Rems-Murr-Sport

Entscheidet sich am Montag das Titelrennen?

MorawietzTi1
Dominik Parham macht sich auf den Weg und scheint von den Remshaldener Spielern nicht zu halten zu sein. Auch am Montag im Spitzenspiel der Bezirksliga? © Steinemann / ZVW

Fünf Wochen ist es her, da stand die SV Remshalden an der Spitze der Fußball-Bezirksliga, hatte drei Punkte mehr auf dem Konto als der TSV Schwaikheim und gar sechs mehr als der TSV Schornbach. Mittlerweile ist alles anders. Schornbach führt die Liga mit sechs Punkten vor Remshalden an und kann jetzt einen Riesenschritt Richtung Titel machen – in Remshalden.

Ein Sieg am Pfingstmontag beim Tabellenzweiten, neun Punkte Vorsprung – da ist die Meisterschaft doch schon fast sicher. Das hört Giuseppe Greco, Spielertrainer beim TSV Schornbach, überhaupt nicht gerne. „Es ist noch lange nicht gelaufen“, sagt er. Als Spieler bei den Stuttgarter Kickers habe er es selbst einmal erlebt, wie schnell selbst zwölf Punkte Vorsprung in der Schlussphase noch zusammenschrumpfen können. „Ich warne alle vor Trugschlüssen.“ Er selbst auf jeden Fall spreche mit seinen Spielern nicht über Aufstieg oder Meisterschaft, sondern: „Ich denke wirklich nur von Spiel zu Spiel.“

Bei neun Punkten Vorsprung aber würde das Restprogramm doch deutlich einfacher, oder? „Was ist schon einfach?“, fragt Greco zurück. „Wie hat Remshalden in Unterweissach gespielt?“ Verloren beim scheinbar chancenlosen Abstiegskandidaten. Auch Schornbach muss dort noch hin. Und ASGI Schorndorf sei zwar schon abgestiegen, werde sich gegen Schornbach aber sicher zerreißen. Außerdem ist Remshalden ein Spiel im Rückstand.

Bevor er nun aber seine Mannschaft zu schlecht redet: „Wir haben im Oktober zum letzten Mal verloren. Das ist lange her.“ Kein Team spielt seitdem konstanter, konstant erfolgreich. Auch wenn er immer mal wieder die Aufstellung habe verändern müssen, sagt Greco, das Team habe immer gut funktioniert. Und wer – aus welchen Gründen auch immer – auf der Bank habe Platz nehmen müssen, habe das ohne Murren akzeptiert. Weil alle „Spaß haben am Gewinnen und nicht nur am Kasten Bier nach dem Spiel“. In Remshalden erwartet er einen taktisch gut eingestellten, zweikampfstarken Gegner. Aber egal, wie die Partie auch ausgehe, Greco ist sicher, das Titelrennen „wird erst am letzten Spieltag entschieden.“

Matthias Veigele, Trainer der SV Remshalden, wäre das sicher recht, denn dann hätte er voraussichtlich am Montag gegen die Schornbächer gewonnen und auch gleich noch das ausstehende Nachholspiel am 26. Mai in Oberrot. In den zurückliegenden drei Spielen allerdings ist es nicht ganz so gut gelaufen für sein Team. 0:4 auf eigenem Platz gegen den VfL Winterbach: „Da haben wir Probleme gehabt, das Spiel zu bestimmen. Das war unser schlechtestes Spiel.“ Danach aber sei es gleich wieder besser gewesen. 3:1 gegen den SV Fellbach II und auch in Unterweissach habe seine Mannschaft gut gespielt. „Wir haben in dieser Saison auch schon Glück gehabt, aber in dem Spiel ist alles gegen uns gelaufen.“ Elfmeter verschossen, Rote Karte, 2:3 in der 93. Minute. Die mögliche Meisterschaft ist dadurch zumindest nicht mehr greifbar nah. „Aber ich werde mir unsere gute Saison deshalb nicht schlechtreden lassen“, sagt Veigele. „Unterm Strich sind wir noch weit im grünen Bereich.“ Dennoch: Unzufrieden ist er damit, dass in der Rückrunde noch kein einziges Zu-Null-Spiel gelungen ist.

Im Spitzenspiel am Montag sieht er nun die Gäste als Favoriten, allerdings nur als „leichte“. Veigele: „Die machen gerade schon einen bombenstarken Eindruck und strahlen eine beeindruckende Beständigkeit aus.“ Im eigenen Team sieht’s personell dagegen nicht optimal aus. „Die Rote Karte für Kai Mayerle tut uns schon weh.“ Fabian Mayerle fällt wegen einer Ellbogen-OP aus, Lionello Zaino fehlt ohnehin schon länger.

Setzt sich Schornbach in Remshalden durch, muss die SVR auch um Platz zwei fürchten. Veigele aber hätte auch bei einer Niederlage keine Probleme: „Dann werde ich sportlich fair gratulieren.“ Ausschnitte auf zvw.de/sportvideos

Fakten zum Spitzenspiel

In der Vorrunde trennten sich TSV Schornbach und SV Remshalden mit einem 1:1.

Nach der Vorrunde stand die SV Remshalden mit 31 Punkten und 42:18 Punkten auf Rang zwei, Schornbach war mit 30 Punkten und 43:26 Tore Dritter. In der Rückrundentabelle führt Schornbach mit 23 Punkten und 30:9 Toren das Feld an, Remshalden liegt hier nur auf Platz sechs mit 16 Punkten und 23:16 Toren; allerdings auch mit einem Spiel weniger auf dem Konto.

Der TSV Schornbach verlor zum letzten Mal am 30. Oktober (1:2 beim SV Fellbach II), hat 2016 siebenmal gewonnen, zweimal remis gespielt. Remshalden dagegen bringt es in diesem Jahr nur auf fünf Siege, ein Remis und zwei Niederlagen. Wobei zwei der letzten drei Partien verloren gingen.

Mit jeweils 20 Treffern führen Dominik Parham und Konstantinos Petridis die interne Torjägerliste an, bei Remshalden liegen Naoufel Jaouadi (16), Markus Kellermann und Fabian Schrehardt (beide elf) vorn.
Spielbeginn am Pfingstmontag ist um 16 Uhr