Rems-Murr-Sport

Das ZVW-Topspiel - völlig verrückt

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Spielen oder nicht spielen im Dunst? Schon vor dem Anpfiff gab’s Diskussionen. Hier unter anderem zu sehen sind SVK-Kapitän Gökan Alkan (links) und Schiedsrichter Markus Schmidt (Dritter von links), dem später von den Schornbachern mangelnder Durchblick vorgeworfen wurde. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Am Ende tanzten die Kaisersbacher: Der Neuling in der Fußball-Landesliga hat nach der Niederlage bei Tabellenführer Satteldorf seinen Erfolgsweg fortgesetzt und im ZVW-Topspiel der Woche den TSV Schornbach mit 6:3 besiegt. Die 120 Zuschauer sahen ein verrücktes Spiel – wenn sie denn etwas sahen.

Die Partie wurde mit 30-minütiger Verspätung angepfiffen. Lange hatten Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart und seine Kollegen an der Seitenlinie überlegt, ob sie bei dem Nebel überhaupt anpfeifen sollten. Sie hätten sich womöglich früher entscheiden sollen, denn in den Schlussminuten war – zumindest von den Zuschauerplätzen – kaum noch etwas zu erkennen. Die Kaisersbacher können von Glück sagen, dass das Spiel nicht vorzeitig abgebrochen wurde. Den Schornbachern wär’s recht gewesen, denn sie gingen leer aus trotz – angesichts der Verhältnisse – guter Leistung. Zudem haderten sie immer wieder mit dem Schiedsrichter.

Schornbach trifft, der Schiri aber macht nicht mit

Durchaus verständlich, immerhin hatte er ihnen gleich drei Tore aberkannt. Zurecht? Bei dem Nebel nicht zu entscheiden. Zumindest begannen die Gäste stark und setzten Kaisersbach unter Druck. Der SVK brauchte einige Minuten, bis er sich davon einigermaßen befreien konnte. Allerdings erreichte er, das musste auch Trainer Leo Gjini nachher eingestehen, nicht die spielerische Klasse früherer Spiele. Aber er war effektiv, vor allem bei Standards.

Die Kaisersbacher hatten auch die erste Großchance, Marc Folter steckte auf Fabian Leidenbach durch, der aber scheiterte an Torwart Justin Kabaoglu (21.). Auf der Gegenseite bediente Dennis Lednig mit einem feinen Pass Arda Cetinkaya, auch hier war der Torwart auf dem Posten. Keine Chance hatte Keeper Walter Duschek, als Cetinkaya Robin Eißele freispielte, der den Ball zwar im Netz unterbrachte, von Schiedsrichter Schmidt dafür aber kein Okay erhielt (29.).

Das Video  - mit dem glasklaren Blick aus der ersten Zuschaurereihe

Kaisersbacher Abwehrchef  ermahnt die Mitspieler

SVK-Abwehrchef Garbriel-Cosmin Simion ermahnte daraufhin seine Mitspieler, Ruhe zu bewahren. „Nicht so hektisch am Ball!“ Allzu viel Erfolg hatte er nicht. Patryk Ferraro gelang der nächste, nicht anerkannte Treffer. Doch dann zeigten die Kaisersbacher mal kurz auf der rechten Seite, wie gut sie kombinieren können. Alexander Bretzler vollendete zum 1:0 (37.).

Für die zweite Hälfte brachte Trainer Gjini Lucca Volkmer und wirbelte das Team auch sonst durcheinander. So rückte beispielsweise Timo Walter in die Abwehr, Phillip Kees war nun offensiver. Vor allem die Einwechslung Volkmers lohnte sich.

In der 55. Minute erhöhte Timo Walter auf 2:0, als ihm der Ball nach einer Ecke vor die Füße fiel. Volkmer machte per Kopf nach einem Eckstoß das 3:0 (62.). Kaisersbach schien auf dem sicheren Weg zum Sieg. Doch Schornbach – Dominik Parham war mittlerweile aus der Abwehr in den Sturm gewechselt – gab nicht auf. Der Einsatz zahlte sich aus: Innerhalb von sechs Minuten glichen Robin Eißele (64.), Timo Morawietz (65.) und Cetinkaya (70.) nach schnellen Kontern aus.

Yusuf Akin - ein völlig verrücktes Tor

Sechs Minuten später aber zerstörte noch einmal Volkmer per Kopf nach einer Ecke die Schornbacher Hoffnungen mit dem 4:3. Völlig demoralisierte die Gäste – mittlerweile wegen einer Gelb-Roten Karte gegen Ferraro in Unterzahl – schließlich der eingewechselte Yusuf Akin, der zehn Meter nach der Mittellinie, mit dem Rücken zum Schornbacher Tor stehend, aus der Drehung abzog. Ob Torwart Kabaoglu den Ball im immer dichter werdenden Nebel nicht sah oder schlicht überrascht wurde, egal. Der Ball senkte sich über ihn zum 5:3 ins Netz. Zwei Minuten vor Schluss traf Philipp Kees auch noch zum 6:3. Bezeichnend für das verrückte Spiel erkannte Schiedsrichter Schmidt den Treffer zunächst nicht, gab ihn schließlich aber doch.

Da blieb am Ende in Kaisersbach nur noch die Frage eines Zuschauers: Hast du schon mal so ein verrücktes Spiel gesehen? Dazu war, Nebel hin, Nebel her, keine Antwort nötig.

SV Kaisersbach: Duschek; Schneidereit (46. Volker), Simion, Folter, Bauer; Walter, Bretzler (71. Akin), Kees, Kugler; Leidenbach (69. Pribicevic), Alkan (89. Munz).

TSV Schornbach: Kabaoglu; Rube, Jurczyk, Parham, Morawietz; Ferarro, Hasert, Lednig (86. Alizada), Cetinkaya; Werba (62. Strehlow), Eißele.

Das sagen die Trainer

Leo Gjini, Trainer des SV Kaisersbach: „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, das Tor hat uns gutgetan. Schornbach ist durch drei astreine Kontertore zurückgekommen. Aber wir sind in der Luft bockstark und auch bei Standards. Vom Spielerischen her war’s diesmal nicht so gut. Mit wenig Glanz ganz viel gewonnen.“  

Marius Jurczyk, Spielertrainer des TSV Schornbach: „Die Moral hat bei uns gepasst, die Schiedsrichterleistung dagegen hat mit nullkommanull gefallen. Die drei waren schon vor dem Spiel unsicher. Wir haben jetzt noch zwei Spiele und da die Chance, noch sechs Punkte zu holen.“