Rems-Murr-Sport

Favorit TSV Schwaikheim kann wieder vom Titel träumen

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Mit 2:6 verlor der TSV Schwaikheim in der Vorrunde beim SV Kaisersbach und lag am Boden (Robin Laudon, rechts Sven Seibel). Doch er rappelte sich wieder auf und steht nun in der Tabelle vor den Kaisersbachern (Jonas Kugler, links, und Thomas Baier). Am Sonntag treffen die beiden Mannschaften wieder aufeinander. © Ramona Adolf

Mit 2:6 hat der TSV Schwaikheim am 27. September beim SV Kaisersbach verloren. Der Topfavorit der Fußball-Bezirksliga war am Boden. Sechs Spiele, sechs Punkte – ein Desaster. Mittlerweile sieht die Welt wieder anders aus. Die Schwaikheimer sind Zweiter und haben gute Titelchancen – vor allem, wenn sie am Sonntag gewinnen: gegen den SV Kaisersbach.

Drei Punkte liegen die Kaisersbacher zurück, haben jedoch auch zwei Spiele weniger ausgetragen. Sie können sich also einen Punktverlust eher leisten als die Schwaikheimer. Aber die haben am Sonntag einiges gutzumachen.

Das 2:6 schmerzte. Schwaikheim-Trainer Toni Guaggenti allerdings sagt: „Das war hochverdient für Kaisersbach.“ Die Niederlagen zuvor gegen Remshalden, Schornbach und Schorndorf waren eher etwas unglücklich gewesen, oft erst in den Schlussminuten zustande gekommen. Am Gesamtresultat änderte das nichts. Der Topfavorit – in der Saison zuvor in der Relegation erst in letzter Sekunde am Aufstieg in die Landesliga gescheitert – war in der Krise.

Dabei hatte sich Schwaikheim nach der tollen Saison 2014/15 personell sogar noch verstärkt, der Direktaufstieg war das Ziel gewesen, der TSV wollte nicht schon wieder in die lange Aufstiegsrunde. Guaggenti: „Mancher hat wohl gedacht, es geht von allein.“

Ein Fehlschluss. Vor allem, weil die Sommer-Vorbereitung schlecht gelaufen war und zu viele Spieler konditionell nicht auf der Höhe waren. Guaggenti: „Da sind auch die Leistungsträger an ihre Grenze gekommen.“ Und die Fangemeinde fragte immer lauter: „Was ist denn da los?“

Die zwei Wochen nach der 2:6-Pleite haben die Schwaikheimer jedoch gut genutzt. „Wir haben noch ‘ne Schippe draufgelegt“, sagt der Coach. Die Fitnesswerte verbesserten sich, der Teamgedanke, zu Beginn wohl nicht an erster Stelle der Spielermotivation, wuchs. Das, so Guaggenti, gelinge immer leichter, wenn die Mannschaft gewinnt. Und das tat sie fortan. Sie leistete sich noch in Korb ein 3:4, zwei Auswärtsunentschieden in Remshalden und Schornbach, der Rest waren Siege. Und nun kann der Titelfavorit wieder vom Titel träumen.

Guaggenti will das jedoch nicht zu hoch hängen. „Wir fangen in jedem Spiel bei Null an. Und gegen die vermeintlich leichten Gegner tun wir uns schwer.“ Nur 1:0 gewann der TSV in Unterweissach und bei ASGI Schorndorf lag er zur Pause 0:1 zurück. Dass er dennoch 5:1 siegte, spricht für ihn. Dem Trainer wäre es trotzdem lieber, „wenn wir mal von Anfang an hellwach wären“. Auch im Spitzenspiel beim TSV Schornbach lag Schwaikheim zur Pause 0:2 hinten. „Schornbach war in allen Belangen besser.“ Aber erneut kam Guaggentis Team zurück, erkämpfte ein 3:3.

Das liegt unter anderem daran, dass die Wintervorbereitung gut gelaufen ist. Die Schwaikheimer sind fit, es gibt kaum Verletzte. Lediglich Heiko Bernert schleppt sich mit einer Schambeinentzündung durch. Vor dem Spitzenspiel steht auch Kevin Metzger nach Problemen mit dem Hüftbeuger wieder zur Verfügung.

Am Sonntag also messen sich – anders als in der Vorrunde – zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Spielbeginn ist um 16 Uhr. Die Gastgeber stehen dabei zwar stärker unter Druck, aber auch für Kaisersbach gilt, was TSV-Trainer Toni Guaggenti sagt: „Der April ist wegweisend für viele Teams. Wer da gut rauskommt ...“

... hat die besten Titelchancen.

Die Lage vor dem Spitzenspiel

Der TSV Schwaikheim steht mit 19 Spielen und 38 Punkten auf Platz zwei, drei Zähler hinter Spitzenreiter SV Remshalden. Der SV Kaisersbach ist Dritter mit 35 Punkten, aber auch erst 17 Spielen.

Schwaikheim (57 Treffer) hat zusammen mit Remshalden den erfolgreichsten Angriff. Kaisersbach hat – bei zwei Spielen weniger – 56-mal getroffen. Bei den Gegentoren ist Kaisersbach mit 20 die Nummer eins vor SV Remshalden (24) und TSV Schwaikheim (26).

Schwaikheim ist das beste Auswärtsteam (23 Punkte), Kaisersbach die beste Heimmannschaft (25).

Die Schwaikheimer stellen – wie schon in der vergangenen Saison – mit Kujtim Sylaj den besten Torschützen (21), dahinter liegt teamintern Defensivspieler Christian Seitz (9). Bei Kaisersbach war Thomas Baier (12 Treffer) am erfolgreichsten, gefolgt von Steffen Mastalerz (10).