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Ex-Trainerin Zimmermann wettert zurück

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Kerstin Zimmermann (Archivbild). © Ramona Adolf

Sportlich gesehen können die vom VfL Waiblingen entlassenen Zweitliga-Trainer Kerstin Zimmermann und Jürgen Krause ihre Entlassung nachvollziehen. Doch sie reagieren unterschiedlich auf die Vorwürfe der Vereinsverantwortlichen. Krause kommentiert die Kritik nur punktuell und sagt, er wolle keine schmutzige Wäsche waschen. Seine Kollegin dagegen wettert zurück.

Zimmermann bemängelt, eine Kommunikation vonseiten des VfL habe nicht stattgefunden: „Mit mir wurde acht Monate lang mit Ausnahme des einen Gesprächs über meine Weiterbeschäftigung nicht geredet. Warum kommt jetzt die Kritik über die Zeitung?“ Man könne es ja durchaus blöd finden, dass die Coaches der Mannschaft in der Woche vor dem wichtigen Nürtingen-Spiel eine Pause gönnten. „Aber [der Sportliche Leiter] Nadir Arif hätte zu uns kommen und sagen können: ,Ihr müsst trainieren!‘ Dann hätten wir’s auch gemacht.“

Das Gespräch mit dem VfL über ihre Zukunft sei für sie abwertend gewesen, sagt Zimmermann. Es sei nur darum gegangen, dass sie in der kommenden Saison Arif bei der Arbeit entlasten solle. Deshalb habe sie den Verein nur über ihren Abschied informiert, nicht aber über den Wechsel zum Drittligisten TV Möglingen: „Ich war mir nicht bewusst, dass der VfL das gerne aus meinem Mund gehört hätte.“

Zimmermann fehlt die Logik in Arifs Aussagen

Merkwürdig findet Zimmermann eine von Arifs Aussagen. Er könne doch nicht sagen, 24 Punkte seien in Ordnung und dann die Trainer rausschmeißen. „Wo ist da die Logik?“ Außerdem sei die Punktzahl angesichts der Verletztenmisere in dieser Saison tatsächlich sensationell. Und die Leistungsschwankungen normal: „Wir haben eine blutjunge Mannschaft, die sich Woche für Woche den Arsch aufreißt. Es ist doch klar, dass ihr Fehler unterlaufen und sie mal schlecht spielt.“ Gefordert seien dann eben extra geholte starke Routiniers wie Monika Odrowska.

Doch die hinke seit drei Partien ihrer Leistung hinterher. Dass es zur Aufgabe eines Trainers gehört, das Optimum aus Spielerinnen herauszuholen, lässt Zimmermann in diesem Fall nicht gelten. Sie habe mit Odrowska sehr viele Einzelgespräche geführt, mehr habe sie nicht tun können.

Torhüterentscheidung sei richtig gewesen

Auch die Kritik des Vereins, die Trainer hätten das Team nicht mehr richtig erreicht, kontert Zimmermann. Es sei richtig, dass Torhüterin Tünde Nagy nach toller erster Hälfte im Nürtingen-Spiel habe ausgewechselt werden wollen. „Aber wer Torhüter kennt, weiß: Wenn man sie zwingt, geht der Schuss nach hinten los.“ Die Trainerin spielt den Ball zurück zu den VfL-Verantwortlichen: „Wenn man so weit weg von der Mannschaft ist, kann man die Psyche von Spielerinnen nicht beurteilen.“

Krause hält sich mit Kritik zurück

Einen Hauptgrund dafür, dass die Lage des Aufsteigers FSG in der Liga prekär ist, sehen beide Trainer im Drei-Punkte-Abzug während der Runde. Anders als Zimmermann sagt Jürgen Krause ansonsten nicht viel zu den Vorwürfen der Vereinsverantwortlichen. Zum Fall Tünde Nagy erklärt er aber, ihre Vertreterin Nicole Roth habe gegen Nürtingen in Hälfte zwei nur zehn Minuten lang schwach gehalten. Am Schluss sei ihre Quote hervorragend gewesen.

Zum Abschied finden beide Trainer noch versöhnliche Worte. „Es war schön, so eine Mannschaft trainieren zu dürfen. Ich hoffe, nach dem Trainerwechsel geht jetzt ein Ruck durch das Team“, so Zimmermann. Krause sagt, Interimstrainer Rainer Bay sei „die beste Wahl, die man grad’ hat“. Schließlich kenne dieser die halbe Zweitliga-Mannschaft aus seiner Zeit als A-Jugend-Trainer bei der SV Remshalden.