Fußball im Rems-Murr-Kreis

Frauen des SV Hegnach starten mit breitem Kader in die Regionalliga-Saison

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Die Frauen des SV Hegnach wollen sich so schnell wie möglich die Liga sichern. Dazu soll am Sonntag der erste Heimsieg her. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Klasse halten, einen guten Platz im oberen Mittelfeld sichern, nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben. Das erhoffen sich die Frauen des SV Hegnach, die mit der Saison 2022/23 ihr zweites Jahr in der Fußball-Regionalliga antreten. Doch einfacher wird es diese Saison nicht für die Schützlinge von Koutroubis Nikolaos.

Als WFV-Pokalsieger schafften es die Hegnacherinnen, am DFB-Pokal teilzunehmen. Bereits aber in der ersten Runde, vergangenen Sonntag beim ehemaligen Bundesligisten 1. FC Saarbrücken, dämpfte die unnötige 2:3-Niederlage die Stimmung. „Die Mannschaft hatte gut angefangen, sehr schnell ein Tor gemacht“, resümiert Abteilungsleiter Alexander Rieger. Der SVH vergab zu viele Chancen, sorgte noch für ein quasi Eigentor, als man beim Klären einer Situation die Gegnerin anschoss. „Man merkte, dass das Team noch nicht zu hundert Prozent im letztjährigen Spielrhythmus ist“, so der Abteilungsleiter. Manche Spielerin kam nach einer Verletzungspause erstmals auf den Platz zurück, die Mannschaft war noch nicht eingespielt. „In der zweiten Halbzeit hätten wir den Ausgleich machen müssen. Mit unserer Fitness hätten wir sie dann in der Verlängerung schlagen können.“

Fitness, Standards und ein schnelles Umschaltspiel sind die Stärken des SVH

Die Fitness, weiß Rieger, das ist nur eine der Stärken der Hegnacherinnen. Neben den Standards und dem schnellen Umschaltspiel nach vorn. Wo es hapert, ist noch der Spielaufbau von hinten heraus. Aber daran werde intensiv gearbeitet. „Koutroubis Nikolaos bringt Bundesligaerfahrung mit, hat mit den Frauen gut in der Vorbereitungsphase gearbeitet, arbeitet immer noch intensiv an den Feinheiten und stimmt die Mannschaft gut auf das erste Spiel ein“, so Rieger.

Das erste Spiel in der Regionalliga, das steht nun am kommenden Sonntag bevor. Da empfangen die Hegnacherinnen um 14 Uhr den SV Frauenbiburg. Und da wollen die Gastgeberinnen punkten. „Wir hoffen, schnell die nötigen Punkte zu sammeln, um im gesicherten Mittelfeld mitzuspielen“, so Rieger. Punkte sammeln ist nun wichtiger denn je, wurden die zwei Staffeln der Regionalliga Süd doch zu einer Staffel vereint. Die Zusammensetzung der nun eingleisigen Regionalliga Süd lautet wie folgt: SV Hegnach, Karlsruher SC, TSV Jahn Calden, FSV Hessen Wetzlar, SV Alberweiler, Wacker München, SV Frauenbiburg, SV Weinberg, Kickers Offenbach, Eintracht Frankfurt III, VFL Herrenberg, 1. FFC Hof, Opel Rüsselsheim. Es kann bis zu vier Absteiger geben, der Meister steigt direkt in die 2. Liga auf.

Mit großen Sponsoren im Hintergrund wäre es einfacher

Ein Aufwand, der für einen Verein wie den SV Hegnach groß, aber noch machbar ist, erklärt Rieger. „Das ist für uns momentan die richtige Liga.“ Auch wenn man mit großen Vereinen, wie den Kickers Offenbach oder dem Karlsruher SC finanziell natürlich nicht mithalten kann. Auch wenn durch die großen Namen eventuell mehr Zuschauer zum Hegnacher Platz pilgern, die Zuschauereinnahmen machen nur einen kleinen Teil in der Budgetplanung aus. „Wir haben einen Förderverein, der uns unterstützt. Und natürlich Sponsoren.“ Auch wenn der eine Großsponsor noch fehlt.

Verbunden mit der eingleisigen Liga sind noch weitere Auswärtsfahrten nach Hof, Kassel oder Wetzlar, die auch mit Übernachtungen verbunden sind. Die gilt es finanziell erst mal zu stemmen. Insgesamt stehen 24 Spiele an, also acht mehr als vergangene Saison.

Größere Liga, größerer Kader

Deshalb wurde der Kader auch in der Breite verstärkt. „Wir müssen da in jedem Spiel mehr als hundert Prozent geben, um zu punkten.“

Im Kader gab es folgende Veränderungen, so stehen die langjährigen Spielerinnen Isabel Kochkach und Ilire Balaj nicht mehr zur Verfügung. Maike Niklas ist zum TSV Mühlhausen/Stuttgart gewechselt. Alina Lüers wurde an den VFL Sindelfingen ausgeliehen. Neu dabei sind Isabel Schlipf, Julia Rudolph (beide 23 vom FV Löchgau), Almas Traorè (18, VFL Sindelfingen), Leana Ilic (17, U-17-Bundesliga-Juniorinnen 1.FC Donzdorf), Lucy Claar (18, VFB Obertürkheim). Bereits in der Winterpause kamen Yuna Demir(17, U-17-Bundesliga-Juniorinnen VFL Sindelfingen, U-17-Auswahl Türkei), sowie Gina Rilling (TSV Lustnau) und Denise Heidt (TSV Münchingen)hinzu. Aus der eigenen Jugend rücken Aleyna Jukic, Emi Scheiner und Lotta Feuerstein auf.

Bereits seit 27. Juni befindet sich die Mannschaft in der Vorbereitung mit bis zu fünf Einheiten die Woche und hat schon Testspiele gegen Eintracht Frankfurt (1:5), TSG Hoffenheim U 20 (0:0), Hegauer FV (4:0), SG Oppenweiler (4:0), 1. FC Mühlhausen (2:0), TSV Crailsheim (5:0) und TSV Heumaden (6:0) bestritten.

Der Einzug in den DFB-Pokal ist wieder das Ziel

In der ersten Runde des WFV-Pokals 22/23 siegte der SV Hegnach beim Landesliga-Aufsteiger SV Hoffeld mit 11: 0, in der zweiten Runde beim TSV Heumaden mit 3:0 und steht somit im Achtelfinale. „Selbstverständlich wollen wir wieder in den DFB-Pokal einziehen“, sagt Rieger überzeugt. „Das ist was Besonderes und hat eine große Öffentlichkeitswirkung, man ist bundesweit im Gespräch.“ Klar habe sich der SV Hegnach gewünscht, noch eine Runde weiterzukommen, um vor heimischem Publikum ein DFB-Pokalspiel gegen Bundesligisten TSG Hoffenheim austragen zu können.

Aufmerksamkeit, die man in Hegnach gerne mitgenommen hätte. Aufmerksamkeit erhofft sich der Verein auch von der Frauen-EM, die im Juli in England stattfand. „Es wird sich nach den Ferien zeigen, wie groß das Interesse sein wird“, so Rieger. Und er schiebt hinterher: „Wir haben im Nachwuchs keine Probleme. In der D-Jugend können wir kaum noch Mädchen aufnehmen, in der E-Jugend dürften es allerdings gerne ein paar mehr sein.“ Ein Unterbau, der für wenig Zukunftsängste sorgt. „Die letzte Saison lief für uns nicht nur gut in der Regionalliga.“ Dort standen die Hegnacherinnen in ihrer ersten Saison in der Klasse am Ende auf Rang drei mit den wenigsten Gegentoren der Liga. „Unsere Mädchen-B-Jugend ist in die Oberliga aufgestiegen, die zweite Frauenmannschaft in die Bezirksliga. Es war eine sehr erfolgreiche Saison für die Frauen des SV Hegnach.“

Karlsruher SC und Kickers Offenbach sind die Favoriten

Am Wochenende, wenn die Saison 2022/23 beginnt, stehen im Regionalligateam alle zur Verfügung, Trainer Nikolaos kann aus den Vollen schöpfen. Besonders freuen sich die Hegnacherinnen auf die Duelle mit den namhaften Teams aus Frankfurt, Offenbach und Karlsruhe. Zwei davon zählt der SV Hegnach auch zu den Favoriten auf die Meisterschaft: Karlsruhe, Offenbach - und Weinberg.

Die Klasse halten, einen guten Platz im oberen Mittelfeld sichern, nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben. Das erhoffen sich die Frauen des SV Hegnach, die mit der Saison 2022/23 ihr zweites Jahr in der Fußball-Regionalliga antreten. Doch einfacher wird es diese Saison nicht für die Schützlinge von Koutroubis Nikolaos.

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Als WFV-Pokalsieger schafften es die Hegnacherinnen, am DFB-Pokal teilzunehmen. Bereits aber in der ersten Runde, vergangenen Sonntag beim ehemaligen

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