Rems-Murr-Sport

„Bin schon ein bisschen stolz“

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Auf der Zielgeraden im Lauf über 5000 Meter hatte die Deutsche Meisterin Hanna Klein ihre Konkurrentinnen bereits deutlich distanziert. © Ralf Görlitz

Ein bisschen stolz sei sie schon, sagt Hanna Klein einen Tag nach ihrem Sieg über 5000 Meter bei der DM in Nürnberg. Das kann die Läuferin der SG Schorndorf auch sein, schließlich ließ sie der Konkurrenz keine Chance. Sehr zufrieden ist auch Kugelstoßerin Alina Kenzel. Nicht nur mit der Silbermedaille, sondern auch mit ihrem Auftritt.

Für Hanna Klein war es der erste Titelgewinn bei deutschen Meisterschaften der Aktiven. Ganz nach oben aufs Podest klettern zu dürfen sei „schon cool“ gewesen. Unwägbarkeiten in Rennen gibt es immer, doch diesmal habe ihr alles in die Karten gespielt.

Gegen Klein war kein Kraut gewachsen

„Ich hatte auch viel Glück.“ Das Wetter sei genauso optimal gewesen wie der Verlauf des Rennens. Anders als zahlreiche Meisterschaftsläufe war das Finale nicht von der Taktik geprägt. Die Langzeitführende Alina Reh (SSV Ulm) schlug ein unglaublich hohes Tempo an, um sich ebenfalls noch die Norm für die Europameisterschaft in Berlin zu sichern.

„Sie hat das megagut gemacht“, lobt Klein ihre Konkurrentin. „Über 5000 Meter in einem Meisterschaftsrennen das Tempo so hochzuhalten, ist hammerhart. Umso schöner, dass sie auch die EM-Norm geschafft hat.“

Gegen Klein aber war kein Kraut gewachsen. 300 Meter vor dem Ziel zog sie unwiderstehlich davon und ließ Reh (Silber) sowie Denise Krebs (TSV Bayer 04 Leverkusen, Bronze) stehen. Bei ihrem Antritt habe sie „ein wenig gebibbert“, sagt Klein. „Ich wusste ja nicht, wie stark die beiden hinten raus sind.“ Nun – diese Frage wurde schnell beantwortet, Klein siegte mit fast acht Sekunden Vorsprung in 15:17,47 Minuten.

Fehr wird nur Fünfter

Der DM-Titel ist ein Höhepunkt in der Karriere der Läuferin, doch sie hat auch schon einige Enttäuschungen erlebt. Deshalb kann sie sich sehr gut in ihren Lebensgefährten Marcel Fehr hineindenken, der im 5000-Meter-Rennen der Männer zu viel wollte, bereits 400 Meter vor Schluss an die Spitze lief und am Ende nur Fünfter wurde.

„Es war ein taktisches Rennen, und er wollte gewinnen. Vielleicht hätte er mit seinem Antritt noch länger warten sollen. Aber es ist ganz normal, dass man mal so einen Fehler macht.“ Sie habe natürlich sehr mit Fehr mitgelitten, aber dann wiederum gedacht, dass er auch so eine Erfahrung sammeln müsse. So ist er halt, der Sport.

Wieder zurück im Training ist nach der DM auch die Silbermedaillengewinnerin im Kugelstoßen der Frauen, Alina Kenzel. Für die Athletin des VfL Waiblingen, gerade einmal 20 Jahre alt, ist es einer der bislang größten Erfolge. Der Wettkampf war auf den Nürnberger Marktplatz verlegt worden.

„Die Stimmung war megageil.“ Ihr Ziel sei es gewesen, eine persönliche Bestleistung zu schaffen. Das klappte fast: Mit 18,21 Metern stellte sie ihre Bestmarke genau ein. „Ein Zentimeter mehr wäre noch besser gewesen“, sagt Kenzel lachend. „Aber ich bin rundweg zufrieden. Es war meine beste Leistung bei Meisterschaften und ein guter Test für Berlin.“

Ob auch Marcel Fehr bei der EM antreten darf, wird sich am Mittwoch entscheiden.