Rems-Murr-Sport

EM-Bronze für Winnender Judoka Sarah Mehlau

Mehlau
Sarah Mehlau hatte zuletzt viel Pech. Nun feiert die Judoka der SV Winnenden mit dem dritten Platz bei der U-21-EM einen großen Erfolg. © Privat

Am zweiten Tag der U-21-Junioren-Europameisterschaften in Prag hat sich die Judo-Nationalkader-Athletin Sarah Mehlau von der SV Winnenden in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm den dritten Platz gesichert. Nach dem unglücklichen fünften Platz bei den U-21-Weltmeisterschaften vor fünf Wochen in Guayaquil (Ecuador) ist das nun endlich die ersehnte und hochverdiente Medaille.

Als Sechste der Weltrangliste startete Sarah Mehlau mit einem Freilos in das Turnier. In der zweiten Runde traf sie auf Ida Jakobsen (Dänemark), gegen die sie zur Hälfte der Kampfzeit eine Waza-ari-Wertung (halbe Wertung) für O-soto-gari (Beinwurf) erzielte. Aus dem anschließenden Haltegriff gab es für die Dänin kein Entrinnen, wodurch Mehlau ins Poolfinale zog.

Fulminanter Start im Halbfinale

Hier stand sie der Ukrainerin Mariia Rytska gegenüber. Zu Beginn gestaltete sich der Kampf ausgeglichen. Doch nach zweieinhalb Minuten brachte die Winnenderin einen Waza-ari für O-uchi-gari (Beinwurf) an. Angespornt durch die Führung, schickte sie die Ukrainerin bereits 30 Sekunden später durch eine schöne Kontertechnik ein weiteres Mal auf die Matte und entschied den Kampf damit vorzeitig für sich.

Im Halbfinale legte Mehlau einen fulminanten Start hin und donnerte ihre Kontrahentin Elena Dengg aus Österreich bereits nach zehn Sekunden mit einem blitzschnell ausgeführten O-soto-gari mit Waza-ari auf die Matte. Auch im weiteren Verlauf des Kampfes hatte sie die Österreicherin unter Kontrolle und drückte ihr zusätzlich noch zwei Shidos (Strafpunkte) auf.

Der Finaleinzug schien zum Greifen nah. Nach einer Verletzung hatte die Winnenderin jedoch einen Moment zu lange gebraucht, bis sie wieder kampfbereit stand, und der Kampfrichter gab bereits das Signal zum Weiterkämpfen. Die Österreicherin stürzte sich auf sie und überrannte sie. Damit verlor Mehlau ihren Kampf und ging in den Kampf um Bronze. „Sie hätte im Finale sein müssen, sie war viel besser“, haderte der Trainer Lorenz Trautmann etwas mit dem Ergebnis.

Nicht aus dem Konzept bringen lassen

Doch Sarah Mehlau ließ sich durch das verlorene Halbfinale nicht aus dem Konzept bringen und startete hochkonzentriert in den Bronzemedaillen-Kampf gegen Nika Koren aus Slowenien. Mit ihrer starken Kumikata (Griffart) setzte sie ihre Gegnerin von Anfang an stark unter Druck. Nach nicht einmal einer Minute konnte Mehlau einen Ansatz ihrer Kontrahentin im Boden übernehmen und mit Armhebel abschließen – Ippon für Mehlau und damit Bronze bei der Junioren-EM. „Sarah hat ein sehr, sehr starkes Turnier gekämpft und genauso begonnen wie zur WM“, sagte der Bundestrainer Lorenz Trautmann. Sie habe sich die Medaille verdient und sei nach dem unglücklichen fünften Platz bei der WM endlich da angekommen, wo sie hingehöre.

Auch Sarah Mehlaus Heimtrainer Steffen Rommel und dessen Sohn Ben Rommel (ehemaliger Trainingspartner), die in Prag live dabei waren, freuen sich sehr über Mehlaus Erfolg.

Am vierten Tag der EM trat die deutsche Mannschaft im Mixed-Team mit jeweils drei weiblichen und männlichen Kämpfern an. Auch hier zeigte sich die Winnenderin in Bestform. Im Kampf gegen die Ukraine besiegte sie in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm ihre Kontrahentin. Nach einem Unentschieden traf Mehlau das Los zum Entscheidungskampf im Golden Score. Hier wartete sie besonnen auf ihre Chance und beendete den Kampf mit einer schönen Kombination zum Sieg für Deutschland. Ebenso erfreulich war der einzige Sieg gegen Aserbaidschan zum Ehrenpunkt in der nächsthöheren Gewichtsklasse plus 70 Kilogramm. Hier geriet Mehlau gegen ihre wesentlich schwerere Gegnerin zunächst in Rückstand, drehte dann aber auf und gewann vorzeitig mit einer Beintechnik. Trotz Mehlaus Siegen blieb Deutschland insgesamt nur der fünfte Platz.

Am zweiten Tag der U-21-Junioren-Europameisterschaften in Prag hat sich die Judo-Nationalkader-Athletin Sarah Mehlau von der SV Winnenden in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm den dritten Platz gesichert. Nach dem unglücklichen fünften Platz bei den U-21-Weltmeisterschaften vor fünf Wochen in Guayaquil (Ecuador) ist das nun endlich die ersehnte und hochverdiente Medaille.

Als Sechste der Weltrangliste startete Sarah Mehlau mit einem Freilos in das Turnier. In der zweiten Runde traf

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