Rems-Murr-Sport

Downhillrennen des SC Korb: „Das beste Rennen, das wir je hatten“

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Ralf Schmitt stürzte und konnte sein Rennen in der Masters-Klasse nicht beenden. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Wer schafft’s am schnellsten? Mit etwa 30 bis 40 km/h ging’s für die Radsportler beim Downhillrennen in Korb bergab. Linus Ott vom TSV Ellwangen / „Team Abgefahren“ (vorne) trat in der Klasse Lizenz Ü18 an und brauchte nur 1:55,88 Minuten. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Mit dem Shuttle an den Start: Fahrrad hinten auf den Anhänger, im Sprinter Platz nehmen. Mit den Downhill-Rädern geht's nur bergab. © Ralph Steinemann Pressefoto

Schoner an, Kleidung drüber, Reifen testen, Helm auf und los geht’s. Aber nicht nur einfach bergab. Bergab mit Hindernissen. Bergab mit hoher Geschwindigkeit. Bergab mit Konzentration und Reaktionsschnelligkeit. Bergab über Stock und Stein im wahrsten Sinne des Wortes, über Staub, Sand, steile Kurven, Rampen. Ohne Pausen. So schnell wie möglich.

Die Downhillstrecke des diesjährigen Rennens der Radsportabteilung des SC Korb am Hanweiler Sattel hat es in sich und brachte die Sportler ganz schön ins Schwitzen. Kaum eine Verschnaufpause wird den Radsportlern gegönnt. Aber Marleen Hassfeld hat Spaß. Auch wenn sie mit ihrem Enduro-Rad nicht jedes Hindernis mitnimmt, hin und wieder lieber die Ausweichstrecke wählt. „Anstrengend, aber cool“, lautet das Urteil der 19-Jährigen über die Strecke, die den Teilnehmern einiges abfordert.

Frisch abgesteckte Strecke ist für alle Teilnehmer neues Terrain

„Es ist ein guter Sprint“, fasst es Matthias Bayer zusammen, der am Trainingstag (Samstag) den Shuttle macht. Er leitet die Abteilung im Verein und organisiert das Rennen schon seit rund zehn Jahren. Die Tage zuvor hat er mitgeholfen, die Strecke abzustecken, zu gestalten. Schließlich soll’s jedes Jahr anders sein, keiner darf einen Vorteil haben.

Und in diesem Jahr läuft’s besonders gut. Nicht nur, dass das Limit von 100 Teilnehmern knapp erreicht ist. „Wir haben so viele Anmeldungen wie noch nie“, sagt der 37-Jährige. „Viele haben sich noch ganz kurzfristig angemeldet. Damit haben wir nicht gerechnet. Aber es freut uns natürlich.“ Die meisten kommen aus der Region, ein paar auch von weiter her. Unter den Teilnehmern sind sechs Frauen, die gegeneinander antreten. Aufgrund der hohen Anmeldezahl wird es nicht wie sonst zwei, sondern nur einen Lauf für jeden geben, keine Qualifikationsläufe. Dann gilt: „Ein Versuch und der muss eben sitzen.“

120 Höhenmeter, ein Kilometer bergab. Zu Beginn ein Teil, der Geschwindigkeit gibt, steinige Abschnitte, naturbelassene Teile, Steinfelder, Sprünge. Der 15-jährige Marc fährt seit etwa drei Jahren Downhill und ist begeistert von der Strecke. Er nimmt zum ersten Mal beim Korber Downhillrennen teil, ist dafür extra aus Grüningen bei Donaueschingen angereist. Zwei Stunden mit dem Auto bis zu seinem Kumpel nach Korb, der auch teilnimmt. „Ich musste ihn nicht lange überreden, dass er mitmacht“, wirft er ein.

Gut 40-mal geht es für Bayer mit dem Shuttle rauf zum Start und runter zum Ziel

Hinauf zum Start geht es für die zwei mit dem Shuttle. Das Fahrrad auf den Anhänger, rein in den Sprinter. Musik an. Ausgelassene Stimmung, gute Laune. Oben am Start spuckt der Shuttle die Radsportler wieder aus, die sich wieder auf die kurze und schnelle Reise nach unten machen. „Ich fahre sicher 40-mal rauf und runter“, sagt Bayer schmunzelnd und freut sich, dass auch er bald die erste Runde auf der Strecke drehen kann. Das lässt der 37-Jährige sich nicht nehmen. Früher sei er mehr Rennen gefahren, heute hat das nachgelassen.

Dass es am Samstagnachmittag, dem Trainingstag, dann beginnt zu regnen, stört die Radfahrer auf der Strecke nicht. Denn unter dem dichten Blattwerk kommt kaum etwas an. Staub bleibt. „Da müsste es schon lange Zeit ordentlich regnen, dann würde die Strecke zum Bach. Der Boden hier ist ein totaler Sandkasten.“

20 Helfer stellen das Downhillrennen auf die Beine

Am Sonntag, wenn’s drauf ankommt, kommt dann die Sonne raus. Der Vormittag startet mit dem Pflichttraining. „Das ist reine Absicherung“, erklärt Bayer. Jeder sollte die Strecke einmal gefahren sein und sie kennen, wenn es dann im Rennen drauf ankommt. Rund 20 Freiwillige helfen, das Rennen über die Bühne zu bringen. Aus dem Verein, Fahrer, die nicht antreten können, Helfer vom Freeride Mountain Shop, dem größten Sponsor. Zeitnehmer, Shuttle, Würstchen braten - es gibt genug zu tun. „Auch meine Eltern haben gesagt, sie helfen gerne mit“, so Bayer. „Wir machen das alles mit vereinten Kräften sozusagen.“

Am Nachmittag füllt sich die Umgebung am Hanweiler Sattel. Die vielen Radfahrer ziehen auch Zuschauer an. „So viele Zuschauer hatten wir noch nie“, so Bayer. Und die standen an der Strecke bis zum Schluss, bis der letzte Fahrer die Strecke passiert hat. Zwischenfälle gab's nur einen kleinen, passiert ist da aber nichts. Das Wetter und die Stimmung? „Saumäßig gut“, fasst es Bayer kurz und knapp zusammen. Ein rundum gelungenes Rennwochenende. „Das beste von allen Rennen.“

Ergebnisse: U 18:   1. Arved May (1:55,98 min), 2. Mathis Ott (1:59,62), 3. Samuel Hornberger (1:59,81). Ü18: 1. Hannes Jansen (1:55,66), 2. David Konrad (1:56,08), 3. Lennard Brolich (2:00,82). Masters: 1. Tom Peters (2:00,55), 2. Damjan Ugi (2:02,16), 3. Kilian Pfeiffer (2:03,60). Frauen: 1. Marlen Hassfeld (2:16, 37), 2. Katrin Karkoff (2:18,17), 3. Susann Frey (2:20, 59). Lizenz U18: 1. Noel Schwab (1:59,11), 2. Elias Hassfeld (2:02,41), 3. Mark Bayer (2:02,65). Lizenz Ü18: 1. Max Pfeil (1:46,77), 2. Jens Steinsberger (1:51, 47), 3. Mathias Hafner (1:52,59).

Schoner an, Kleidung drüber, Reifen testen, Helm auf und los geht’s. Aber nicht nur einfach bergab. Bergab mit Hindernissen. Bergab mit hoher Geschwindigkeit. Bergab mit Konzentration und Reaktionsschnelligkeit. Bergab über Stock und Stein im wahrsten Sinne des Wortes, über Staub, Sand, steile Kurven, Rampen. Ohne Pausen. So schnell wie möglich.

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Die Downhillstrecke des diesjährigen Rennens der Radsportabteilung des SC Korb am Hanweiler Sattel hat es in sich und brachte die

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