Rems-Murr-Sport

Ein schweres Stück Arbeit

RidderA6
Alina Ridder vom VfL Waiblingen zieht ab. Foto: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Vier Minuten vor dem Schlusspfiff stand es noch Unentschieden – erst mit einem energischen Schlussspurt brachten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen den 31:27-Sieg gegen Aufsteiger HSV Solingen-Gräfrath unter Dach und Fach.

Guter Start der Gastgeber

Dabei hatte es für den Gastgeber in der Rundsporthalle gut begonnen: Die Waiblingerinnen legten ein 4:0 vor und kassierten erst nach knapp acht Minuten den ersten Gegentreffer. Doch trotz der Führung fehlte dem VfL der letzte Biss. Insgesamt gingen beide Teams nur ein begrenztes Tempo. Solingen kam nun besser ins Spiel und nutzte gegen eine sehr offensiv agierende Waiblinger Abwehr immer häufiger den freien Raum am Kreis. Nach elfeinhalb Minuten war die Waiblinger Führung dahin, Franziska Penz glich für Gräfrath zum 5:5 aus.

Die Umstellung auf eine defensivere Abwehr und die Einwechslung von Aaricia Smits brachten ab Mitte der ersten Halbzeit wieder den VfL in Vorlage. Die Belgierin im Waiblinger Dress sprühte vor Einsatzfreude und Kampfgeist. Smits und die ebenfalls erneut starke Vivien Jäger am Kreis waren maßgeblich daran beteiligt, dass sich der VfL wieder etwas absetzen konnte (14:10). Der letzte Waiblinger Angriff vor dem Halbzeitpfiff wurde jedoch einmal mehr zu ungenau abgeschlossen. Die Gäste verkürzten noch vor dem Pausentee (14:11).

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Spiel mit Licht und Schatten. Das eine oder andere Mal blitzte das Potenzial des Gastgebers mit überraschenden Kreisanspielen oder erfolgreichen Tempogegenstößen auf. Doch vieles blieb durch Ungenauigkeiten und fehlendes Tempo erfolglos im Abschluss. Solingen hatte zwar weniger individuelle Stärken, machte dies aber durch deutlich mehr Einsatzwillen wett.

Als gleich drei Waiblingerinnen binnen 77 Sekunden auf die Strafbank geschickt wurden, witterte der Gast Morgenluft. Bis zum 18:16 behauptete der VfL noch die knappe Führung, wurde aber sichtlich nervös, verlor im Angriff zu leicht die Bälle und offenbarte große Abwehrlücken. Nach vier Treffern in Serie führte Solingen eine Viertelstunde vor Schluss mit 20:18.

Zum Glück übernahm nun Kapitänin Caren Hammer die Verantwortung. Mit energischem Einsatz und vier Treffern innerhalb von nur etwas mehr als drei Minuten riss sie ihr Team aus der Lethargie und Verunsicherung.

Doch noch hielten die Gäste dagegen. Dadurch wurde die zuvor über weite Strecken eher zähe Zweitligapartie noch zu einer flotten und spannenden Begegnung.

Bis zur 57. Minute und dem 26:26-Zwischenstand bangten die VfL-Anhänger und hofften die Gäste. Doch in den letzten vier Minuten wiesen die Waiblingerinnen den Aufsteiger in die Schranken. Solingen-Gräfrath kam nun in jedem Angriff in Zeitspielnot und fabrizierte dadurch einige Fehlpässe – der VfL zeigte seine Tempogegenstoß-Qualitäten und zementiert mit einem 5:1-Tore-Lauf den 31:27-Sieg. Der glänzte zwar nicht sehr hell, aber zeigte immerhin, dass die Waiblingerinnen inzwischen auch solche Spiele gewinnen können.

So haben sie gespielt

VfL Waiblingen: Meißner, Pavic; Kynast (1), Nagler (3), Teixeira da Silva, Hagen (1), Hammer (6), Smits (8/3), Padutsch (3), Berisha (1), De Bellis (1), Nikolovska (2), Ridder (1), Jäger (4).