Rems-Murr-Sport

Entwicklung geht vor Ergebnis

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Der Gegner (hier Faton Sylaj vom KTSV Hößlinswart) läuft Birkmannsweiler (hier Philipp Lagelstorfer) davon – eine Szene, die sich beim VfR in dieser Saison schon zu oft wiederholt hat. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Situation vor der Saison in der Fußball-Kreisliga A I war klar: Nach der überragenden Rückrunde 2016/17 kann der Favorit nur VfR Birkmannsweiler heißen. Doch der kommt schon wieder nicht in die Gänge. Und hat erneut das gleiche Problem: die Chancenverwertung.

„Natürlich wollten wir vorne dabei sein“, sagt VfR-Trainer Tim Böhringer. „Und wir wollten den Schwung der guten Rückrunde mitnehmen.“ Doch daraus wurde nichts, bisher.

Nur 17 Punkte hatten die Birkmannsweilermer im Vorjahr in der Vorrunde gesammelt. Trainer Böhringer aber war mit der Entwicklung der Mannschaft dennoch zufrieden gewesen. „Wir wollen von hinten raus Fußball spielen und nicht nur den Ball nach vorne bolzen.“ Für seine Geduld ist er belohnt worden. Der VfR war zusammen mit Meister FSV Waiblingen beste Rückrundenelf, holte 29 Punkte und wurde noch Dritter. Jetzt sieht sich der VfR unverhofft in derselben Situation wieder wie vor einem Jahr. „Wir spielen gut, haben in der Regel mehr Ballbesitz und ein Chancenplus, aber wir treffen das Tor nicht.“

Die Torausbeute verbessern sollte eigentlich Neuzugang Shaban Kapllani. Doch der ehemalige Bezirksligatorschützenkönig kann aus privaten und beruflichen Gründen kaum trainieren, wird deshalb meist nur als Joker in der Schlussphase eingesetzt. Dabei reichte es nur zu zwei Treffern.

Ein Problem: Zu viele verletzte Spieler

Dass es nicht optimal läuft, liege auch an zu vielen Ausfällen, sagt Böhringer. Timo Dolzer, der auf der Sechserposition „eine tragende Rolle“ spielt, war noch gar nicht im Einsatz, auch Stammspieler wie Ali Dogan, Andi Roll, Philipp Klöpfer und Tobias Bloching fehlten immer wieder.

Dennoch: „Wir verkaufen uns zwar unter Wert, aber für mich geht da Entwicklung vor Ergebnis“, sagt Böhringer. Die Spielweise des VfR führe zwangsläufig zu Fehlern im Spielaufbau. „Aber die Fehler sind es mir wert.“ Auch wenn sie zuweilen bitter sind. Gegen Tabellenführer TSV Leutenbach führte seine Mannschaft bis zur 88. Minute mit 1:0. Zwei individuelle Fehler führten zu zwei Elfmetern, die Partie ging mit 1:2 verloren.

Zweimal noch tritt Birkmannsweiler 2017 an, Ziel ist, „das Maximale herauszuholen“. Was am Sonntag bei Schlusslicht SV Steinbach leichter fallen dürfte als eine Woche später im Derby gegen den SV Breuningsweiler II. Gelängen zwei Siege, stünde der VfR schon im oberen Teil des Mittelfeldes. „Nach ganz vorne wird es definitiv nicht mehr reichen“, sagt Tim Böhringer. Aber ein Platz im Verfolgerfeld ist allemal möglich – wenn der VfR sich wie im Vorjahr für seinen Aufwand belohnt und ihm erneut eine starke Rückrunde gelingt.