Fußball im Rems-Murr-Kreis

Corona hinterlässt bei jungen Kickern seine Spuren

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Die Stützpunkttrainer haben während der Pandemie alles dafür getan, herausfordernde Trainingseinheiten auf die Beine zu stellen. Trotzdem werde man im Jahrgangsvergleich einen Unterschied sehen, ist sich Uwe Fechter sicher. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Ball rollt unermüdlich. In den Leistungszentren des Deutschen Fußballbundes (DFB), wo die Bundesliga-Stars von morgen gemacht werden. Doch auch denen hat die Corona-Pandemie zugesetzt. Ihr Glück: An den Stützpunkten trainieren nur die talentiertesten und ambitioniertesten Fußballerinnen und Fußballer.

Die bisher knapp zwei Jahre der Pandemie haben den Stützpunkten der Region in ihrer Spielerstärke nicht geschadet. „Es sind immer noch so viele Jungen und Mädchen, wie vor der Corona-Pandemie“, erklärt Uwe Fechter. Der Trainer am Stützpunkt in Ruit weiß auch: „Jeder hier möchte im Idealfall Profi werden. Das spornt an.“

Lieber auf dem Platz als zu Hause vor der Playstation

Diese Motivation hat die Spielerinnen und Spieler auch recht gut durch die Lockdowns und sich immer wieder ändernden Beschränkungen kommen lassen. Die Stützpunkttrainer merken, wie heiß die Jungen und Mädchen aufs Training sind. „Mir ist es lieber, sie sind hier zusammen auf dem Platz, als dass sie sich zu Hause vor der Playstation treffen“, so Markus Weiß, Trainer am Stützpunkt in Waiblingen.

Nach der Zeit ganz ohne Fußball seien nicht alle so fit wieder ins Training zurückgekehrt wie erhofft, so Fechter. „Manch einer hatte ein paar Kilo mehr auf den Rippen“, sagt er schmunzelnd. Da gebe es zwei Typen, erklärt er. Diejenigen, die schon in jungen Jahren Eigenmotivation zeigen, und jene, die man immer wieder etwas anschubsen müsse. „Es hat schon seine Zeit gebraucht. Aber jetzt hat sich die Truppe wieder gut eingependelt.“ Während der Zeit, in der kein Training möglich gewesen ist, haben die Trainer an den DFB-Stützpunkten versucht, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, sie in Bewegung zu halten. „Wir haben ihnen Wochenaufgaben gegeben, Videos und Challenges gemacht“, erzählt Fechter.

Training unter bestimmten Auflagen

Markus Weiß, Trainer am Stützpunkt in Waiblingen, hat es ebenso erlebt: „Bei den Jungs und Mädchen, die hier trainieren, ist der Leistungsgedanke groß. Und meistens auch bei den Vereinen, von denen sie kommen.“ So hätten auch viele Vereine während der fußballlosen Zeit versucht, das Training nicht einfach außen vor zu lassen, sondern kontinuierlich dranzubleiben.

Trotzdem ist Fußball ein Mannschaftssport, der lange Wochen in seiner gewohnten Form nicht umsetzbar war. Nicht immer was es einfach für die Macher, das Training fortzuführen. „Wir haben, wenn wir durften, immer trainiert“, sagt Markus Weiß, Trainer am Stützpunkt in Waiblingen. Ob in Kleingruppen, zu zweit oder auch mal Individualtraining - die Trainer mussten kreativ werden. Einheiten wurden verändert, auf die jeweiligen Vorgaben der Politik angepasst. „Wir haben entsprechend reagiert, das Feld unterteilt, immer die gleiche Gruppe mit dem gleichen Trainer trainiert. Da gab es vom DFB scharfe Regeln“, so Weiß. Nach den Trainingseinheiten mussten alle Materialien wie Bälle und Hütchen desinfiziert werden. Ein großer Mehraufwand, der da auf die fünf Trainer des Stützpunkts zugekommen ist.

Kein Kontakt, keine Zweikämpfe, mehr Technik und Passspiel

„Wir haben das Training für die Spieler zeitlich reduziert. Dafür waren wir Trainer länger vor Ort.“ Auch die Trainingsinhalte mussten angepasst werden. Auf Zweikämpfe und alles, was Körperkontakt bedeutet hätte, wurde verzichtet. Stattdessen legten die Stützpunkttrainer den Fokus auf das Passspiel oder den Torabschluss.

Also doch ein Training, das sich über viele Wochen anders gestaltete, als man es gewohnt war. „Es fehlen beispielsweise Vergleichsspiele oder Turniere, die wir normalerweise machen“, merkt Weiß an. Doch es fehlen eben allen dieses Training und die Einheiten. Fechter ergänzt: „Vergleicht man innerhalb des Jahrgangs, dann merkt man kaum einen Unterschied.“ Vergleiche man aber mit älteren Jahrgängen, werde deutlich, dass die im selben Alter schon weiter in ihrer Leistung waren. „Es ist das goldene Lernalter, die sensiblen Phasen, in denen die Kinder und Jugendlichen besonders viel aufnehmen. Da wird sich schon ein Unterschied im Jahrgangsvergleich zeigen.“

Seit 10. Januar haben die Trainer an den Stützpunkten die Arbeit im Jahr 2022 wieder aufgenommen. Auch, wenn noch nicht ganz die Normalität eingekehrt ist - die Kabinen werden derzeit noch nicht benutzt, Eltern dürfen nicht mit aufs Trainingsgelände, aber Markus Weiß ist sicher: „Die Spieler sind dankbar, dass wieder Training stattfindet. Sie sind fokussiert und lassen sich ihre Träume nicht nehmen.“ Die Qualität und die Einstellung stimmen.

Der Ball rollt unermüdlich. In den Leistungszentren des Deutschen Fußballbundes (DFB), wo die Bundesliga-Stars von morgen gemacht werden. Doch auch denen hat die Corona-Pandemie zugesetzt. Ihr Glück: An den Stützpunkten trainieren nur die talentiertesten und ambitioniertesten Fußballerinnen und Fußballer.

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Die bisher knapp zwei Jahre der Pandemie haben den Stützpunkten der Region in ihrer Spielerstärke nicht geschadet. „Es sind immer noch so viele Jungen und Mädchen, wie vor

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