Rems-Murr-Sport

Der Knoten will nicht platzen

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Luca Triffo (hier gegen den Winterbacher Torwart Florian Böck) ist einer der jungen Spieler, die in der personell geschwächten Nellmersbacher Mannschaft Verantwortung tragen müssen. Mit fünf Treffern ist er erfolgreichster TSV-Torschütze. © Ralph Steinemann

Was ist nur mit dem TSV Nellmersbach los? Der Titelfavorit in der Fußball-Bezirksliga muss allmählich aufpassen, nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis“, sagt Trainer Ben Blümle. Die Partie bei Mitfavorit SV Allmersbach am Sonntag bietet dazu allerdings nicht gerade die beste Gelegenheit.

Elf Spiele, elf Punkte, Platz elf – die Bilanz wird auch am 11.11. noch Bestand haben, liegt jedoch weit hinter dem, was die Konkurrenz dem TSV Nellmersbach vor Saisonbeginn zugetraut hat. Der Bezirkspokalsieger und Zweitplatzierte der zurückliegenden Saison galt als erster Anwärter auf die Meisterschaft. Auch TSV-Trainer Ben Blümle sagt: „Wir sind voller Euphorie in die Saison gegangen.“ Zwar verließen mit Torwart Adrian Schad und Mittelfeldspieler Ramazan Öztürk zwei Stützen des Teams den Verein, „wir haben uns aber auch gut verstärkt“.

Die Situation ist angespannt

So stieg Daniel Berkowitsch ein, der beim VfB Neckarrems schon Oberliga gespielt hat, Sven Wahl kam vom SV Unterweissach „und hat in der Vorbereitung gleich richtig Betrieb gemacht“. Damit ist Blümle jedoch auch schon bei einem Thema, das er nicht gerne anspricht, weil’s allzu sehr nach Ausrede klingt: Personalnot. Doch die Situation ist angespannt.

Wahl hat noch kein Punktspiel bestritten, Torjäger Ümit Karatekin nur eines. Yannick Urbitsch ist seit zwei Spieltagen erst wieder dabei, Stefan Dehn „kommt jetzt langsam zurück“. Hannes Fleischmann konnte nur selten mitmischen und ist vor kurzem nach Leipzig gezogen. Hagen Ehleiter ist Arzt, steht ebenfalls nicht immer zur Verfügung. Blümle: „Wir haben eine junge Mannschaft, und gerade die erfahrenen Spieler, die sie führen könnten, fallen aus.“

Skurrile Situation

So kommt es allzu oft zu der skurrilen Situation, dass der TSV Komplimente bekommt, aber nicht punktet. Blümle: „Nach den Spielen können wir es uns oft selbst nicht erklären, warum wir verloren haben.“

Ein Grund liege sicher in der Unerfahrenheit von Spielern wie Luca Grasy (19) oder Luca Triffo (20). „Die machen’s zwar gut, aber auf denen lastet auch viel Verantwortung.“ Zum Teil fehle das Glück, „und wir machen zu viele eklatante Fehler“. Dem Gegner werde es leicht gemacht, Tore zu erzielen. Die eigenen Möglichkeiten dagegen werden ausgelassen. Die Mannschaft investiere viel, belohne sich allerdings nicht dafür.

Punkte gegen den Abstieg

Dennoch ist Blümle überzeugt: „Wir haben einen starken Kader.“ Er sei geradezu fasziniert von der Mannschaft. „Sie gibt nie auf, gibt immer Gas. Uns fehlt einfach mal ein Erfolgserlebnis.“ Ob’s dazu ausgerechnet in Allmersbach kommt? „Das ist eine spielstarke Mannschaft. Aber wir verstecken uns dort nicht.“

Klar ist jedoch auch ihm: „Nach oben brauchen wir nicht mehr zu schauen.“ Es gehe mittlerweile darum, Punkte gegen den Abstieg zu holen. „Aber wenn mal der Knoten platzt, ...“ Allzu viel Zeit darf sich der TSV Nellmersbach dazu jedoch nicht mehr lassen.