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Das Abenteuer Bundesliga beginnt

ASV Schorndorf: Das Abenteuer beginnt_0
Gefordert in der Bundesliga: Aushängeschild Jello Krahmer (links) und sein Vater Sedat Sevsay, Trainer und Vereinsstratege. © Günter Schmid

Monatelang haben die Verantwortlichen des ASV Schorndorf dafür geschuftet, als Aufsteiger in der Bundesliga Südost, der stärksten von drei Staffeln, konkurrenzfähig zu sein. Es galt nicht nur, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, sondern auch die finanziellen und strukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Am Samstag geht’s endlich los für die Ringer.

Die Bundesliga besteht aus drei Staffeln, acht Mannschaften kämpfen in der Südost-Liga. Die besten drei der Runde ziehen in die Play-Offs ein und ringen gegen die Topteams der Staffeln Südwest und Nordwest um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Die Schorndorfer sind der mit Abstand stärksten Gruppe zugeteilt worden. In dieser tummeln sich auch der Deutsche Meister SV Wacker Burghausen und der Vizemeister Red Devils Heilbronn, das Team des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler. „Sie werden die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen“, sagt Sedat Sevsay, ASV-Chefstratege und Trainer in Personalunion. Rang drei sei für die Schorndorfer nur drin, wenn wirklich alles optimal laufe, für realistisch hält der Coach Platz vier oder fünf. Das wäre ein sehr respektables Ergebnis im ersten Bundesligajahr.

Finanziell will der ASV mit einer „schwarzen Null“ rauskommen

Und dabei soll’s ja nicht bleiben. Das oberste Ziel lautet, sich langfristig in der Bundesliga zu etablieren – und zwar mit kleinen Schritten. Eine finanzielle Katastrophe wie 2002, die den ASV mit einem Schuldenberg zurückließ, der über viele Jahre abgetragen werden musste, ist nicht zu erwarten. Denn Sevsay (46) und Co, besonders wichtig ist die für die Finanzen zuständige Vorstandskollegin Elke Scherer, sind zwar ehrgeizig, aber keine blauäugigen Träumer. Im ersten Bundesligajahr werde es wohl keinen Gewinn geben, sagt Sevsay, der sich als Vorstandsmitglied auch um die sportliche Leitung und ums Marketing kümmert. Vielmehr „müssen wir daran arbeiten, dass wir mit einer schwarzen Null rauskommen“. Potenzielle weitere Sponsoren würden zu den Kämpfen des ASV eingeladen.

Entsprechend spektakulär sollen diese werden. Auch, um möglichst viele Zuschauer an den Verein, den einzigen Bundesligisten aus der Region, zu binden. Sedat Sevsay erwartet zu Heimkämpfen 500 bis 600, bei besonders attraktiven Gegnern sogar bis zu 1000 Fans. Die Sporthalle Grauhalde ist in die Jahre gekommen, aufgepeppt werden sollen die Kämpfe deshalb mit einer Lichtshow beim Einlauf der Teams sowie Musik aus einer neuen Anlage. „Die Stadt hat uns sehr gut unterstützt“, lobt Sevsay.

Der Saisonhöhepunkt findet am Freitag, 8. November, statt. Dann sind Stäbler und seine Red Devils zu Gast in Schorndorf. Live präsentiert von der Schwabenrockband „Waschbrett“ wird an diesem Abend erstmals die neue ASV-Hymne.

Die Zusammenstellung des Kaders hält Sevsay, der zurzeit die A-Trainer-Lizenz erwirbt, für geglückt. Das Schorndorfer Team, aufgestiegen als Regionalliga-Zweiter, sei nach sieben Abgängen und 13 Zugängen in der Breite gut besetzt. Zwar gebe es freilich nicht nur Siegringer, sondern auch solche, „die keine Bäume ausreißen werden“. Wichtig aber: „Auch die Favoriten werden gegen uns nicht mit der Ersatzgarnitur antreten.“

Auf Schwergewicht Jello Krahmer warten „bockstarke“ Gegner

Anführen wird das Schorndorfer Team der im Verein großgewordene Jello Krahmer, Sohn von Sedat Sevsay und dessen ebenfalls im ASV engagierten Frau Sonja Krahmer. Für den 23-jährigen Schwergewichtler, der zum 1. November in die Bundeswehr-Sportfördergruppe kommt und am Olympia-Stützpunkt in Heidelberg trainieren wird, ist die Bundesliga eine große Herausforderung. In der Regionalliga gab der Zweite der deutschen Rangliste im griechisch-römischen Stil nicht einen technischen Punkt ab, nun bekommt er es mit „bockstarken“ (Sevsay) Gegnern zu tun. Etwa mit dem Ranglistenersten Eduard Popp (Red Devils) und den Spitzenringern aus Rumänien, Polen und Ungarn.

Ebenfalls zu den Leistungsträgern des ASV zählen der nach langer Verletzung wiedererstarkte Ilja Klasner (Halbschwergewicht) und der aus Heilbronn gewechselte Abdolmohamed Papi (bis 66 Kilo GR).

Der erste Kampf findet an diesem Samstag statt, es geht zum Mitaufsteiger AC Lichtenfels. „Da will ich die ersten zwei Punkte“, stellt Sevsay klar. Chacenloser Außenseiter sind die Bayern indes nicht. Zwar werden sie nicht sehr hoch eingeschätzt. „Aber auch sie haben Topringer.“ Verstärkt hat sich Lichtenfels mit Junioren-Europameister Alex Zühlke aus Ungarn und dem Türkischen Meister Ahmed Duman. Einen packenden Zweikampf erwartet Sevsay zwischen Zakarias Berg, dem zur Weltspitze zählenden schwedischen Neuzugang des ASV, und dem deutschen Kaderringer Hannes Wagner.


  • Vorrundenstart: AC Lichtenfels – ASV (Samstag, 28. September, 19.30 Uhr).
  • ASV – SV Johannis Nürnberg (Donnerstag, 3. Oktober, 15 Uhr).
  • SV Hallbergmoos – ASV (Samstag, 5. Oktober, 19.30 Uhr).
  • FC Erzgebirge Aue – ASV (Samstag, 12. Oktober, 19.30 Uhr).
  • RSV Rotation Greiz – ASV (Samstag, 19. Oktober, 19.30 Uhr).
  • ASV – Red Devils Heilbronn (Freitag, 8. November, 20.30 Uhr).
  • SV Wacker Burghausen – ASV (Sonntag, 10 November, 15 Uhr).
  • Rückrundenstart: ASV – AC Lichtenfels (Samstag, 16. November, 19.30 Uhr).
  • SV Johannis Nürnberg – ASV (Samstag, 23. November, 19.30 Uhr).
  • ASV – SV Halbergmoos (Samstag, 30. November, 19.30 Uhr).
  • ASV – FC Erzgebirge Aue (Samstag, 7. Dezember, 19.30 Uhr).
  • ASV – RSV Rotation Greiz (Sonntag, 8. Dezember, 15 Uhr).
  • Red Devils Heilbronn – ASV (Samstag, 14. Dezember, 19.30 Uhr).

ASV Schorndorf

Trainer: Sedat Sevsay (46)

Co-Trainer: Frank Winkler (43)

Zugänge: Engin Cetin (Türkei), Razvan Arnaut (Rumänien), Vladislav Wagner (RG Hausen-Zell), Abdolmohamed Papi (Red Devils Heilbronn), Dawid Wolny (KSV Schriesheim), Idris Ibaev (TV Essen-Dellwig), Pouria Taherkhani (SV Fellbach), Maximilian Schwabe (WKG Pausa/Plauen), Domenik Chelo (RC CWS Düren-Merken), Zalik Sultanov (WKG Pausa), Zakarias Berg (TUS Adelhausen), Ertugrul Agca (TV Essen-Dellwig), Fatih Yasarli (Türkei)

Abgänge: Bogdan Zaharia (AC Gutach-Bleibach), Abdullah Adiguzel (KSV Allensbach), Flavio Freuler (Schweiz), Bünjamin Sagir (KSV Kirchheim a.N.), Michael Manea (AB Aichhalden), Karan Mosebach (RV Lübtheen), Viktor Lyzen (SV Alemannia Nackenheim), Alexander Ginc (RV Lübtheen)

Kader

  • 57 kg: Freistil: Engin Cetin (20). Griechisch-Römisch: Razvan Arnaut (20).
  • 61 kg: GR: Ivan Huzau (34). FR: Marin Filip (24), Jeremy Wild (23).
  • 66 kg: FR: Vladislav Wagner (22). GR: Abdolmohamed Papi (32).
  • 71 kg: FR: Dawid Wolny (24). GR: Idris Ibaev (19).
  • 75 kg: GR: Toni Jilke (21), Maximilian Schwabe (25), Domenik Chelo (23). FR: Andr Winkler (19).
  • 80 kg FR: Zalik Sultanov (31), Poria Taherkhani (24).
  • 86 kg GR: Zakarias Berg (24), Stefan Sigler (26).
  • 98 kg: FR: Ertugrul Agca (19). GR: Ilja Klasner (23), Alexander Peil (16).
  • 130 kg: FR: Fatih Yasarli (28). GR: Jello Krahmer (23).

Saisonziel: Gesichertes Mittelfeld

Ligafavoriten: SV Wacker Burghausen, Red Devils Heilbronn

  • ASV – SV Wacker Burghausen (Samstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr).