Rems-Murr-Sport

Die Lage in den Fußballligen: Alles ist möglich – und genau das ist das Problem

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Marcel Zimmermann hat zwar nicht getroffen, aber der FSV Waiblingen hat die SG Schorndorf (Michel Cipriotti und Denis Greco) im Spitzenspiel der Bezirksliga in die Schranken verwiesen und ist nun erst mal der Topfavorit der Liga. © Ralph Steinemann Pressefoto

Drei Spieltage in den Ligen des Bezirks Rems-Murr, sechs in den WFV-Ligen – da lässt sich über den Saisonverlauf noch nicht viel sagen. Alles ist noch möglich. Aber genau das kann für den einen oder anderen auch zum Problem werden.

Regionalliga Südwest

Aufatmen bei der SG Sonnenhof Großaspach. Im dritten Spiel gelang endlich der erste Sieg und damit der Sprung auf den – vorläufig – sicheren 13. Tabellenplatz im 22er-Feld. Die Mannschaft ist komplett runderneuert. 24 Abgänge, 17 Neuzugänge – Trainer Hans-Jürgen Boysen muss daraus erst einmal ein funktionierendes Team basteln. Das 4:1 bei der TSG Hoffenheim II macht da etwas Mut, auch wenn die Hoffenheimer Letzter ohne jeden Punkt sind. Der nächste Gegner, am Sonntag um 14 Uhr die TSG Balingen, ist da von anderem Kaliber. Die TSG hat bereits zweimal gewonnen. Die Aspacher brauchen einen Heimsieg. Bei einer Niederlage geht’s schnell wieder in den umfangreichen Abstiegsbereich. Und wenn dann coronabedingt der nächste Abbruch droht ...

Oberliga

Auch die TSG Backnang muss sich diese Gedanken machen, obwohl sie besser gestartet ist als die Aspacher. Aber fünf Punkte nach fünf Spielen sind kein gutes Ruhekissen. Im Moment trennt die TSG nur das Torverhältnis von einem Abstiegsplatz. Der Aufsteiger braucht also am Samstag einen Heimsieg gegen den FV Ravensburg. Der hat bisher auswärts noch nicht verloren; gewonnen allerdings auch nicht.

Verbandsliga

Wenn Corona tatsächlich wieder zuschlägt, könnte auch der SV Fellbach zum Opfer werden. Fünf Punkte nach sechs Spielen und drei davon gehen auf den ersten Spieltag zurück. 4:0 gegen den TSV Crailsheim – da schien mit der deutlich verstärkten Mannschaft noch alles nach Wunsch zu verlaufen. Mittlerweile ist Crailsheim am SVF vorbeigezogen, auch der VfL Sindelfingen liegt vor den Fellbachern. Allerdings nur einen Punkt, und aus diesem Rückstand kann das Team von Giuseppe Greco am Samstag auf eigenem Platz im direkten Duell einen Vorsprung machen.

Landesliga

Was ist mit dem TSV Schwaikheim los? Er kann nicht mehr gewinnen. Nur der SV Kornwestheim ist noch schlechter. Da trifft es sich gut, dass dies der nächste Gegner ist. Ein Sieg in Kornwestheim, wer weiß, was das an positiven Energien auslöst? Das gilt im umgekehrten Fall allerdings genauso.

Bei den Oeffingern sieht es besser aus (sieben Punkte), und doch hätte man dem TVOe mehr zugetraut. Immerhin schaffte er es, beim bisher sehr erfolgreichen Aufsteiger TSV Obersontheim, aus einem 0:2 (und 2:3) noch ein Remis zu machen. Gegen Pflugfelden wäre das auf eigenem Platz zu wenig.

Zu wenig geboten haben auch die Allmersbacher gegen Mitaufsteiger SV Leonberg/Eltingen. 1:4 auf eigenem Platz, das war deutlich. Der samstägliche Gastgeber Leingarten hat noch einen Punkt weniger gesammelt als der SVA. Da sollte doch was möglich sein! Aber die Allmersbacher Punktausbeute auf fremden Plätze ist alles andere als berauschend. Sie liegt aktuell bei: null.

Über diese Probleme können SV Breuningsweiler, TSV Schornbach und SV Kaisersbach nur müde lächeln. Es läuft bestens. Am Wochenende aber haben alle drei schwere Gegner: Breuningsweiler hat gegen Satteldorf noch die leichteste Aufgabe, Schornbach muss zum erstaunlich erfolgreichen Neuling TSV Obersontheim, Kaisersbach gar zum neuen Tabellenführer Türkspor Neckarsulm.

Bezirksliga

Puhh, das war ja mal eine Ansage. Im Topspiel zerlegte der FSV Waiblingen die SG Schorndorf. 6:1. Da hebt eine Mannschaft bei der Frage nach dem Titelfavoriten ganz deutlich die Hand. Die SG Oppenweiler wird jetzt schon zittern. Auch der SV Unterweissach (diesmal in Hößlinswart) überzeugt, mit dem SV Fellbach II aber hätten wohl die wenigsten gerechnet. Die Zeiten permanenter Abstiegsnot scheinen jedoch erst mal vorbei zu sein. Wenn sich der SVF jetzt auch noch in Nellmersbach durchsetzte ... Dann knüpft der TSV an die vergangene Saison an. Schlecht gestartet und am Ende zu wenig Zeit zur Aufholjagd gehabt.

In der Liga allerdings wird sich noch einiges bewegen. Da sollten auch SC Korb und SV Remshalden noch ein Stückchen nach oben klettern. Den Anfang können sie am Sonntag gegen den TV Weiler beziehungsweise gegen den SV Steinbach machen. Ganz unten in der Tabellenende wird der VfR Murrhardt wohl auch nach dem Gastspiel in Schorndorf stehen (jetzt schon 4:10 Tore), der Große Alexander Backnang hat die Chance, an Gegner SSV Steinach-Reichenbach vorbeizuziehen und der VfL Winterbach seinerseits die Möglichkeit, sich mit einem Sieg gegen den TSV Sulzbach-Laufen ein Polster zu schaffen.

Kreisliga A

Möglichst schnell viele Punkte sammeln, falls der Spielbetrieb wieder eingestellt wird. So hat Lukas Tauschek, Spieler und Abteilungsleiter des TSV Schlechtbach, die Schlechtbacher Anfangsmotivation beschrieben. Der TSV ist auf Kurs (drei Spiele, drei Siege) und kann den in Birkmannsweiler fortsetzen. Dennoch könnte er die Tabellenführung verlieren, wenn sich nämlich der SC Urbach deutlich bei Iraklis (null Punkte, 6:13 Tore) durchsetzt. Dahinter hängt das Feld, in dem sich die Aufsteiger bisher gut behaupten und mit Zrinski Waiblingen und SV Breuningsweiler II zwei höher gehandelte Teams schwächeln, eng beieinander.

Dritter und Vierter waren Spvgg Kleinaspach und SVG Kirchberg in der Vorsaison der A II, jetzt stehen sie gemeinsam ganz oben. Kleinaspach hat gute Chancen, Platz eins (gegen den TSV Althütte) zu verteidigen. Anders sieht’s bei den Kirchbergern aus. Sie erwarten den FSV Weiler zum Stein, der ebenfalls schon dreimal gewonnen hat und nur im Torverhältnis etwas schlechter liegt. Davon können TSV Rudersberg und FC Welzheim nur träumen: null Punkte bisher. Welzheim hat die kleine Chance, das gegen den TSV Oberbrüden zu ändern. Rudersberg dagegen pausiert.

Keine gute Ausgangslage, sollte Corona erneut alles zum Einsturz bringen.