Rems-Murr-Sport

Drei Aufstiege in nur vier Jahren

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Meister der Fußball-Bezirksliga und Aufsteiger in die Landesliga, der SV Breuningsweiler. © Privat

Der SV Breuningsweiler schreibt seine Erfolgsgeschichte weiter. Nach Meisterschaft in der Kreisliga A und Pokalsieg im Vorjahr nun – vorzeitig – der Titel in der Fußball-Bezirksliga. Für viele Außenstehende folgerichtig, für den SVB selbst überraschend.

„Wir haben wirklich nicht damit gerechnet“, sagt Harald Götz, einer von drei Ressortleitern innerhalb der Fußball-Abteilung. „Der Aufstieg war auch nicht unser Ziel.“ Es ist der dritte innerhalb der zurückliegenden vier Jahre.

„Wir hatten einen Lauf“

Die Konkurrenz schätzte die Ausgangslage denn auch anders ein als der SVB, weil sich in dessen Kader einige Spieler mit Erfahrungen aus höheren Klassen bis zur Regionalliga tummeln. Zum Beispiel Niko Rummel, zusammen mit Hannes Stanke Trainer und schon zu Kreisligazeiten vom Oberligisten SGV Freiberg gekommen. Doch auch er sagt: „Wir haben lediglich gedacht, dass wir im vorderen Bereich mitspielen können.“

Das gelang von Anfang an sehr gut. „Wir hatten einen Lauf“, sagt Rummel, öfter auch Glück (Götz) und ein eingespieltes Team. Von außen kam nur ein Spieler zum Aufstiegskader hinzu: Roland Teiko vom Landesligaabsteiger FV Ingersheim. Und den, so Götz, habe der SVB nur geholt, weil Spielertrainer Michael Deiß überraschend eine Stelle im Physiotherapeutenteam beim Bundesligisten FC Augsburg bekommen hatte.

Wenige Neuzugänge, aber die passten

Teiko schlug ein (fünf Treffer) und genauso Winterverpflichtung Markus Kellermann (elf Treffer). Nicht gereicht dagegen hat es den eigenen Jugendspielern, auch wenn Claudio Florio zunächst im Kader war, sich jedoch bald verletzte.

Verletzte insgesamt hatten die Breuningsweilermer wenige, allerdings betraf das wichtige Spieler. So fiel Mittelfeldspieler Marko Kovac fast komplett aus, auch Steffen Mayer (zweimal die Schulter ausgekugelt) fehlte oft.

Gegen die direkten Konkurrenten setzte sich Breuningsweiler durch

In der Vorrunde lief alles bestens. Nur drei Unentschieden, keine Niederlage, drei Punkte Vorsprung auf den TSV Nellmersbach. „Wir haben einen Lauf gehabt“, sagt Rummel. In der Rückrunde dagegen stotterte der Motor zwischenzeitlich: Drei Niederlagen und ein Unentschieden stehen bis jetzt zu Buche. Rummel: „Wir sind nicht mehr so als Team aufgetreten.“ Das habe auch daran gelegen, dass in der Wintervorbereitung immer wieder Spieler gefehlt hatten.

Sorgen machen musste sich der Tabellenführer dennoch nicht. Die Konkurrenz bestach nicht gerade durch Konstanz, leistete sich noch mehr Patzer als der SVB. Gegen die direkten Konkurrenten setzte sich Breuningsweiler jeweils durch, Niederlagen gab’s hingegen gegen Teams aus der unteren Hälfte (SC Korb, SV Unterweissach, dazu noch SV Remshalden). Götz: „Vielleicht haben das einige nicht so ernst genommen.“ In der Rückrunde hätten sich die Gegner zudem fast nur noch aufs Verteidigen und Kontern konzentriert. Mit Erfolg.

„Das war eine grandiose Leistung"

Dennoch stand Breuningsweiler bereits drei Spiele vor Schluss als Meister fest. Götz: „Das war eine grandiose Leistung von Trainern, Mannschaft und Betreuern. Dass der kleine Ort (900 Einwohner) mal Landesliga spielen würden, hätte niemand gedacht.“

Dort wird es allerdings um einiges schwieriger werden. „Das ist eine ganz andere Hausnummer“, sagt Niko Rummel. Immerhin: Der Kader bleibt zusammen, nur Christian Kapitaric hört auf. Deshalb, so Rummel, sind lediglich zwei, drei Neuzugänge geplant. Der SV Breuningsweiler wird sich – noch stärker als in der Bezirksliga – wieder an Niederlagen gewöhnen müssen. Und Trainer Rummel gibt seinen Spielern schon mal mit auf den Weg: „Wenn wir so spielen wie in der Rückrunde, werden wir nicht bestehen.“

SV Breuningsweiler

  • Noch vor drei Jahren spielte der SV Breuningsweiler in der Kreisliga B. In der Kreisliga A gelang ihm im zweiten Jahr der Aufstieg (und gleich noch der Bezirkspokalsieg), in der Bezirksliga glückte nun der direkte Durchmarsch.
  • Der SVB hat ein in der Region einzigartiges Konzept, indem er Jugendspielern Praktikums- und Ausbildungsplätze vermittelt und Aktivenspielern Arbeitsplätze, was ihn auch für Spieler aus höheren Ligen attraktiv macht.
  • Der SVB führte nach der Vorrunde noch knapp (drei Punkte) vor dem TSV Nellmersbach, mittlerweile beträgt sein Vorsprung zehn Punkte. In der Rückrundentabelle liegt er aktuell zwei Punkte vor dem SV Kaisersbach. In der Heim- und Auswärtstabelle führt er klar.
  • Erfolgreichster Torschütze ist – wieder einmal – Lukas Friedrich – mit 23 Treffern vor Giovanni Costa und Markus Kellermann (11). Steffen Mayer traf neunmal.
  • Pünktlich zum Aufstieg bekommt der SVB einen neuen Kunstrasen.