Fußball im Rems-Murr-Kreis

Abteilungsleiter Steffen Klauss: Alles im grünen Bereich beim TSV Althütte

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Dass er mit dem Aufsitzrasenmäher nicht weit kommt, hat er anfangs schnell bemerkt. Heute ist Steffen Klauss gut ausgerüstet. Viele Gerätschaften hat der Verein aus der eigenen Kasse bezahlt. © Gabriel Habermann
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Steffen Klauss (links) und Alexander Bretzler stecken viel Zeit und Leidenschaft in ihre Spielwiese, den perfekten Rasen. © Gabriel Habermann

Saftig grün liegt er da. 30 Millimeter hoch aus der Erde ragt ein Halm neben dem anderen. Ein grüner Teppich, zum Fußballspielen gemacht. Steffen Klauss blickt zufrieden auf den erst am Wochenende vertikutierten Rasen des TSV Althütte. In einer Woche sei er perfekt, sagt der Abteilungsleiter.

Der 35-Jährige nahm die Arbeit auf dem Naturrasen vor etwa vier Jahren selbst in die Hand. Dass er mit dem Aufsitzrasenmäher nicht weit kommt, merkte er schnell. Seitdem hat er einige Anschaffungen gemacht, um den Platz zu dem zu machen, was er heute ist: der beste der Kreisliga A und weit darüber hinaus.

Vielleicht Relegationsspiele in Althütte?

Viel Lob bekomme er auch von den Gegnern, die sonntags hier gegen den TSV an den Ball treten. Für die Relegationsspiele hat sich Althütte auch beworben und hofft, einen Kracher an Land zu ziehen.

Das wäre Lohn für die Arbeit, die vielen Stunden, die Klauss da reinsteckt. Und das sind nicht nur die locker 35 Stunden pro Monat, die der Rasen an aktiver Pflege braucht. Unterstützung bekommt er von Alexander Bretzler. Was allein einen Tag dauert, geht zu zweit einfach besser und schneller.

Klauss kennt sich aus. Wann ist was zu tun, was braucht das Gras, was der Boden, wie wird gedüngt, wie bewässert und was kann man noch besser machen? „Ich habe mich auf verschiedenen Seiten im Internet dazu eingelesen“, sagt er bescheiden. Beim Erzählen merkt man, wie ausgefeilt sein Netzwerk ist, woher die Tipps und Tricks kommen. „Am Anfang habe ich viel zu stark bewässert“, gibt er zu. Das Gras brauchte gar keine tiefen Wurzeln zu treiben, beim Grätschen hinterließen die Fußballspieler tiefe Furchen.

Nach dem Winter wird der Rasen fußballtauglich gemacht

Heute weiß er es besser. Seine Arbeit beginnt meistens im März, wenn der Winter vorbei ist. Der Rasen bekommt seinen Frühjahrsdünger, wird vom Rasenfilz befreit, wird abgekehrt, es wird nachgesät, beim Aerifizieren wird der Boden belüftet, es wird gesandet mit 50.000 Tonnen Quarzsand von der Firma Pfeil quasi nebenan. Sand speichert Wasser und Nährstoffe, verhindert, dass der Boden verhärtet.

Allein zwei Dinge passieren auf dem Althüttener Rasen nicht von Hand: Bewässert wird der Rasen automatisch per Zeitschaltuhr. Und fürs Mähen hat Klauss die Hilfe des Mähroboters, der jede Nacht auf dem Platz unterwegs ist.

Materialkosten schießen durch die Decke

Doch warum macht der Abteilungsleiter das alles selbst? Früher habe der Bauhof sich um den Rasen gekümmert, wie es in den meisten Kommunen gang und gäbe ist. Der 35-Jährige wollte es besser und nahm sich der Aufgabe an. Und erklärt: „Eine Fremdvergabe würde rund 40.000 Euro kosten. Für die gleiche Pflege, die ich jetzt ehrenamtlich mache.“ Zu kämpfen hat der Abteilungsleiter momentan mit den explodierenden Kosten für Benzin, Saat oder Dünger: „Ich komme mit den anfangs kalkulierten 10.000 Euro lange nicht mehr hin.“ Und das, obwohl sich durch die richtige Rasenpflege auch einiges an Geld einsparen lässt, weiß er. Beim Thema Finanzen übernimmt der TSV zwar viel aus eigener Tasche, viele der Gerätschaften hat der Verein aus der Vereinskasse bezahlt. „Das meiste habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen ergattert.“ Trotzdem ist der Verein auf die Unterstützung der Gemeindeverwaltung angewiesen.

Grätschen trotzdem erlaubt

Vielen sei nicht bewusst, was für ein Schatz dieser Fußballplatz ist. Denn wenn man Klauss fragt, was einen perfekten Rasen ausmacht, sagt er: „Er muss natürlich unkrautfrei sein, darf keine Verdichtungen haben, trotzdem sollte das Gras dicht sein und der Boden nicht zu hart.“ All das ist in Althütte der Fall.

Blutet einem da nicht das Herz, wenn sonntags auf dem Rasen gespielt wird, in dessen Perfektion man so viel Zeit und Herzblut steckt? „Na ja“, sagt Klauss und Alexander Bretzler grinst nur. Ein Spiel, sagt Klauss, sei eigentlich gut für den Platz. Mit den Stollen an den Schuhen bekomme der Rasen gleich eine Belüftung mit. Doch nicht jedes Training, wie beispielsweise Sprints auf den immer gleichen Bahnen, sehe er gern. „Da gibt's den Kunstrasen für. Aber das verstehen Trainer und Spieler dann auch“, sagt er mit einem Lächeln.

Doch wie ist es für Klauss, wenn er dann auf andere Sportplätze kommt? Auch da gibt's wieder ein verschmitztes Grinsen von Bretzler. „Er schaut schon ganz genau hin.“

Saftig grün liegt er da. 30 Millimeter hoch aus der Erde ragt ein Halm neben dem anderen. Ein grüner Teppich, zum Fußballspielen gemacht. Steffen Klauss blickt zufrieden auf den erst am Wochenende vertikutierten Rasen des TSV Althütte. In einer Woche sei er perfekt, sagt der Abteilungsleiter.

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Der 35-Jährige nahm die Arbeit auf dem Naturrasen vor etwa vier Jahren selbst in die Hand. Dass er mit dem Aufsitzrasenmäher nicht weit kommt, merkte er schnell. Seitdem hat er einige

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