12. Spieltag

Remis in Mainz: Köln vermasselt dem FSV einen Europacupplatz

FSV Mainz 05 - 1. FC Köln
Die Mainzer Aaron Martin (l.) und Jean-Paul Boetius versuchen Kölns Benno Schmitz vom Ball zu trennen. Foto: Torsten Silz/dpa © Torsten Silz

Mainz (dpa) - Der 1. FC Köln hat dem FSV Mainz 05 den Sprung auf einen Europacupplatz vermasselt. Zum Abschluss des 12. Spieltages in der Fußball-Bundesliga kamen die Rheinländer in Mainz zu einem 1:1 (0:1).

Jonathan Burkardt hatte die Gastgeber in der 41. Minute mit seinem sechsten Saisontreffer in Führung gebracht. Kurz nach der Pause markierte Salih Öczan (47.) vor 25.500 Zuschauern für die über weite Strecken besseren Kölner das verdiente 1:1.

Punkteteilung in Mainz

Wermutstropfen für das Team von Trainer Steffen Baumgart: Kölns bester Torjäger Anthony Modeste musste mit einer schmerzhaften Verletzung vom Platz und könnte in der kommenden Woche gegen Borussia Mönchengladbach ausfallen. «Ich glaube, es ist eine schwere Prellung. Es wird ein paar Tage wehtun, aber da muss er durch», sagte Baumgart im Streamingdienst DAZN.

«Den Punkt nehmen wir mit», sagte Torschütze Öczan. Die Mannschaft habe vor allem in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. Aber: «Man gewinnt ein Spiel nur durch Tore machen und das fehlt im Moment.» Ebenso unglücklich mit dem Remis waren auch die Mainzer. «Das ist eine Unzufriedenheit mit der Leistung, die wir heute gebracht haben. Wir sind nicht an unsere Grenze gekommen. Den Punkt müssen wir dann mitnehmen», meinte Torschütze Burkardt. Trainer Svensson ging mit seinem Team hart ins Gericht: «Schlechte Tage kann man haben. Aber ich fand, dass es eher an Einstellung und Haltung lag. Die Jungs wissen selber, dass es heute nicht gut genug war.»

Svensson setzte auf Kontinuität als Erfolgsrezept und ging mit der gleichen Startelf ins Spiel wie beim 1:1 vor der Länderspielpause gegen Borussia Mönchengladbach. In der ersten Halbzeit aber ging sein Plan über weite Strecken nicht auf. Der 1. FC Köln war die aktivere Mannschaft und meldete auch in der Abwehr das erfolgreiche Sturmduo Burkardt und Karim Onisiwo lange ab. Doch mit einer gelungenen Kombination düpierten die beiden die Kölner Defensive: Onisiwo hebelte mit einer Kopfballvorlage die Abwehr aus, Burkardt ließ mit einem Haken noch einen Gegenspieler aussteigen und schoss zum 1:0 ins Tor.

Bis dahin war Köln das spielbestimmende Team. Mit mutigem und dynamischem Angriffsspiel rannten die Spieler von Trainer Steffen Baumgart unablässig auf das Mainzer Tor. Doch das Dauer-Manko der Rheinländer war einmal mehr unübersehbar: die Chancenverwertung. Bis zur 20. Minute hatte allein Ondrej Duda drei Möglichkeiten. Luca Kilian (30.), der im Vergleich zum 2:2 zwei Wochen zuvor gegen den 1. FC Union Berlin Timo Hübers ersetzte, köpften nach einer Ecke knapp neben das Tor. Und auch Anthony Modeste (35.) scheiterte an Robin Zentner, nachdem er auf den Mainzer Keeper zugelaufen war.

Modeste-Ausfall droht Köln

Einen herben Rückschlag musste die Kölner dann in der 44. Minute verkraften: Modeste, mit acht Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft, musste nach einem Foul von Stefan Bell ausgewechselt werden. Der Franzose hielt sich den Rücken und wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz begleitet. Bei dem Stürmer besteht der Verdacht auf eine schwere Beckenprellung. Für ihn kam Sebastian Andersson ins Spiel. Auf Mainzer Seite hatte es zuvor schon Dominik Kohr erwischt, der wegen einer Oberschenkelblessur durch Leandro Barreiro ersetzt wurde.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit belohnten sich die Kölner dann für ihr mutiges Offensivspiel. Nach einem Freistoß von Mark Uth köpfte Öczan zum verdienten 1:1 ein. Für den Mittelfeldspieler war es das erste Tor im 74. Bundesliga-Spiel. Und die Rheinländer ließen auch danach nicht nach und setzten die Gastgeber permanent unter Druck.

Nach einem Zusammenprall von Uth und FSV-Verteidiger Alexander Hack im Mainzer Strafraum gerieten an der Seitenlinie Kölns Co-Trainer Kevin McKenna und Bo Svensson aneinander. Nach einem heftigen Wortgefecht zeigte Schiedsrichter Deniz Aytekin beiden Streithähnen die Gelbe Karte. Auch auf dem Feld überwog mit zunehmender Spielzeit der Kampf mehr und mehr die spielerischen Elemente. Torraumszenen blieben Mangelware, so dass beide Teams mit dem Remis zufrieden sein mussten.

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