Handball im Rems-Murr-Kreis

DHB-Talente spielen für SG Weinstadt und VfL Waiblingen

Beilschmied
Harald Beilschmied, hier im Gespräch mit Frauen-1-Trainer Thomas Zeitz, will in der kommenden Saison drei Talente der SG Weinstadt in die Württembergliga-Mannschaft des VfL Waiblingen behutsam einbauen. © Heiko Potthoff

Es ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich zwei benachbarte Vereine ohne Konkurrenzdenken und zum Wohle von Spielerinnen austauschen können: Drei talentierte Handballerinnen der SG Weinstadt werden in der kommenden Saison nicht nur in der A-Jugend ihres Stammvereins spielen, sondern parallel auch für die Frauenmannschaft des VfL Waiblingen II in der Württembergliga. Die Trainer Harald Beilschmied (VfL) und Thomas Schott (SG) freuen sich über diese sogenannte Win-win-Situation. Sprich: Die Konstellation hat für alle Beteiligten Vorteile.

Weinstadt ist eine Top-Adresse

Im Jugendhandball gehört die SG Weinstadt seit geraumer Zeit zu den Top-Adressen im Rems-Murr-Kreis. Gerade im weiblichen Bereich. Die A- und B-Jugend der SG spielen in der kommenden Spielzeit in der höchsten Liga im Ländle. Mit beiden Teams in der Baden-Württemberg-Oberliga vertreten sind ansonsten lediglich noch der TV Nellingen, die TSG Ketsch und die HSG Stuttgarter Kickers/TuS Metzingen. „Das hatten wir in Weinstadt noch nie“, sagt Thomas Schott, der die A-Jugend trainiert. Daraus ergebe sich in gewisser Hinsicht ein Luxusproblem.

Die beiden Linkshänderinnen Annika Walz und Sophia Mohr sowie die Torhüterin Sophia Bauer sind Auswahlspielerinnen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und gehören seit Mai dem U-16-Kader der Beach-Nationalmannschaft an. „Der DHB wünscht sich, dass die Mädels auf einem gewissen Niveau unterwegs sind, damit sie ihren DHB-Kaderstatus halten können“, so Schott. Deshalb hat der DHB die Regelung erlassen, dass die Talente per Erwachsenenspielrecht für einen anderen Verein im Einsatz sein dürfen, der mindestens in der fünften Liga spielt. Und das, ohne den Verein wechseln zu müssen. Per Ausnahmegenehmigung dürfen DHB-Auswahlspielerinnen bereits mit 15 Jahren bei den Aktiven ran.

Anschlussförderung ist wichtig

So sei die Verbindung zum VfL Waiblingen zustande gekommen, sagt Thomas Schott. „Die Situation hat sich einfach so ergeben. Wir haben grundsätzlich das Bestreben, unseren Spielerinnen, die eine gewisse Qualität mitbringen, eine gezielte Anschlussförderung in den aktiven Bereich zu bieten.“

In der eigenen Frauenmannschaft der SG Weinstadt, die in der vergangenen Saison in die Verbandsliga aufgestiegen ist, sei das nur bedingt möglich – was auch der Kaderzusammensetzung der Frauenmannschaft geschuldet sei. So sei beispielsweise der rechte Rückraum gut besetzt – und eben auf dieser Position sind die beiden DHB-Auswahlspielerinnen Annika Walz und Sophia Mohr zu Hause.

„Das Frauen-Team funktioniert gut, alle haben Bock, in der Verbandsliga das Ding gemeinsam zu reißen“, so Schott. Es sei schwierig, jede A-Jugendspielerin auf Anhieb dort zu integrieren und ihr die nötige Spielzeit zu garantieren.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen

Die beiden Feldspielerinnen nahmen Kontakt zu Harald Beilschmied auf. „Ich habe das weder in die eine noch in die andere Richtung forciert“, sagt Schott, aus dessen Perspektive zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. „Wir arbeiten dem DHB zu und bieten den Mädchen eine gute Anschlussförderung im ersten A-Jugend-Jahr.“ Sowohl Mohr als auch Walz dürften sogar noch in der B-Jugend spielen.

Harald Beilschmied, Trainer der zweiten Frauenmannschaft des VfL Waiblingen und stellvertretender Sprecher des Vorstands beim VfL, freut sich sehr auf seine Neuzugänge. Mit Lea Johansen folgt eine weitere Weinstädter A-Jugend-Spielerin dem Duo nach Waiblingen. Sie spielt auf Rückraum-Mitte.

„Die SG Weinstadt hat hervorragende Arbeit geleistet“, sagt Beilschmied. „Es ist jetzt eine Aufgabe und Herausforderung für uns, die Talente weiter zu fördern.“ Wobei es ganz wichtig sei, keinen Druck aufzubauen. Außer dem Training bei der SG Weinstadt und dem Fördertraining hätten die Spielerinnen beim VfL die Möglichkeit zu zwei weiteren Einheiten – und Erfahrung zu sammeln im Frauen-Spielbetrieb.

Verantwortung gegenüber eigenen Spielerinnen

„Wir werden die beiden einsetzen, es aber nicht übertreiben“, so Beilschmied. Zum einen müssten sie behutsam und langsam herangeführt und gefördert werden. Außerdem habe er eine Verantwortung gegenüber den eigenen Spielerinnen. „Wir haben ja nicht nur ältere, sondern auch einige des Jahrgangs 2001 und eigene A-Jugendliche.“

Wie Thomas Schott, so gewinnt auch Harald Beilschmied der Konstellation nur Positives ab. In erster Linie im Sinne der Spielerinnen. Und im Sinne des DHB. „Wenn Annika und Sophie das Spielrecht für den Unterbau eines Erstligisten haben, ist das zumindest kein Nachteil.“

Es ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich zwei benachbarte Vereine ohne Konkurrenzdenken und zum Wohle von Spielerinnen austauschen können: Drei talentierte Handballerinnen der SG Weinstadt werden in der kommenden Saison nicht nur in der A-Jugend ihres Stammvereins spielen, sondern parallel auch für die Frauenmannschaft des VfL Waiblingen II in der Württembergliga. Die Trainer Harald Beilschmied (VfL) und Thomas Schott (SG) freuen sich über diese sogenannte Win-win-Situation. Sprich:

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