Rems-Murr-Sport

Der Dritte denkt nicht an Platz zwei

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Gegen den SV Hegnach II (rechts Patrick Haaf) verlor der TSV Rudersberg. Ein Grund, warum er hinter dem SVH steht. Er aber baut auf die eigene Jugend, Fabian Keinath (links) zum Beispiel. Der A-Jugendliche hat es in dieser Saison bereits auf sieben Treffer im Aktiventeam gebracht. Erfolgreichster Torschütze aber ist weiterhin Dirk Seifert (Mitte). © ZVW

Drei Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Kreisliga A II steht der TSV Rudersberg zwar auf Platz drei, Relegationsplatz zwei aber ist so gut wie unerreichbar. Trainer Jan Strotbek ist dennoch „im Großen und Ganzen“ zufrieden: „Wir haben keinen Druck, aufsteigen zu müssen.“

Dass seine Mannschaft noch einmal so nahe an den zweiten Platz heranrücken würde, hatte auch niemand mehr erwartet. „Wir waren ja schon sieben Punkte weg.“ Doch der SV Hegnach II schwächelte in der Rückrunde. Der eine oder andere Sieg mehr und die Rudersberger stünden nun selbst auf Platz zwei. Ärgerlich?

Nein, sagt Strotbek (30). Trotz einiger Leistungsschwankungen und unnötig verschenkter Punkte gerade gegen die Teams aus der Spitzengruppe habe der TSV sein Ziel erreicht. Einen Platz unter den besten fünf hatten die Rudersberger angestrebt.

Schon nach der Hinrunde hatten die Rudersberger Platz drei inne, damals nur zwei Punkte hinter den Hegnachern. Doch die Wintervorbereitung lief nicht sonderlich gut, in den ersten Spielen ging es gleich gegen drei Spitzenmannschaften, und schon die erste Begegnung wurde zum Debakel: 2:7 bei Tabellenführer TSG Backnang II, der sich in dieser Partie allerdings auch durch Spieler aus der Verbandsligaelf verstärkt hatte. Strotbek: „Das war schon bitter, wie das gelaufen ist.“ In den ersten sieben Spielen des Jahres 2016 holte der TSV nur sechs Punkte. Platz zwei hatte er zu diesem Zeitpunkt „abgehakt“.

Doch dann steigerten sich die Rudersberger, die Hegnacher ließen Punkte. Jetzt beträgt der Rückstand nur noch vier Punkte. Wenig, angesichts von drei noch ausstehenden Partien aber doch ziemlich viel.

Und so konzentriert sich Strotbek auf anderes. „Wir bauen hier auf unsere eigene Jugend.“ Immer wieder nimmt er deshalb Jugendspieler mit hoch zu den Aktiven, mit Fabian Keinath hat es einer hier sogar auf sieben Tore gebracht. Die Jungen sollen an die erste Mannschaft herangeführt werden.

Vielleicht resultieren daraus ja bald wieder (noch) bessere Ergebnisse. Strotbek hat den TSV 2014 im Abstiegskampf übernommen und auf Platz fünf geführt. Nun steht am Ende vielleicht Platz drei. Und wenn der Trend weiter anhalte, „dann denken wir schon mal darüber nach, ob wir’s packen können“, sagt der Trainer. In dieser Saison allerdings hat der TSV gegen keine Spitzenmannschaft gewonnen. Strotbek: „Da ist es auch gerecht, dass wir nur Dritter sind.“

Am Sonntag gegen den FC Viktoria Backnang II allerdings soll’s noch einmal einen Sieg geben. Nicht unbedingt, weil Platz zwei im Kopf ist. Das Hinspiel endete 1:1. Es war eines dieser „unnötigen Unentschieden“, die eine bessere Platzierung verhindert haben.

INFO

Der TSV Rudersberg stieg 2012 aus der Bezirksliga ab. Gleiches ist ihm auch 2008 und 2010 passiert.
Jan Strotbek coacht den TSV Rudersberg seit November 2014, wurde 2014/15 Fünfter.
In der Saison 2015/16 war er nach der Hinrunde Dritter mit 33 Punkten. In der Rückrunde hat er bislang erst 15 Punkte geholt, ist damit Achter der Rückrundentabelle. Auswärts (23 Punkte) hat er fast so viele Punkte geholt wie zu Hause (25).
Erfolgreichster Torschütze ist Dirk Seifert mit 26 Treffern, achtmal getroffen hat Marko Janzekovic, siebenmal Sebastian Pfuhl und Fabian Keinath.