Fitness und Gesundheit

Bewegung macht Kinder gesünder, klüger und glücklicher

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Bewegung macht Spaß, gesünder und glücklicher – dazu reicht schon ein Spielplatz. © pixabay

Rennen, Rad fahren, hüpfen – Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der gefördert werden muss. Bewegung macht schlau, verbessert die Laune und sorgt für ein gesundes Körpergefühl. Und doch gibt es immer mehr Kinder, die schon mit einem einfachen Purzelbaum Probleme haben oder deutlich zu viele Kilos mit sich herumschleppen müssen.

Kinder wollen rennen, hüpfen, toben. Das ist gut so, denn Kinder, die oft körperlich aktiv sind, sind nicht nur fitter, sondern haben auch bessere koordinative Fähigkeiten. In der Regel sind sie auch die besseren Schüler. Denn körperliche Aktivität in der Kindheit trägt dazu bei, die Datenautobahnen im Gehirn zu vergrößern. Durch viel Bewegung wird die Durchblutung im ganzen Körper gefördert, und so bekommt auch das Gehirn mehr Sauerstoff. Gleichzeitig werden Gehirnzellen angeregt, sich zu vermehren und sich über Synapsen miteinander zu verbinden. Und ein stärker vernetztes Gehirn kann auch Informationen besser verarbeiten.

Ein gesundes Körpergefühl hält meist ein Leben lang

Bewegung macht aber nicht nur schlau, sie trägt außerdem dazu bei, die Laune zu heben und Stress abzubauen - die Kinder sind ausgeglichener. „Wenn Kinder früh ein gesundes Körpergefühl entwickeln, hält dies meist ein Leben lang. Zwei Stunden Bewegung am Tag sind das Minimum“, betont Isabel Ebinger, Präventionsexpertin bei der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.

Dennoch gibt es immer mehr Kinder, die Probleme haben, rückwärtszulaufen oder einen Purzelbaum zu schlagen. „Einige sitzen lieber vor dem Fernseher oder dem Computer, als sich aufs Rad zu schwingen, zu turnen, Ball zu spielen oder zu schwimmen“, so Ebinger.

Die Folgen sind beunruhigend. Unter anderem leiden zunehmend mehr Kinder unter Adipositas. Daten der AOK zeigen, dass sich im Jahr 2019 im Rems-Murr-Kreis 515 bei der AOK versicherte Kinder deshalb in ambulanter oder stationärer Behandlung befanden.

Gemeinsame Mahlzeiten

Der Anteil der Betroffenen im Kreis ist zwischen 2015 und 2019 durchschnittlich um 13,4 Prozent pro Jahr gestiegen. Dieser Wert liegt deutlich über dem Landesschnitt mit einer mittleren jährlichen Steigerung von 1,6 Prozent. „Starkes Übergewicht tritt meist in Verbindung von wenig Bewegung und ungünstigen Ernährungsgewohnheiten auf“, sagt Isabel Ebinger. Sie empfiehlt, in der Familie täglich gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Dazu zählen täglich etwa drei handgroße Portionen Gemüse, zwei Portionen Obst, Vollkorn- und Milchprodukte sowie ein- bis zweimal pro Woche Hülsenfrüchte, Fisch und Fleisch. Wer sich dazu genauer informieren will, findet dazu unter anderem bei der AOK kompetente Ansprechpartner und kann sich zur individuellen Ernährungssituation beraten lassen.

Die AOK-Familienstudie aus dem Jahr 2018 zeigt, dass einige Eltern ihrer Vorbildfunktion – gerade was Bewegung angeht – nicht ausreichend nachkommen. Für ein Drittel der befragten Väter und Mütter gehört körperliche Aktivität in der Freizeit nicht dazu. Dabei haben Kinder in Familien mit positiver Einstellung zu Bewegung seltener körperliche und psychische Beschwerden, sind etwas seltener gereizt oder launisch und haben weniger häufig Probleme beim Einschlafen.

Auch ein Waldspaziergang hilft

Durch den pandemiebedingten Lockdown und die dadurch fehlenden Sportangebote in der Schule oder in Vereinen hat sich die Situation vermutlich noch verschärft. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zu den Folgen des Lockdowns für Familien, im Februar in Auftrag gegeben von der AOK Baden-Württemberg. Von den 526 befragten Eltern gaben 73 Prozent an, dass sich ihr Kind weniger bewegt als vor Corona.

Da Bewegung jedoch so wichtig ist, damit Kinder gesund und selbstbewusst aufwachsen, empfiehlt Isabel Ebinger Eltern, dafür zu sorgen, dass Kinder einen möglichst bewegten Alltag haben. Also statt mit dem Auto zu fahren, lieber zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen und die Kinder häufiger im Freien spielen lassen. Ideal ist es, wenn Kinder in der Familie möglichst oft positive Erlebnisse mit Bewegung und Sport machen, beispielsweise bei einer gemeinsamen Fahrradtour oder einem inspirierenden Waldspaziergang. Insbesondere Bewegung an der frischen Luft ist für Kinder wertvoll und wichtig.

Den Kopf frei bekommen mit Sport

„Nach der Schule oder dem Home-Schooling sollte erst mal Abstand vom Lernen gewonnen werden“, sagt Isabel Ebinger. Langes Sitzen wie beispielsweise im Unterricht oder während der Hausaufgaben unterstütze weder das Denken noch sorge es für gute Laune oder eine motivierende Grundstimmung. „Statt vor dem PC zu sitzen oder zu Smartphone oder Videokonsole zu greifen, sollten Kinder sich bewegen und das tun, was auch jetzt während des Lockdowns erlaubt ist – zum Beispiel eine Runde mit den Rollschuhen oder auf dem Skateboard drehen“, so Ebinger.

Jede sportlich aktiv gestaltete Auszeit hilft, den Kopf schneller wieder freizubekommen. Bereits nach rund einer halben Stunde konzentriertem Lernen ist eine zehnminütige Bewegungseinheit ratsam. Sich kurz austoben, ein paar Klimmzüge einlegen, auf der Matratze toben oder zum Lieblingslied eine Runde abtanzen - was auch immer es sein mag, eine kurze aktive Pause verleiht neuen Schwung und bringt mehr Bewegung in den Alltag.

Rennen, Rad fahren, hüpfen – Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der gefördert werden muss. Bewegung macht schlau, verbessert die Laune und sorgt für ein gesundes Körpergefühl. Und doch gibt es immer mehr Kinder, die schon mit einem einfachen Purzelbaum Probleme haben oder deutlich zu viele Kilos mit sich herumschleppen müssen.

Kinder wollen rennen, hüpfen, toben. Das ist gut so, denn Kinder, die oft körperlich aktiv sind, sind nicht nur fitter, sondern haben auch bessere

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