Rems-Murr-Sport

Erdogan, Böhmermann, Ballermann

KellermannM2
Tabellenführer SV Remshalden (rechts Markus Kellermann) kassierte im Heimspiel eine ebenso überraschende wie verdiente 0:4-Klatsche gegen Winterbach. Jetzt darf er in Oberrot nicht verlieren. © Steinemann / ZVW

Jan Böhmermanns Satire auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan bestimmt derzeit die Schlagzeilen. Was darf Satire? Was darf Böhmermann? Was darf die Kanzlerin und was darf sich Erdogan erlauben? Das scheint schwierig zu sein, und so wird ausgiebig diskutiert. Gott sei Dank ist Fußball einfacher. Was darf man hier nicht? Verlieren. Und wer am Ende am wenigsten verloren hat, ist Meister und feiert auf Mallorca. Lieber Ballermann als Erdogan und Böhmermann.

Bezirksliga. Von einer Meisterfeier auf dem Ballermann sind die Schwaikheimer noch weit entfernt. Am vergangenen Spieltag aber haben sie gewonnen, ohne überhaupt gespielt zu haben. Nach schlechtem Saisonstart ist der TSV zurück im Titelrennen und hat jetzt womöglich sogar die besten Karten. Der SV Kaisersbach schwächelt, zuletzt auch die SV Remshalden, die Schornbacher scheinen auch nicht konstant genug zu sein, und der VfR Murrhardt ist nach dem 1:3 in Schorndorf wohl aus dem Rennen. Bleibt? Der TSV Schwaikheim, der am Sonntag die auswärts nicht überragenden Nellmersbacher zu Gast hat. Die SV Remshalden, trotz des 0:4 gegen Winterbach weiterhin Tabellenführer, müssen beim FC Oberrot zeigen, dass sie’s besser können. In Murrhardt nehmen sich VfR und SV Kaisersbach gegenseitig die Punkte weg, auch das spielt dem TSV Schwaikheim (genauso Remshalden) in die Karten. Und natürlich den Schornbachern, wenn die beim TSV Sulzbach-Laufen gewinnen. Die Mannschaft der Stunde jedoch ist der VfL Winterbach. Gemeinsam mit Schwaikheim beste Rückrundenmannschaft, aber immer noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Mit einem Sieg in Unterweissach (es wäre der fünfte in den letzten sechs Spielen) allerdings wäre das auch geschafft. Guttun würde ein Winterbacher Erfolg auch dem SV Allmersbach, der sich dann mit einem Sieg gegen die SG Schorndorf von den Unterweissachern absetzen könnte. Das Problem dabei: Die Schorndorfer sind gerade gut drauf, haben in Nellmersbach und gegen Murrhardt gewonnen. Schlecht sähe es bei einem Allmersbacher Sieg vor allem für den SV Fellbach II (diesmal spielfrei) aus, und für ASGI Schorndorf (in Korb) kommt ohnehin jede Hilfe zu spät.

Kreisliga A. Der SV Breuningsweiler – am Sonntag klarer Favorit gegen Iraklis Waiblingen – kann den Ballermann schon buchen, ist in der A I so gut wie Meister: Der SV Hegnach dagegen – diesmal chancenlos in Urbach – so gut wie abgestiegen. SV Hertmannsweiler und SG Weinstadt haben bereits sieben beziehungsweise sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Es deutet nicht viel darauf hin, dass sich das in Birkmannsweiler (Weinstadt) und Haubersbronn (Hertmannsweiler) ändert. Zumindest die Relegationsrunde muss der TV Weiler trotz des 1:1 in Beinstein weiterhin fürchten. Allerdings kann er am Wochenende einen Riesenschritt weg von der Abstiegsgefahr machen. Er muss nur den SSV Steinach-Reichenbach schlagen, der im Augenblick auf dem Relegationsplatz steht. Ein Sieg und die Weilermer hätten fünf Punkte Vorsprung. Das Unentschieden gegen Weiler kostete den TB Beinstein Platz zwei. Am Sonntag könnte er den Platz zurückerobern. Voraussetzung ist zunächst ein Sieg in Hößlinswart und gleichzeitig müsste der FSV Waiblingen das schwere Spiel beim TV Stetten verlieren. Beides ist möglich.

In der Staffel II hatte Spitzenreiter TSG Backnang gegen Verfolger FSV Weiler zum Stein zwar Mühe, setzte sich aber mit 1:0 durch. In Kirchberg dürfte er es nun leichter haben. Der SV Hegnach II sollte bei der Viktoria Backnang Platz zwei verteidigen können, dahinter muss der TSV Rudersberg aufpassen, nicht noch weiter zurückzufallen. Gastgeber TSV Schwaikheim II ist seit Ende Oktober 2015 zu Hause ungeschlagen und könnte mit einem Sieg gegen Rudersberg einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib machen. Ausschnitte unter www.zvw.de/sportvideos

Der FSV Weiler zum Stein ist auf eigenem Platz klarer Favorit gegen den Vorletzten, TSV Oberbrüden, und Althütte hat beste Chancen, seinen Weg aus der Abstiegszone mit einem Heimsieg gegen Schlusslicht Oppenweiler-Strümpfelbach fortzusetzen.

Kreisliga B. Ballermannverdächtige 16 Punkte Vorsprung hat der SV Plüderhausen in der B I und baut das jetzt womöglich sogar noch aus. Dazu müsste er bei Anagennisis Schorndorf gewinnen (nicht leicht, aber eher möglich als unmöglich) und Leutenbach dürfte gegen Rommelshausen nicht gewinnen (ebenfalls möglich, aber auch nicht sonderlich wahrscheinlich). In der B III kann die SV Winnenden am Wochenende nicht daran arbeiten, den Vorsprung zu verteidigen. Die Partie beim VfL Winterbach II wurde auf Mittwoch, 20. April, verlegt. Der Vorsprung schmilzt dennoch nicht, weil die Verfolger TSV Nellmersbach II und Zrinski Waiblingen spielfrei sind.