Fußball im Rems-Murr-Kreis

Bezirksliga-Start steht vor der Tür: Die Liga, die Mannschaften, die Favoriten

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Jannis Scholz (oben) und der SV Unterweissach nahmen im Testspiel gegen Torhüter Benedikt Neher und Daniel Werner vom FC Welzheim (links) einen 3:1-Erfolg mit. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Tim Kopp (links) will’s dieses Jahr mit der SG Schorndorf wissen. Das Testduell gegen die TSG Buhlbronn (hier Manuel Dittrich am Ball) gewann die SG deutlich mit 7:0. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Im Testspiel gewann Sven Wahl (rechts) mit dem TSV Nellmersbach gegen Timo Schanbacher (Mitte), Ercan Sarikaya (links) und Pascalis Ioannidis (hinten) mit 4:0 gegen den KTSV Hößlinswart. © Ralph Steinemann Pressefoto

Am kommenden Wochenende startet die Bezirksliga in ihre Saison 2022/23. Den Auftakt machen bereits am Samstagabend, 18 Uhr, die SG Schorndorf und Neuling TSV Rudersberg. Die weiteren Spiele finden am Sonntag statt. Dann fighten die 16 Mannschaften an 30 Spieltagen um Sieg, Niederlage, Meisterschaft und Klassenerhalt. Denn vier Absteiger soll’s in dieser Saison geben.

Wer ist neu dabei, wer hat Chancen auf den Aufstieg und wer könnte für eine Überraschung sorgen?

Die Aufsteiger

Drei Teams aus den beiden Kreisligen A 1 und A 2 haben im Sommer 2022 den Sprung in die nächsthöhere Liga geschafft. Zwei Teams sind mit Rang eins in ihrer jeweiligen Liga direkt aufgestiegen, ein Team hat sich durch zwei Relegationsrunden gekämpft, um nun in der aktuellen Saison der Bezirksliga mitmischen zu können.

Die SG Weinstadt feierte in der Kreisliga A 1 die Meisterschaft und schnappte der Landesliga-Vertretung des SV Breuningsweiler den Titel am letzten Spieltag vor der Nase weg. Trainer Stefan Sonn gab zu, dass sein Team mit diesem Erfolg wohl alle überrascht hat: „Wir sind, glaube ich, die jüngste Mannschaft der Liga. Es gab andere Favoriten. Unser Ziel war es, nicht auf die Abstiegsränge zu kommen.“ Dass es nun nicht ganz einfach werden wird, mahnt Sonn: „Ganz ehrlich, die Bezirksliga nächstes Jahr ist die Champions League, mit den Absteigern Schornbach, Schwaikheim und hinzu kommt die SG Schorndorf, die aufrüstet, als gäbe es kein Morgen. Remshalden, Nellmersbach, Waiblingen sind gefährliche Mannschaften.“ Unterstützung bringen Valon Selimi, der bereits mit Türkspor Stuttgart und der SG Schorndorf Ligaerfahrung gesammelt hat, und Burak Yalman. Der Angreifer kommt von Landesligist TV Oeffingen.

Ebenfalls ohne Schnörkel aufzusteigen, gelang der SPVGG Kleinaspach . Eine Zitterpartie, die bis zum letzten Spieltag offen war, lieferten sich die ersten vier Mannschaften der Liga. Das große Rechnen, Hoffen und Bangen begann. Im großen Endspiel um die Meisterschaft fegte Kleinaspach den bisherigen Tabellenführer FSV Weiler zum Stein mit 4:1 vom Platz und ließ so TSV Rudersberg, SV Allmersbach II und vor allem Weiler hinter sich. Kleinaspach verstärkte sich in der Vorbereitung mit Spielern aus der eigenen Jugend und bekommt mit Mittelfeldspieler David Heeb vom VfR Murrhardt einen mit Ligaerfahrung.

Der TSV Rudersberg ließ sich von diesem Hindernis nicht aufhalten und zündete die nächste Stufe: Relegation. Dann eben so. Zuerst wurde der Gegner aus der Kreisliga A 1, der SV Breuningsweiler II, aus dem Rennen gekegelt (3:2) und dann musste der VfR Murrhardt dran glauben. Die Murrhardter hatten mit der 2:3-Niederlage die Bezirksliga zu verlassen, Rudersberg wird nun den Platz der Murrhardter einnehmen. Ahmed Akca (VfL Winterbach) und Marko Janzekovic (SV Steinbach), beide von Bezirksligisten, verstärken die Rudersberger Mannschaft.

Die Absteiger

Was war das für eine Zitterpartie. In der vergangenen Fußball-Landesliga ging es nicht nur heiß, sondern auch ganz schön eng zu. Jeder Sieg war Gold wert. Am Ende traten acht Mannschaften den Gang in die Bezirksliga an. Mit dabei der TSV Schornbach und der TSV Schwaikheim.

Nach sechs Jahren in der Landesliga war für die Mannschaft von Spielertrainer Marius Jurczyk, den TSV Schornbach, auf Rang 15 Schluss. Die letzten Kräfte fehlten, auch wenn’s gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall immerhin einen Punkt gab, das Kellerduell gegen Schwaikheim verlor sie mit 0:2.

Aber auch den Schwaikheimern reichte es nicht. Sie starteten zwar eine Aufholjagd mit sechs Siegen in Folge. Doch diesen Schalter haben die Schwaikheimer zu spät umgelegt. Leonberg/Eltingen verteidigte mit einem Sieg den Relegationsplatz und der 3:0-Erfolg über Kaisersbach brachte den Schwaikheimern am Ende nicht den gewünschten Erfolg, noch eine zweite Chance in der Relegation zu bekommen. Schwaikheim stand einen Punkt hinter Leonberg und zwei vom rettenden Ufer und dem Ligaverbleib entfernt.

Während Schornbach in Sachen Trainer weiter auf Jurczyk setzt, wird Nicola Spina in Schwaikheim übernehmen. Der 41-Jährige kennt die Liga gut, er führte den VfL Winterbach sicher durch die Jahre.

Die Favoriten

Zwei Teams haben schon vor Beginn der Bezirksligasaison den Favoritenstatus. Neben den Absteigern aus der höheren Liga, die immer gefährlich werden könnten, gehören der FSV Waiblingen und die SG Schorndorf sicher zu den Aufstiegskandidaten. Warum? Für den FSV Waiblingen lief es lange gut, viele Wochen stand das Team von Giuseppe Catizone an der Spitze der Bezirksligatabelle. Und ließ sich vergangene Saison so kurz vor Schluss die Meisterschaft nehmen. Nur ein Team hatte dem FSV gefährlich werden können und die SG Oppenweiler-Strümpfelbach war am Ende die erfolgreichere Mannschaft. In der Relegation lief es für die Waiblinger dann nicht wie erhofft. Das Aus nach der ersten Runde.

Verstärkung aus der Verbandsliga

Damit es dieses Jahr klappt mit dem Aufstiegserfolg, haben sich die Waiblinger nicht nur mit Spielern aus der eigenen Jugend verstärkt. Neu hinzugekommen ist Carmine Pescione, der von Salamander Kornwestheim zum FSV stößt. Er sammelte dort und in Weilimdorf Erfahrung in der Landesliga, für Calcio Leinfelden-Echterdingen machte der Stürmer 15 Verbandsligaspiele. Aus der Verbandsligaelf kommen mit Benito Baez Ayala (Abwehr) und Jens Strohm (Mittelfeld) zwei weitere erfahrene Spieler. Luther Brice Adem Labem aus der Zweiten des SVF verstärkt Waiblingen auf der Torhüterposition.

Groß aufgefahren und nicht gespart an hochklassigen Spielern hat in der Pause auch die SG Schorndorf. Koray Yildiz und Marvin Zimmermann kommen ebenfalls vom Verbandsligateam des SV Fellbach nach Schorndorf. Die Liste der Angreifer für diese Saison liest sich wie eine frühere Liste der SG Sonnenhof Großaspach: Sokol Kacani, Steven Lewerenz und Mathias Morys sollen für die nötigen Treffer sorgen. Kacani und Morys haben das in der vergangenen Saison auch gemacht. 83 Treffer standen nach 30 Spielen auf dem Zettel. Nun sollen’s noch mehr werden: „Wenn wir nächstes Jahr nicht aufsteigen, dann weiß ich auch nicht“, sagte Spielertrainer Sokol Kacani schmunzelnd nach dem Ende der vergangenen Runde.

Die Liga

Gleich viele Tore geschossen wie die SG Schorndorf hat in der vergangenen Saison der SC Korb. Nur gab’s eben auch 74 Gegentore zu verdauen. Am Ende hieß das mit 41 Toren Platz neun und ein sicherer Platz im Tabellenmittel. Michael Kienzle wird sein zweites Jahr an der Korber Seitenlinie bestreiten. Ihn auch dieses Jahr wieder unterstützen wird Co-Spielertrainer Fabian Dietz.

Der SSV Steinach-Reichenbach hatte mit gleich elf Abgängen zu kämpfen. Neu zu den Aktiven kamen einige Spieler aus der eigenen Jugend. Prominentester Zugang ist Daniel Glück. Der Mittelfeldmann kommt vom 1. FC Normannia Gmünd, wo er lange Zeit Stammspieler im Verbandsligateam war. Der 32-Jährige wird den SSV nicht nur auf dem Platz, sondern auch das Trainerteam unterstützen. Er komplettiert als spielender Co-Trainer auch das Team von Trainer Patrick Haaf und Oliver Holm. Mit dieser Mannschaft soll dem SSV in dieser Saison der Klassenerhalt gelingen. Ein Blick auf die Vorbereitung gibt da noch wenig Aufschluss. Die war nämlich geprägt von Höhen und Tiefen und die Ergebnisse durchwachsen.

Bei der U 23 des Verbandsligisten, SV Fellbach, stehen sieben Abgänge drei Zugängen gegenüber. Keine leichte Aufgabe, die da auf Trainer Saban Erdogmus zukommen wird. Zu seinen Zielen in der Saison zählt vor allem die Entwicklung der jungen Spieler. Die vergangene Runde schlossen sie mit 54 Punkten immerhin auf Rang fünf ab.

Ein neues Trainerteam wird die SV Remshalden durch die anstehende Saison führen: Jan Singer und Davide di Giovanni bilden das neue Trainerduo. Und die zwei können auf reichlich frische Kräfte zählen. Unter den Neuzugängen sind mehrere Spieler, die sich in der Bezirksliga wohlfühlen. Da wären Torhüter Tom Heermann aus Winterbach und Abwehrspieler Philipp Hörterich (SV Fellbach II). Besonders in die Offensive hat die SVR investiert: Mit Jannik Berger (MTV Ludwigsburg), Lars Linsenmaier (TSV Leutenbach) und Alexander Schetter (TV Stetten) kommen gleich drei Angreifer. Letzterer schoss vergangene Saison 18 Tore in 15 Spielen und lieferte 15-mal erfolgreiche Vorarbeit.

Der SV Steinbach hat sich einiges an Unterstützung an neuen Spielern geholt: Unterstützung gibt’s aus der U 19 der TSG Backnang, Ibrahim Yildiz und Robin Toptanci kommen vom TSV Leutenbach, Luca Squillacioti vom VfR Birkmannsweiler. Von der Bezirksligakonkurrenz kommen Tobias Hochrein (VfR Murrhardt), Arbenit Kryeziu (Großer Alexander Backnang) und Mohamed Zidane Kaba (SG Oppenweiler-Strümpfelbach). Erfahrung aus der Landesliga bringt Jens Wörner mit.

Auf Platz sechs schloss der TSV Nellmersbach seine vergangene Saison in der Bezirksliga ab. Mit nur einem Abgang (Julian Leitner, SG Oppenweiler) bleibt die Mannschaft nahezu bestehen, Verstärkung gibt’s aber allemal. Das Team von Trainer Tim Böhringer bekommt mit Mika Wilhelm einen Torhüter, der bereits in der U 19 der SG Sonnenhof Großaspach spielte und im Oberligakader der TSG Backnang mittrainierte. Vom SV Unterweissach kommt Sven Wahl, Gianluca Scarnato und Tim Backmann vom SSV Steinach-Reichenbach, Luis Theilacker vom SV Allmersbach II und Alessandro Siciliano aus Leutenbach.

Fünf Testspiele hat der SV Unterweissach absolviert, auf dem Plan standen noch mehr, mussten aber abgesagt werden. Darunter ein 4:1-Sieg gegen Murrhardt, ein 2:2 gegen Breuningsweiler, aber auch eine 0:3-Niederlage gegen den TSV Michelfeld aus der Bezirksliga Hohenlohe. Drei Spieler musste der bleibende Trainer Norbert Gundelsweiler ziehen lassen, dafür kamen fünf neue: Philipp Wieland und Georgios Michailidis bringen Ligaerfahrung vom VfR Murrhardt mit, zudem kommen Tim Kaltenthalter (TSV Althütte), Nicolai Heyduk (SG Weinstadt) und Maurizio Trigilia (TSV Nellmersbach).

Dietmar Büchele und der TSV Sulzbach-Laufen hoffen in dieser Saison auf einen Platz zwischen Rang fünf und acht. Eine Platzierung wie in der vergangenen Saison. Problem nur, dass gleich drei Spieler ihre Karriere beendet haben, zwei haben den Verein gewechselt. Zugänge hat der TSV drei - alle ohne Erfahrung in der Bezirksliga. Mario Fernandez und Fidan Hasani kommen vom TSF Gschwend (Kreisliga B 2) und Lukas Kühneisen vom TSV Gaildorf (Kreisliga A 1). Kein leichtes Unterfangen, blickt man auf die Kader der Konkurrenz.

Mit neuem Trainer geht’s für den VfL Winterbach in die neue Runde: Aleksandar Kalic, der davor den TSV Schwaikheim vier Jahre lang durch die Landesliga führte, hat beim VfL zusammen mit Kilian Müller eine neue Aufgabe gefunden. Keine leichte, hat der neue Trainer doch einen großen Umbruch zu bewältigen. Immerhin verließen 15 Spieler das Bezirksligateam. Und 14 neue kommen dazu: Nick Meinhardt (SV Plüderhausen), Antonios Kochliaridis (TSV Schwaikheim), Moritz Kaltschmid (SF Lorch), Emir Covrk (TSV Ruppertshofen), Simon Piscopo (SV Plüderhausen), Maurice Kietzmann (Urbach), Aurel-George Galbenu (SV Pfahlbronn), Robin Haiss, Elias Silcher, Finn Waibel, Leonhard Huschka, Tom Schneck, Jakob Schäffler und Ardit Lushi (eigene Jugend) und ab der Rückrunde Elias Nonnenmann. Das bedeutet Aufbauarbeit, Teambuilding und auch die Chance auf frischen Wind.

Am kommenden Wochenende startet die Bezirksliga in ihre Saison 2022/23. Den Auftakt machen bereits am Samstagabend, 18 Uhr, die SG Schorndorf und Neuling TSV Rudersberg. Die weiteren Spiele finden am Sonntag statt. Dann fighten die 16 Mannschaften an 30 Spieltagen um Sieg, Niederlage, Meisterschaft und Klassenerhalt. Denn vier Absteiger soll’s in dieser Saison geben.

Wer ist neu dabei, wer hat Chancen auf den Aufstieg und wer könnte für eine Überraschung sorgen?

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