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Faustdicke Überraschung im ZVW-Topspiel der Woche

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Francesco Lamanna und die Spvgg Rommelshausen II haben das Kernenderby gewonnen. © Gisbert Niederführ

Zu jedem Spielwochenende veröffentlichen wir unsere drei Topspiele - und tippen das Ergebnis. In der Nachbetrachtung gehen wir noch einmal darauf ein; und überprüfen, wie erfolgreich unsere Tipps waren.

Die Spvgg Rommelshausen II hat das ZVW-Topspiel der Woche am vergangenen Sonntag verdient mit 1:0 gegen den TV Stetten II gewonnen. David Di Pietro brachte seine „Römer“ vor rund 200 Zuschauern in Rommelshausen früh auf die Gewinnerstraße. Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung gelang es Rommelshausen, die knappe Führung über die Zeit zu retten und das Kernen-Derby in der Kreisliga B4 für sich zu entscheiden.

Das Wochenende der Überraschungen in Kernen

Es war das Wochenende der Überraschungen in Kernen. Bei der Bürgermeisterwahl in Kernen unterlag der amtierende Bürgermeister Stefan Altenberger seinem Herausforderer Benedikt Paulowitsch. Mindestens genauso überraschend war der Sieg der Spvgg Rommelshausen II gegen den Tabellenführer der Kreisliga B4, TV Stetten II, im Kernener Derby.

Das Kernen-Derby hat mal wieder bewiesen, dass Derbys etwas ganz Besonderes sind und ihre eigenen Regeln haben. Individuelle Klasse und Form treten in den Hintergrund. Einstellung und Wille entscheiden dagegen über Sieg oder Niederlage. Der TV Stetten II - bis dato makellos: sechs Siege aus sechs Spielen - verlor gegen den klaren Underdog Spvgg Rommelshausen II mit 1:0, die keines der ersten sechs Spiele gewann. Dass es dann ausgerechnet im „wichtigsten Spiel des Jahres“ für Rommelshausen klappte, den ersten Saisonsieg einzufahren, bewies wieder einmal, dass mit Wille und Einsatz praktisch alles möglich sein kann - vor allem im Fußball.

Wie verlief das Spiel?

Die Spvgg Rommelshausen war von der ersten Minute an mental und physisch auf dem Platz. Ihre engagierte Anfangsphase wurde mit dem frühen Führungstreffer belohnt. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld schaltete Jakob Clauss am schnellsten und spielte einen klugen Pass in die Schnittstelle der Stettener Abwehr. David Di Pietro war zur Stelle und platzierte den Ball aus elf Metern unhaltbar im Tor (10.) - 1:0 für Rommelshausen. Diese frühe Führung spielte der Sportvereinigung sichtlich in die Karten. Auf dem schmalen Kunstrasenplatz gelang es ihr, durch geschicktes Verschieben die Räume eng zu machen, sodass Stetten nur selten eine Lücke fand. Torchancen waren dementsprechend Mangelware an diesem Sonntag.

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Stettener mehr vom Spiel, ließen aber weitestgehend das vermissen, was sie in den letzten Wochen so stark gemacht hatte: gefährlicher Offensivfußball. Mit Kampf und Einsatz gelang es den „Römern“, jegliche spielerische Ansätze der Gäste im Keim zu ersticken. Am Ende stand ein knapper 1:0-Erfolg für die Heimmannschaft. Ein Sieg der Leidenschaft und des Willens.

Nach der verdienten Niederlage zeigten sich die Stettener als gute Verlierer. Wie schon während des gesamten Spiels gab es nach dem Abpfiff keine hitzigen Auseinandersetzungen. Das lag vor allem an der tadellosen Leistung des Schiedsrichters, Steve Henriß, der die Partie voll im Griff hatte. „Die beste Schiedsrichter-Leistung, die ich auf dieser Ebene bisher gesehen habe“, lobte auch Rommelshausens Michailidis.

So sahen die Team-Chefs das Spiel

Georg Michailidis, Trainer der Spvgg Rommelshausen, hatte im Vorfeld des Spiels angekündigt, dass der Respekt vor dem Tabellenführer groß sei, jeder seiner Spieler aber auf das Derby brenne. Eine Euphorie, die er sicher nicht bremsen werde. Das tat er augenscheinlich auch nicht. Die Rommelshausener traten über das ganze Spiel hinweg mit sehr viel Wille und Leidenschaft auf. Kurzum: Die Einstellung stimmte bei den „Römern“ an diesem Sonntag. „Einige meiner Spieler waren vor dem Spiel nicht mehr ansprechbar, die waren völlig fokussiert“, erklärte Michailidis nach dem Spiel. „Es gelang uns von der ersten Minute an, die PS auf den Platz zu bringen. Jeder hat sich für den anderen den Arsch aufgerissen.“

„Wir haben heute einen schlechten Tag erwischt“, befand Hagen Winkler, Trainer des TV Stetten II, nach dem Abpfiff. „Wir haben heute nicht das auf den Platz bekommen, was wir uns vorgenommen hatten. Rommelshausen machte das gut und hat verdient gewonnen.“ Eine Meinung, die Michailidis teilte: „Wir hatten es heute verdient, zu gewinnen.“

Mit der Euphorie des Derby-Siegs in die nächsten Spiele

Durch den Derby-Sieg springt Rommelshausen auf den elften Platz und befindet sich aktuell im Niemandsland der Tabelle. Für Trainer Michailidis steht daher fest: „Der Derby-Sieg bringt nichts, wenn wir in den nächsten Spielen verlieren.“ Dass sich seine Spieler dessen bewusst werden, ist sich Michailidis sicher. Immerhin zeige das die Klasse einer Mannschaft. Trotzdem wolle man natürlich die Euphorie des Derby-Siegs mit in die nächsten Partien nehmen. Das nächste Spiel allerdings - eigentlich am Donnerstag  beim Tabellennachbarn, TSV Miedelsbach II - wurde verlegt auf den 14. November.

Stetten bleibt trotz Niederlage Tabellenführer

In Stetten wird der Blick nach vorne gerichtet. Immerhin ist der TV Stetten II nach wie vor Tabellenführer der Kreisliga B4. Für Trainer Winkler gehören Niederlagen zum Fußball dazu. Speziell für seine junge Mannschaft sei das eine hervorragende Möglichkeit gewesen zu lernen, auch in besonderen Spielen einen kühlen Kopf zu bewahren. Im Training werde er die Derby-Niederlage nicht mehr zum Thema machen. Viel Zeit zum Nachdenken bleibe sowieso nicht, denn „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, erkannte Winkler völlig richtig. Bereits am Donnerstag (12:45 Uhr) steht das nächste wegweisende Spiel an: zu Gast in Stetten ist dann der Drittplatzierte, TV Weiler-Rems II. 

Und wie erfolgreich waren unsere Tipps?

Kreisliga B IV: Spvgg Rommelshausen II - TV Stetten II 1:0 - unser Tipp war 2:2

Kreisliga A I: FSV Waiblingen II - Zrinski Waiblingen 0:0 - unser Tipp war 3:1

Bezirksliga: SV Unterweissach - SV Allmersbach 1:1 - unser Tipp war 0:2.

Fazit: Die Rommelshausener waren eindeutig erfolgreicher.