Rems-Murr-Sport

Der Fluch der großen Zahl

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Symbolbild. © Danny Galm

Wie endete das Fußballspiel Kosova Kernen gegen den SC Korb II in der Kreisliga B III? Das versuchte der diensthabende Sportredakteur am Sonntagabend zusehends verzweifelt herauszufinden. Kein Kontaktmann von Kosova war zu erreichen. Auch auf der Seite www.fussball.de, wo sie Endstandmeldungen üblicherweise eingehen, fand sich zunächst nichts.

Dann aber – gegen 18 Uhr muss es gewesen sein – tauchte dort endlich doch ein Ergebnis auf: Es lautete 10:10.

An dieser Stelle nun müssen wir dem diensthabenden Sportredakteur Peter S. ein knüppeldickes Lob aussprechen: Der Teufelskerl glaubte das nicht, sondern folgerte messerscharf, dass es sich hier um eine Fehlmeldung handeln müsse. Und tatsächlich rief kurz darauf ein Korber an und verkündete: Das Match ging in Wahrheit 1:8 aus.

Worauf der Redakteur sich die vom redaktionellen Computersystem unter Zugriff auf die fussball.de-Einträge vollautomatisch generierte Tabelle vornahm, das dort eingepflegte 10:10 hingebungsvoll wieder heraus- und dafür das 1:8 aufopferungsvoll hineinrechnete. Ein Mathe-Titan, dieser Peter S. – dafür ein zweites schneckenfettes Kompliment!

Großzügig verschweigen wollen wir an dieser Stelle, dass der mit dem Tabellenumrechnungsvorgang brutalstmöglich Beschäftigte so gut wie alles, was es sonst nebenbei noch zu erledigen gab, falsch hinschluderte: Unter anderem nagelte er eine der layouterisch hässlichsten Seiten in der Geschichte des Zeitungsverlages Waiblingen zusammen und verkleinerte bei einem der Sportberichte irrtümlich die übliche Zeitungsschriftgröße so massiv, dass am Montag die älteren Leser den Artikel über das Landesliga-Spiel der Viktoria Backnang nur mit Hilfe einer Kombination aus Brennglas, Brille und polarisierendem Auflichtmikroskop zu entziffern vermochten.

Nun gut. Immerhin hat Redakteur Peter S., dieser Teufelskerl, Mathe-Titan und erbarmungswürdige Pfuschbruder, in seinem Stress nicht aus Versehen auch noch zum Bericht der Korber Handballfrauen ein Foto der Schorndorfer Ringer gestellt. Dafür wollen wir ihn ein drittes Mal loben.


Mit der Nummer 33: Konstantinos Petridis! Mit der 77: Georgios Mahlelis! Mit der 92: Nico Klasik! Der Fellbacher Stadionsprecher Siegfried Fleischmann hatte beim Landesliga-Spiel seines SV gegen den TSV Schornbach Schwerstarbeit zu verrichten – die Gäste liefen mit absurd hohen Rückennummern auf. Ersatzmann Fabio Romanelio trug die 69. Fleischmann geriet ähnlich stark in Stress wie ein gewisser Sportredakteur, wenn er eine Tabelle umrechnet – statt die eins bis elf runterrattern zu dürfen, musste er allein für die 55 von Ahmet Eren und die 27 von Koray Yildiz neun Silben bilden.

Kleiner Trost: Als das Spiel erst mal lief, hatte Fleischmann beim Durchsagen der Torschützen nicht mehr ganz so viel zu tun – das Match endete dankenswerterweise nicht 10:10.