Rückkehr nach Wolfsburg sah es zunächst sogar so aus, als würde der VfL die Eintracht überrennen. Nach einer Kopfballchance von Josuha Guilavogui (4.), einem schönen Angriff über Dodi Lukebakio, Luca Waldschmidt und Kevin Mbabu (12.) sowie einem Lattentreffer von Wout Weghorst (16.) hätten die «Wölfe» schon sehr früh klar führen können. Dass sie diese Möglichkeiten nicht nutzten, rächte sich.

Denn Frankfurt wurde besser, vor allem Filip Kostic und Daichi Kamada im offensiven Mittelfeld bekam der VfL kaum unter Kontrolle. Obwohl das Spiel gegen Fenerbahce erst am Donnerstagabend stattfand, verzichtete Glasner auf Änderungen seiner Anfangsformationen. Dass sich sein Team besser einspielt, ist ihm aktuell wichtiger als die Erholungspausen für einige viel beanspruchte Spieler.

Nach vier Änderungen vor der Partie wechselte der neue Wolfsburger Trainer Mark van Bommel zu Beginn der zweiten Halbzeit auch noch den Stürmer Lukas Nmecha ein. Trotzdem zeigte sich weiter ein Problem, das schon Glasner in seiner Wolfsburger Zeit häufig beklagte: die Chancenverwertung. Weghorst vergab in der 54. Minute seine zweite Großchance. Der Belgier Lukebakio (56.) und Maximilian Arnold per Freistoß (69.) scheiterten jeweils an Frankfurts Torwart Kevin Trapp.

Eine Minute darauf war Weghorst dann zur Stelle und schoss aus spitzem Winkel zwischen zwei Gegenspielern und dem Pfosten ins Eintracht-Tor. In der Nachspielzeit wurde ein Wolfsburger Treffer wegen Abseits nicht anerkannt.

© dpa-infocom, dpa:210919-99-280591/3