Rems-Murr-Sport

Babyturnen beim VfL Waiblingen

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Fliegen macht Spaß! © Ramona Adolf

Sie können noch nicht laufen, aber bereits turnen. Vier Mädchen und ein Junge krabbeln, rutschen, robben in der Gymnastikhalle des VfL Waiblingen. Keine Supertalente, die bereits jetzt die Olympischen Spiele 2036 im Blick haben. Die Kleinen genießen lediglich – zusammen mit ihren Müttern – das Angebot Babyturnen.

Video: Turnen für die Kleinsten beim VfL Waiblingen.

Leni, zum Beispiel, liegt in der Nestschaukel, strahlt und strampelt vor lauter Begeisterung mit den Beinen, während die Mutter sie sanft in Bewegung versetzt. Oder Nela. Sie sitzt auf der Weichbodenmatte, schüttelt zwei Rasseln und kann gar nicht genug davon bekommen. Cleo lässt sich derweil von ihrer Mutter in einem umgedrehten Sprungkasten sitzend durch die Halle ziehen. Und Elisa traut sich an der Hand der Mama auf die kleine Rutsche, flutscht aber ein bisschen zu schnell wieder hinunter. Der Schreck jedoch ist schnell verdaut. Zu viel gibt es zu sehen, zu entdecken, auszuprobieren.

Bewegungslandschaft animiert die Kinder

45 Minuten hat Stephie Eckert, die das Babyturnen leitet, allein in den Aufbau mit Matten, Reifen, Wippen und kleinen Spielzeugen investiert. Die Bewegungslandschaft soll die Kleinen zur Bewegung anregen. Eine bunte Kiste zum Beispiel. „Die hat uns Hausmeisterin Ute Gabriel gebaut“, sagt Stephie Eckert. Leni hat sie entdeckt. Sie weiß, sobald sie sich hochgezogen hat, kann sie aus einer Öffnung Kleinspielzeuge fischen. Oder Bälle in ein Loch stecken, die prompt an anderer Stelle wieder herausplumpsen.

Elisa interessiert dagegen all das nicht. Sie hat eine knallbunte Motorikschleife auf der gegenüberliegenden Seite der Halle entdeckt. Schon ist sie unterwegs; robbend, das Ziel fest im Blick.

Die eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennenlernen

Genau so soll es sein. Stephie Eckert bietet Bewegungsmöglichkeiten an, die Kinder haben die Wahl. „Das ist ein freies Ausprobieren.“ Dabei lernen sie „ihren eigenen Körper, ihre Fähigkeiten und ihre Grenzen kennen“. Und dazu noch den Umgang mit anderen Kindern, und als Letztes schließlich auch noch, sich selbst in einem für sie riesigen Raum zu orientieren.

Sicheres Umfeld

Aber: Ist es mittlerweile – in einer Zeit mit immer weniger Bewegungsmöglichkeiten – wirklich schon nötig, mit acht, neun Monaten in der Turnhalle aktiv zu sein? Nein, sagt Stephie Eckert. „Ich glaube nicht, dass sich Kinder anders entwickeln, wenn sie den Kurs nicht besuchen.“ Kinder suchten sich auch zu Hause Bewegungsmöglichkeiten, um Schritt für Schritt die Welt zu erobern. Sie krabbeln durch die Wohnung, nutzen Stühle, Sofa, Schubladengriffe, um sich daran hochzuziehen. Allerdings sind die Möglichkeiten in Wohnzimmer, Küche, Kinderzimmer beschränkt. Und wer weiß schon, was passiert, wenn der Kleine die Tischdecke packt, um in die Aufrechte zu kommen. „Beim Babyturnen können sich die Kinder in einem sicheren Umfeld entwickeln.“

Die Übungsstunde bietet Sicherheit. Das beginnt mit der Eröffnung. Ein Ritual, immer gleich oder zumindest ähnlich. Jedes Kind (beziehungsweise die Mutter) wünscht sich eine Bewegung, die alle gemeinsam ausführen. „Wir strampeln für die Cleo, guten Tag“, singen sie dazu. Die Mütter haben ihr Baby auf dem Arm, Stephie Eckert behilft sich mit einer Puppe.

Kinder müssen noch nicht krabbeln können

Sie selbst ist durch ihre Tochter Marlene zum Babyturnen gekommen. Und weil sie im VfL festangestellte Sportlehrerin ist, hat sie das Angebot auch hier installiert. „Es ist gedacht für Kinder, die in die Fortbewegung kommen. Sie müssen noch nicht krabbeln können, sie können auch robben.“ Sechs Monate alt sollten sie also mindestens sein.

In dieser Gruppe bleiben sie, bis sie sicher auf ihren Beinen vorankommen. Dann wartet die nächste Stufe – das Zwergenturnen für Kinder bis zu 2,5 Jahren – mit neuen Herausforderungen.